28. 06. 2017
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Der Irrsinn Fußball!



An Ostern, vor Ostern, nach Ostern – da war, da ist Fußball in aller Munde. Klar, das ist irgendwie ja eigentlich immer der Fall. Konkret ging und geht es aber vor, während und nach den Feiertagen mehr um die Belastung der Kicker – und inwieweit hier längst Grenzen überschritten sind.

Beispiel eins, weltweit diskutiert: Da gerät der Manschaftsbus von Burussia Dortmund Dienstagabend in drei Bomben. Wie sich bald heraus stellte, hätten bei dem Terrorakt auch Spieler sterben können. Und was macht der Europäische Verband? Lässt das Team trotzdem keine 24 Stunden später wieder antreten. Mit der Begründung, dass der enge Zeitplan nichts anderes zulässt, weil ja schon die Woche danach das Rückspiel ansteht…

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Man möge sich – Verzeihung dafür! – wünschen, eine Bombe solle einschlagen bei der UEFA und den Funktionären mal klar machen, wie krank diese älteren Herren eigentlich sind. Das einzig Akzeptable wäre gewesen, die Dortmunder zu fragen, ob sie sich in der Lage fühlen, am Mittwoch schon wieder anzutreten. Bei einem „Ja“ wäre es okay gewesen. Doch wie man nun hört, kam diese Anfrage nicht und bestimmt der Verband die Neuansetzung. „Als wäre eine Bierdose an unseren Bus geflogen“, drückte es Trainer Thomas Tuchel treffend aus.

Man soll nicht kuschen vor dem Terror, klar. Aber wo wäre das Problem gewesen, das Hinspiel kommende Woche neu anzusetzen und das Rückspiel dann eben später. Notfalls könnte man in diesem Großturnier-freien Sommer das Champions League-Finale ja auch drei Tage oder eine Woche später austragen. Wo ist das Problem? Was wäre gewesen, wenn Spieler der Dortmunder Elf getötet worden wären? Und ist es nicht nachvollziehbar, dass solche Gedanken in den Köpfen der Spieler stecken?

Im lokalen Fußball regt sich auch der Widerstand gegen den Verband. Viele Teams müssen unterklassig an Ostern am Samstag UND am Montag ran. „Es muss doch organisatorisch möglich sein, dass man Amateurfußballern ein freies Osterwochenende ermöglicht. Ich kann mich nicht erinnern, dass eine Profimannschaft jemals zwei Punktspiele an einem Wochenende absolvieren musste“, sagt beispielsweise Dominik Röhner, der Trainer des Kreisklassisten SV Hofheim, dessen Team zudem in einer Liga mit nur 14 Vereinen spielt.

Röhner weiter: „Ich finde die Spielansetzungen eine absolute Katastrophe! Es gibt bayernweit immer weniger Vereine, die eine Mannschaft melden können, da Spieler fehlen, was man an der stetig wachsenden Anzahl an Spielgemeinschaft sehen kann. Es wird hier auf den Rücken der Spieler eine Politik ausgetragen, die weder den Vereinen noch den Spielern nützt. Viele Spieler würden sicherlich gerne mal die freien Tage nutzen, um mit Familie und Freunden etwas zu unternehmen. Dass das wieder mal nicht möglich ist, spricht nicht unbedingt für Weitblick.“

Hier wie da also Unzufriedenheit und Unverständnis. Und hier wie da mit Recht. „Fußball, du kannst ein Arschloch sein!“, schrieb gestern irgendjemand treffend im Netz. Und dabei soll ein Treten gegen einen rollenden Ball doch eigentlich die schönste Nebensache der Welt bedeuten…

Michael Horling
redaktion@inundumsw.de



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