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Der neue Bierkönig kommt aus Schonungen


Bayernkolleg

Aufseß in der Fränkischen Schweiz ist eine Weltrekord-Gemeinde in Sachen Bier. Auf knapp über 1300 Einwohner kommen gleich vier Brauereien. Der neue Bierkönig kommt jedoch aus dem Landkreis Schweinfurt.

Der Autor dieser Zeilen hat es geschafft. Nun gut, nichts Übermenschliches, aber immerhin gelang es ihm, an einem anfangs sonnigen Frühherbsttag rund 15 Kilometer zu laufen und dabei ab 15.30 Uhr noch in allen vier Brauereien einzukehren. Etwas mehr als eine Autostunde von Schweinfurt entfernt ist dieses Aufseß ein lohnenswertes Ziel für einen Kurzurlaub. Erst recht dann, wenn man süffiges Bier mag.


Wolf-Moebel

Der Brauereirundweg startet… an allen vier Brauereien – je nach Wahl. Zwei davon schieden aus, weil man nicht übernachten kann. Das war dann aber notwendig nach mindestens vier Halben. Also im Vorfeld informiert und ab in den Ortsteil Hochstahl in die Brauerei Reichold mit den vielen Fremdenzimmern.

Aufgrund einer Umleitung ging´s auf der Hinfahrt über das durch den Fußball lieb gewonnene Hollfeld und dann über das nicht mal 100 Einwohner zählende Dörfchen Tiefenlesau. Das war Mitte September freistaatweit in den Schlagzeilen, weil Bayern 3 dort das Dorffest veranstaltete mit über 60.000 Besuchern, die bis ins zwei Kilometer entfernte Hochstahl parkten.



Dort landete auch das Auto und sollte fast einen Tag auf dem Parkplatz verbringen. Kurz nach halb vier ging´s los. Etappe eins mit den ersten fünf Kilometern führte in den Ortsteil Sachsendorf. Das Blöde am Breuereienweg ist, dass er um den Ort herum führt und man nicht direkt zur Brauerei Stadter geführt wird. Beziehungsweise zur Gaststätte. Die hatte zum Glück schon auf kurz vor 17 Uhr.

Eine freundliche Dame wirkte zunächst etwas überrascht beim Äußern des Wunsches, das dunkle Bier möglichst draußen zu trinken. Nun gut, es war kaum 16 Grad warm. Aber sonnig – und Wanderer sind nach fünf Kilometern durchaus erhitzt. Weil die Stube so rustikal altmodisch und deshalb einladend wirkte und im Freien ja ohnehin noch einige Kilometer warteten, gab´s den Biergenuss dann doch innen. Das war lecker! Schade, dass man kurz vor 17 Uhr und angesichts anderer Pläne noch nicht den großen Abendhunger hatte. Fleischküchli standen danach nämlich auf keiner Karte mehr.

Das Problem nach der ersten Einkehr freilich: Leicht angedödelt kann man schon mal ein Schild übersehen. Höchst überraschend führte das nämlich nach wenigen hundert Metern außerhalb des Ortes Sachsendorf (die Bedienung könnte übrigens durchaus aus einem sächsischen Dorf gestammt haben…) plötzlich im spitzen Winkel nach links und fast wieder rückwärts, während der Hauptweg gerade aus ging. So erklären sich also die 15 Kilometer statt der angegebenen 14…. An der nächsten Gabelung hörte die an sich so vorbildliche Beschilderung nämlich auf. Also erst leichte Panik, dann der Entschluss des Umkehrens – mit nun wachen Augen.

Die nächsten fünf Kilometer standen an. Ohne WC dazwischen, aber mit Natur-Toiletten. Bier treibt! Gegen 18.30 Uhr war Aufseß erreicht. Der Hauptort. Mit der Brauerei Rothenbach als Ziel. Es gibt dort ein dunkles Lagerbier und ein Zwickl-Kellerbier. Schwere Entscheidung. Beide sind lecker, wobei es verwunderte, dass die etwas älteren Herrschaften am Nebentisch lieber zum Pils griffen und danach einen Wein bestellten. Ihr Hund hatte Lust auf Streicheleinheiten, die kleine Tochter der Familie links am Tisch schaute aber lieber den Bierwanderern zu und kommentierte deren Genuss. Lustig war´s. Und endlich gab´s wieder eine Toilette zum Wasserlassen vor dem nächsten Aufbruch.

Nun ging´s erstmal steil nach oben an einem Traumhaus am Waldesrand vorbei, dann scharf rechts weg, über die Straße, die aufgrund von Bauarbeiten für den Verkehr gesperrt war. Es dämmerte längst und Kathi-Bräu im Ortsteil Heckendorf war nur schummrig erkennbar beim Anlaufen.

Der kultige Biergarten, den Biker so gerne anfahren, präsentierte sich um diese Zeit komplett leer. Und obwohl täglich abends geöffnet ist, kam die Angst auf, bei Kathi-Bräu nichts mehr zu bekommen. Doch denkte: Die urige Stube hatte geöffnet – und in ihr saß Braumeister Josef Schmitt mit ein paar Gästen. Was gibt es Schöneres, als am Nebentisch ein Dunkles Lagerbier zu genießen an einem Ort, an dem man mal gewesen sein muss, wenn man Bier mag. Vier Flascherl wanderten danach im Rucksack mit. Der Inhalt wird sein Mindesthaltbarkeitsdatum, den Januar 2016, nicht erleben.

Und auf zur letzten Teilstrecke: Inzwischen war´s draußen stockdunkel und die Wegweiser konnte man schlecht erkennen. Zum Glück gab´s vorher wertvolle Tipps („Immer gerade aus!“), so dass man sich im Wald nicht unbedingt verlaufen musste. Die letzten zwei Kilometer vergingen bierselig recht schnell, zumal früh Hochstahl erkennbar war und quasi die Heimat für die anstehende Nacht. Am größten Tisch der Brauerei Reichold war noch Platz. Man kommt schnell ins Gespräch mit gleichgesinnten Bierfreunden, die nach einem Zwickl und einem Lager auch noch alten Apfelbrand und einen Sauerkirschbrandy empfehlen konnten. Kann man mal machen!

Champions League im TV blieb auf der Strecke, weil es recht gesellig zuging. Die Nacht war dann relativ kurz, die Vorfreude auf den Morgen danach stieg. Denn wer sich auf dem Weg in allen vier Brauereien seinen Stempel abholt, bekommt eine Urkunde. Fränkischer Ehrenbiertrinker ist der Verfasser dieses Textes nun, also quasi Bierkönig – und total stolz darauf. In Oberfranken gibt´s noch die ein oder andere Möglichkeit, kleine Brauereien auf einem Weg zu verbinden. Doch nun wird erstmal geschaut, ob sowas auch noch zum Abschluss der Saison mit Federweißer möglich ist. Droht Schonungen da bald ein Doppel-König?

Mehr unter www.brauereienweg.de

Michael Horling
redaktion@inundumsw.de

Grosch Netz 2

P.S.: Das obere Bild entstand dann tatsächlich bei einem weiteren Biertest (die Story dazu gab´s bereits unter dieser Rubrik). Ende September bereits wurde der Brauereiweg zurückgelegt.

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