20. 11. 2017

Die Magdeburger Gartenpartei



Wahlwerbung läuft nun rund um die Uhr im Fernsehen. Logisch. Doch unfassbarer Weise war der allererste Spot, den ich – es muss im ZDF gewesen sein – in diesem Wahlkampf sah, war der von der Magdeburger Gartenpartei.

Diese tritt nur auf der Landesliste von Sachsen-Anhalt an, ich befürchte also, ich kann sie nicht wählen, obwohl sie ökologisch, sozial und ökonomisch denkt und damit ziemlich meinen Geschmack trifft. Die MG ist aus Protest gegen die geplante Vernichtung von 162 Gärten in Magdeburg entstanden und bezeichnet sich als „Dunkelgrün“.

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Bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt 2016 kam die SPD auf beschämende 10,6 Prozent. Über 24 Prozent fuhr die AfD ein, 9 Prozent ergatterten „Andere“, darunter natürlich die Magdeburger Gartenpartei. Immerhin 2.412 Wähler und damit 0,2 Prozent stimmten für diese Partei. Bei den Zweitstimmen waren es sogar 0,4 Prozent. Gar nicht mal so schlecht.

Ich weiß natürlich schon, wen ich am 24. September wähle. Ich weiß, dass Angela Merkel Bundeskanzlerin bleiben wird und dass sich alles und jeder aufregen dürfte über einen großen Wahlerfolg für die AfD. Aber ich weiß auch, dass unsere Politiker irgendwie einfach nicht wissen, was sie gegen eine Politikverdrossenheit, gerade bezüglich der großen Parteien, machen sollen.

Die Schwarzen haben ihre Stammwähler – und das wird auch immer so bleiben. Kritik an Angela Merkel hin oder her. Und es soll ja durchaus auch intelligente Menschen geben, die sich beim Plakatslogan „Kindergeld erhöhen“ denken: Verdammt, die CSU ist jetzt schon so lange Jahre an der Macht. Warum hat sie es nicht einfach schon getan? Die SPD leidet weiter unter ihrem Kurs unter Gerhard Schröder. Martin Schulz, fraglos der weitaus wählbarere Kanzlerkandidat im Vergleich zu Peer Steinbrück 2013, läuft mit seinem „Gerechtigskeits“-Wahlkampf in den Fußstapfen der Linken, die es ja wohl nur deshalb gibt, weil die SPD einst ja mal sozial total ungerecht sein wollte. Auch daran erinnern sich die Bürger.

Die Linken werden über mehr als die Stammwählerschaft kaum hinaus kommen. Immerhin reicht das locker für den Einzug in den Bundestag, den auch die Grünen schaffen werden. Auch wenn man bei denen schon lange nicht mehr weiß, wofür sie stehen. Die Gelben, also die FDP, die nun ja irgendwie auch rosa ist, leben von ihren Gesichtern Lindner und Kubicki – beide glaubhaft und echte Typen. Für 5 Prozent wird auch das reichen.

Die 2013er Rolle der Piraten hat 2017 die AfD übernommen. Piraten waren damals in aller Munde, doch das Wahlergebnis damals war dann doch katastrophal. Schon vier vier Jahren wäre die AfD beinahe in den Bundestag gekommen. Das wird sie nun schaffen. Und das ist in erster Linie die Folge davon, weil die großen Partien viele Bürger einfach nicht mehr erreichen, weil der kleine Mann es nicht abhaben kann, wenn er vom Wohlstand im Land hört, obwohl er sich selbst kaum sein täglich Brot leisten kann; weil die nächsten Diätenerhöhung schon vor der Türe steht, während so mancher „Normalo“ seit Jahren schon real immer weniger Lohn in der Tasche hat.


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Da lobe ich mir die Magdeburger Gartenpartei. Die will laut Programm in keine der bekannten politischen Strömungen eingeordnet werden und distanziert sich ausdrücklich von diesen. Die MD ist gegen Hartz IV, 1 Euro-Jobs und kostenlose Praktika, möchte das Steuerrecht reformieren, kostenlose Parkplätze schaffen, aber auch die Autos so schnell wie möglich aus dem Verkehr nehmen. Und sie will natürlich Gärten retten. Die würd´ ich wählen!

Michael Horling
redaktion@inundumsw.de

Fotos:
www.magdeburger-gartenpartei.de
Die Schweinfurter Piraten 2013







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