Home / Business / Erst mal sehen, was amazon hat

Erst mal sehen, was amazon hat


Sparkasse

Genau zehn Jahre war es nun gerade her gewesen die letzten Tage, dass sich eines der ganz großen Unternehmen Deutschlands verabschiedete. Quelle ging pleite und ein Stück Geschichte endete im fränkischen Fürth. Rückblickend eigentlich unfassbar.

Heuzutage kaufen auch die Deutschen alle online ein bei amazon. Die Frage muss erlaubt sein, warum sie das nicht bei quelle.de machen. Die Seite gibt´s ja immer noch. Das Unternehmen mit Sitz im oberfränksichen Burgkunstadt bietet in erster Linie Waschmaschinen, Kaffeeautomaten oder Gartenmöbel an.


Pabst Azubi

Die guten, alten Privileg-Produkte der Quelle-Hausmarke gibt´s dort weiterhin. Bestimmt kaufen einige Leute ein, mit dem Erfolg von amazon aber hat das gewiss rein gar nichts zu tun. Da hat man den Trend vor mehr als zehn Jahren einfach verschlafen und bis zum finanziellen Ende darauf gesetzt, dass die Hausfrauen über den zwei Mal im Jahr erscheinenden Katalog einkaufen.

Der hatte gefühlt zehn Kilo Gewicht und ich frage mich heute, was das für ein Albtraum für die Postboten gewesen sein muss, wenn jeweils der neue ausgeliefert wurde. Wetten, dass in dieser Woche die meisten krank gemacht haben?


Ich bin mit diesem Katalog aufgewachsen und weiß heute noch, dass ich zuerst den Bereich der Telespiele gesucht habe (so nannte man das früher) und wissen wollte, ob meine Intellivision-Spielkonsole noch die aktuellste war. 1982, ich war gerade 13 Jahre alt, kam das brandneue ColecoVision-System heraus. Man erfuhr sowas damals nur über den Quelle-Katalog – und ich musste es natürlich sofort bekommen, habe es heute noch zuhause.

Ich weiß noch, dass wir jungen Kerle einige Seiten des Kataloges nur heimlich anschauen durften: Dort, wo die neuesten BH´s und Slips angeboten wurden und man nur leicht bekleidete Damen sah. In den 70er und 80er Jahren war das die Pornografie der jetzigen Neuzeit.

Im Quelle-Katalog gab´s nichts, was es nicht gab. So wie bei amazon heute. Hätte nicht irgendeiner der gut bezahlten Schickedanz-Manager Ende der 90er Jahre oder zumindest im neuen Jahrhundert die Idee haben können, mit einem gewaltigen Online-Shop die Nummer eins in zumindest Europa werden zu können?

Nun gut, wir würden dann vielleicht heute trotzdem bedauern, dass die Geschäfte gerade in den kleineren und mittelgroßen Städten aussterben. Aber war es nicht immer ein Erlebnis, den Quelle-Shop in Schweinfurt zu besuchen, wo man gerade die technischen Neuheiten bestaunen konnte?

Bis ins neue Jahrhundert hinein faszinierte mich auch immer ein jährlicher Besuch in der Quelle-Zentrale mit dem großen Kaufhaus am Rande von Fürth. Das gesamte Quelle-Areal mit 250.000 Quadratmeter Nutzfläche ist nach dem Berliner Flughafen Temeplhof derzeit Deutschlands zweitgrößte leerstehende Immobilie.

„Erst mal sehen, was Quelle hat!“ So hieß einst der durchaus schlaue Slogen. Warum nur hat man es in Fürth verschlafen, den Versandhandel zu einem Erfolg der Neuzeit zu machen? Weshalb laden wir Videos nicht auf www.mein-kanal.de hoch, wieso treffen wir unsere Freunde nicht auf www.freunde.de im Netz, warum suchen wir im Internet nicht unter www.suchmich.de?

Michael Horling
redaktion@sw1.news



Heute mal ausgehen? Wie wäre es mit:
Gastro-Musterbanner
Geiselwind oben -- Clone
Ozean Grill
Yummy
Eisgeliebt
Geiselwind oben
Pinocchio
Bei Dimi
Pure Club
Du willst hier auch DEINE Werbung sehen?








© 2fly4 - Alle Angaben ohne Gewähr!
Endzeiten der Events sind Schätzungen!
Fotos ggf. beispielhaft!
Kommentare von Lesern stellen keinesfalls die Meinung der Redaktion dar!

#Schweinfurt #News #Nachrichten #Veranstaltungen #Events

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.