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Fußball in Stuhlweißenburg


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Am 20. September startet die Europa League. Mit 48 Teams in aufgeblähten 12 Gruppen. Und mit Leverkusen, Leipzig und Frankfurt. Ich behaupte ja immer, ein großer Fußball-Fachmann zu sein, habe nun aber beim Durchlesen des Teilnehmerfeldes kräftig schlucken müssen.

Nun gut, Top-Teams sind ja auch dabei: Chelsea und Arsenal aus London, Fenerbahce und Besiktas aus Istanbul, die Rangers und Celtic aus Glasgow, der AC Mailand oder Lazio Rom. Attraktive Vereine aus sehenwerten Städten. Aber es mischen auch Klubs mit, von denen ich bis dato noch nie etwas hörte.

Und damit meine ich nicht Bate Baryssau, FK Jablonec, FK Krasnodar, Quarabag Agdam, Spartak Trnava oder Lodogorez Rasgrad. Das sind ja fast schon etablierte Namen im europäischen Fußball – die immer wieder mal herhalten müssen, wenn Große scheitern und man das an kleinen Teams festmachen kann mit dem weitaus geringeren Etat.


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Nein, ich meine konkret drei Namen. Vidi FC beispelsweise, in Gruppe L zusammen mit Baryssau und Chelsea. Immerhin kannte ich den Verein als Videoton Székesfehérvár, aus dieser unaussprechlichen 100.000 Einwohner-Stadt in Ungarn, die auf Deutsch Stuhlweißenburg heißt. Ohne es googeln zu wollen glaube ich, dass es die Partnerstadt von Weißenburg in Mittelfranken sein muss. Bestimmt fliegen von dort einige Fußballfans zur Partie nach London.





No Name zwei ist Sarpsborg 08 FF. Ein Team aus Norwegen aus einer Stadt, die in etwa so groß wie Schweinfurt ist und die den Wasserfall Sarpsfossen als Wahrzeichen hat. Ich beschließe, dorthin irgendwann mal zu reisen und zu behaupten, auch der FC Schweinfurt 05 könnte da doch eigentlich mal Europa League spielen.

Verein drei: Akhisar Belediyespor. Laut Wikipedia heißt der auch Akhisar Spor Kulübü oder Teleset Mobilya Akhisarspor. Wir befinden uns in der tiefsten türkischen Provinz. Akhisar hat über 160.000 Einwohner, der Stadtname bedeutet auf Deutsch „Weiße Burg“. Verflucht, schon wieder… Ich frage mich, ob die UEFA es zulässt, falls das Team in der k.o-Runde auf Székesfehérvár treffen würde. RB Salzburg muss sich ja auch bullenlos umbennen, wenn die Österreicher am 20. September gegen RB Leipzig kicken.

Ach ja, Salzburg: Diesmal scheiterte der Brauseklub aus unserem Nachbarland an Blau-Weiß Bethlehem und darf auch beim 23. Versuch nicht Champions League spielen. Unter den 32 Clubs dort ist übrigens kein einziger unbekannter dabei. In der Europa League aber spielt ein Team, das auch schon mal die Salzburger neckte: F91 Dudelange, besser bekannt als Düdelingen oder luxemburgisch F91 Diddeleng. Das ziemlich deutsche Team wird von Dino Toppmöller trainiert, die Spieler Marc-André Kruska oder Dominik Stolz kennt man hierzulande ebenso. Stolz ist gar Mittelfranke, wurde in der Nähe von Weißenburg groß. Belediyespor oder Székesfehérvár als Gegner – für ihn bestimmt ein Traum. Vorerst darf er aber „nur“ gegen Sevilla, Piräus und den AC Mailand ran. Schon krass, oder?

Die Spiele beginnen nun immer entweder um 21 Uhr oder um 18.55 Uhr. Warum man sich die Anstoßzeit fünf Minuten vor Beginn der ZDF-Nachrichten aussuchte, muss ja niemand verstehen. Das ZDF bringt übrigens ab dieser Saison ja keinen europäischen Fußball mehr. SKY und DAZN übertragen Champions League, DAZN die Spiele der deutschen Klubs in der Europa League. Als bekennender Ablehner dieser Sender verzichte ich dankend. Einige Partien sollen aber auch auf RTL Nitro laufen. Wobei ich als jetzt 50-Jähriger leider nicht weiß, wie ich das empfangen kann.

Dann also doch weiter nur lokalen, unterklassigen Fußball live vor Ort anschauen. Wobei es sicher mal interessant wäre zu wissen, wie so eine Bratwurst in Stuhlweißenburg schmeckt…

Michael Horling
redaktion@inundumsw.de







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