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Novemberblues


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Dieses Gefühl, abends nach 18 Uhr nicht mehr unbedingt raus zu müssen, beschlich mich heuer schon Mitte Oktober und nicht erst nach der Umstellung der Uhren (als ich wie jedes Jahr überlegen musste, ob ich die Zeiger 60 Minuten nach vorne oder nach hinten drehen muss…).

Frühling und Sommer: Schon ab März gibt´s doch immer nicht Schöneres an Arbeitstagen mit bis zu zwölf Stunden vor dem Rechner, als mit Beginn der länger werdenden Tage nochmal das Haus zu verlassen. In den Zeiten, wenn es bis 21 Uhr und länger hell ist, dann ohnehin. Kein Biergarten der Region ist dann vor mir sicher.

Doch ab diesem Herbst hat es mich ein bisschen erwischt. Nein, keine Erkältung: Der Novemberblues bestieg mich eher als gedacht. Tagsüber noch mit dem festen Willen, am Feierabend etwas zu unternehmen, krallte sich die trübe Stimmung ab rund 18 Uhr mit untergehender Sonne dann immer fest im Gemüt und riet ihm: „Mach´ Dir ´ne Fertipizza – und gut ist!“


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Wahlweise Nudeln oder Flammkuchen. Gut, dass der Vorrat an heimischen Bockbierkisten auch ohne dem besten Starkbier der heuer scheinbar keines brauenden Wernecker mit Adler aus Stettfeld, Roppelt aus Trossenfurt, Göller aus Zeil und Kundmüller aus Weiher – also den edelsten Bockbieren der Region – vorerst reicht und so einen trüben Abend dann eben doch genießbar macht.





Jetzt ist der echte November da und dauert noch ein paar Tage. Mit dem Wechsel in den Dezember steigen dann die ersten Weihnachtsmärkte, wird es hoffentlich mehr kalt als nass draußen und es verzieht sich auch der Nebel wieder. Adventliche Laune und Vorfreude auf die Weihnachts- (und dann auch Urlaubszeit) sorgen ja jährlich für einen Umsturz der Gefühlswelt.

Bis dato haben auch noch weitere Brauereien ihr Bockbier-Anstiche hinter sich: Greif in Forchheim, Hummel in Memmelsdorf, Krug in Breitenlesau, Zehender in Mönchsambach – um nur einige zu nennen. Der zur Neige gehende Vorrat wird dann aufgefüllt- und irgendwann beginnt die Rechnerei, wie man am besten über den nächsten Sommer kommt.

Und wenn dann der Sommer da ist, dann zieht es mich – schon ab dem Frühling – wieder abends nach draußen. Irgendwann kommt dann der Moment, in dem wir völlig panisch auf das Verfallsdatum der Bockbiere schauen und uns einen Plan überlegen müssen, wie wir die guten Säfte am besten vernichten, ehe sie möglicherweise schlecht werden.

So geht das jedes Jahr. Wenn man keine Sorgen hat, dann muss man sich halt welche konstruieren!

Michael Horling
redaktion@inundumsw.de







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