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Tausche Dorfrocker gegen Hans Beimer


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Ein paar Tage ist es nun her, als die Meldung veröffentlicht wurde. Eine Schocknachricht, von der ich mich erst einmal erholen musste. Die Lindenstraße wird abgesetzt. 2020 läuft die letzte Folge. Nach dann 34 Jahren.

Zuschauerinteresse und die Sparzwänge der ARD wären nicht vereinbar mit den Produktionskosten, lautete die Begründung. Zwei Tage, nachdem das bekannt wurde, lief Folge 1695. Ich habe jede einzelne bislang von der ersten bis zur letzten Minute gesehen, habe seit 1985 nicht eine einzige Folge verpasst. Ich habe mich immer gut unterhalten gefühlt, habe zuletzt bei Tod von Hans Beimer ein paar Tränen verdrückt, so wie vor drei Jahren, als Erich Schiller starb. Ich habe mit Jack getrauert, als Roberto Buchstab starb, ich habe ehrlich geweint, als Alex Behrend seine Josefine Stadler so tragisch verlor. Ich war ein bisschen in Dominique Mourrait verknallt. Ich habe Panaiotis Sarikakis in seiner Kneipe in Berlin besucht und mich mit Helga Beimer im Bad Kissinger Rosengarten ablichten lassen.

Und nun soll das bald enden? Warum? Kann die Produktion einer wöchentlichen Serie, in der selten mehr als 15 Personen gleichzeitig mitspielen, in der es keine Action gibt, keine Stunts, für die keine Milliarden für die Übertragungsrechte notwendig sind – kann das denn wirklich so teuer sein?


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Ich schaue in meine Fernsehzeitung. Am 1. Dezember kommt „Das Adventsfest der 100.000 Lichter“ im Ersten. Über drei Stunden und angeblich live. Florian Silbereisen moderiert aus Suhl. Die Kelly Family ist dabei, Michelle Hunziker, der unverwüstliche Strubbelgeiger André Rieu. Obwohl Mireile Mathieu sicherlich vollplayback singt, wird sie auf der Bühne stehen mit 28 Musikern, die alle so tun, als würden sie Schlagzeug oder Gitarre spielen oder im Hintergrund trällern. Warum spart die ARD nicht erstmal bei diesen Statisten ein?





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Womöglich kommt auch Helene Fischer vorbei, für die man in der Halle dann ein extra Zirkuszelt aufbaut, damit sie am Trapez turnen kann, während sich „Atemlos“ ein weiteres Mal abnutzt. Irgendwann entern die Dorfrocker die Bühne, singen das Lied vom lustigen Weihnachtsmann, der so schön furzen kann, und alle in Suhl schunkeln beim vierten Glühwein. Tausche Dorfrocker gegen Hans Beimer.

Die ARD zahlt Millionen, damit sie Fußballspiele zeigen kann. Die Öffentlich-Rechtlichen finanzieren hoch bezahlte Journalisten, damit sie für die dritten Programme Nischenfernsehen machen, das Minderheiten sehen. Natürlich wäre das alles nicht finanzierbar, würde man nicht jeden Bürger zu einer Abgabe zwingen. Früher nur denjenigen, der einen Fernseher oder Radio zuhause stehen hat. Das Argument, man schaut nur Privatfernsehen oder DVD´s, zählte nicht. Nun ist jeder Haushalt zum Zahlen des Rundfunkbeitrags verpflichtet. 17,50 Euro pro Monat. Wäre das nicht der Fall, müsste der öffentlich-rechtliche Rundfunk in die Knie gehen. Eigentlich ist es ein Witz!

Bei der Lindenstraße einzusparen ist die einfachste Lösung. Einfach weg damit und tschüss. Doch die Fans wehren sich. Schon Freitag startete die erste Online-Petition. Ein Stück Deutsches Fernseh-Kulturgut darf nicht sterben. Ich war einer der ersten, der unterschrieben hat, und werde – wenn es bei der Entscheidung bleiben sollte – künftig alles mit unterstützen, damit der Zwangsbeitrag für die Öffentlich-Rechtlichen endlich gekippt wird.

Michael Horling
redaktion@inundumsw.de







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