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Zweimal NEIN für die Zukunft von Schweinfurt


LRASW Am Main daheim

Braucht Schweinfurt eine Landesgartenschau? Ein klares „Nein“, ist meine Antwort. Die Fläche, in absoluter Filet-A-Lage in der Stadt Schweinfurt nahe dem Fachhochschul-Neubau mit seinem ersten Lehrstuhl für Robotik muss als Erweiterungsfläche und als Bauland freigehalten werde. Eine Bindung der Flächen über viele Jahrzehnte ist hingegen ein Wachstumshemmschuh für die weitere Stadtentwicklung. Und wir wollen unseren Kindern doch eine Stadt mit Potential für die Zukunft hinterlassen!

Ich habe die Landesgartenschauen in Bayreuth und Würzburg erlebt. Viele langweilige Fußwege zwischen den Stationen, wobei der Unterhalt der Blumen ein Vermögen für den städtischen Haushalt kosten würde. Wie soll man diesen Kostenaufwand den Bürgern im Höllental, um den Schuttberg oder am Bergl, deren Parks in keinem gepflegten Zustand sind, erklären?

Die Spielanlagen bei der LGS in Würzburg, insbesondere die Wasserparks, waren freilich spektakulär, anders als bei dem Pendant in Bayreuth. Doch sicher auch teuer in der Erhaltung! Ist ja schön, wenn die Touris davon profitieren; was ist aber mit unseren Leuten in Schweinfurt? Wenn man vor Ort viele Jahre gebraucht hat, um den Wasserspielplatz hinter der Wohnscheibe wieder in Gang zu setzen, wie lange wird eine Reparatur dauern, wenn diese Spielgeräte im neuen Schweinfurter Park kaputt sind? Soll die Stadt Schweinfurt – wo bei den Haushaltskosten immer wieder leidenschaftlich über die Höhe des Zuschusses zum Tierheim oder dem Frauenhaus diskutiert wird – wirklich Millionen in dieses Millionengrab LGS kippen? Die Würzburger Nachbarn werden lange an ihrer LGS abbezahlen müssen.


Kindertafel


Sozial ist die LGS auch nicht, denn bei Eintrittspreisen geschätzt über 10 €/Person während der LGS und einem zu erwartenden Parkplatzchaos, da Bahnhof und Parkplätze nicht in ausreichender Zahl vorhanden sind, haben die Anwohner vom Musikerviertel erstmal nichts von dem Park. Außer vielleicht den einen oder anderen Wildpinkler im Vorgarten oder Wildparker vor der Einfahrt. Auch eine Dauerkarte für den Besuch würde vermutlich mehrere hundert Euro kosten – so war es zumindest in Würzburg. Die Stadträte haben noch nichts dazu gesagt, ob die Anwohner freien Eintritt zur LGS bekommen. Im Umkehrschluss: Es wird ihn nicht geben!





Wie wirst Du beim Bürgerentscheid abstimmen?

Nicht nur die Anwohner, auch die Innenstadt hat auch (fast) nichts von einer LGS, da sie zu weit weg ist: Die Idee mit den bunten Fußtritten Besucher gen Innenstadt zu führen, ist eine reine Phantasievorstellung. Praktisch kein Besucher wird diesen Fußmarsch auf sich nehmen. Warum auch? Die LGS hat eigene Essensangebote oder -stände, die aber geschmacklich nur Einheitsbrei bieten und freilich völlig überteuert werden seien. Pizza, Pasta, Schnitzel und der Schoppen für fast fünf Euro, wie langweilig.

Und wenn die LGS ihre Zelte abgebrochen hat, dann haben die Bürger im Musikerviertel vielleicht auch nichts vom hinterlassenen Park, wenn er nicht gepflegt wird. Wohlmöglich wird er in den Abendstunden sogar Anziehungspunkt für Gesindel. Besser wäre es stattdessen die bereits vorhandenen Grünflächen und Spielplätze im Musikerviertel aufzuhübschen; kostengünstiger wäre es allemal! Von dem eingesparten Geld könnte man auch noch einen Stadtteilpolizisten und einen Sozialarbeiter bezahlen.

Es stellt sich die Frage, welche Vorteile eine Landesgartenschau überhaupt hat. Es empfiehlt sich, die aktuellen Planungen in dem Bereich anzusehen. Die dort bereits geplante Carus-Allee hat schon parkähnliche Züge. Für was dann noch eine LGS? Schweinfurt braucht heute vorallem Flächen für weiteren Wohnraum. Die Bürger sollen mangels vorhandenem Bauland nicht gezwungen sein im Landkreis zu bauen. Wer Schweinfurts Entwicklung also nicht verbauen will, der muss bei der – zudem noch umständlich formulieren – Frage 1 mit „NEIN“ stimmen.

Aber auch „Frage 2“ sollte mit NEIN beantwortet werden: Ein Stadtwäldchen auf gerade mal 7 ha ist laut allen Experten naturschutzrechtlich Unsinn, weil auf einer so kleinen Fläche kein Wald im biologischen Sinne entstehen kann. Von der Größe wären das gerade mal zehn Fußballfelder. Ein Wäldchen dort ist auch nicht sonderlich attraktiv. Dass sich auf der kleinen Fläche Rehe oder Wildschweine ansiedeln ist natürlich völlig ausgeschlossen. Und wird das Wäldchen nicht ständig gesäubert, fliegen dort bald Mc Donald´s Tüten oder anderer Unrat herum. Zur Freude der Ratten und anderem Ungeziefer.

Auf dem Waldboden sitzt es sich zudem auch nicht sonderlich bequem. Die Bäume werden manchem Stadionbesucher auf dem Nachhauseweg vielmehr zum raschen Toilettenbesuch „gute“ Dienste tun, einschließlich der jeweiligen geruchsintensiven Hinterlassenschaften. Die armen Anwohner! Und wenn man die bepflanzten Flächen wirklich mal zur Bebauung braucht? Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was dann los ist. Ein Teil der Gruppierungen, die jetzt vehement für die LGS eintreten, würden vermutlich auf die Barrikaden gehen. Bilder, wie vom Hambacher Forst kommen mir da in den Sinn. Auch wenn es nicht so schlimm wird; klimapolitisch bringt so ein Stadtwäldchen faktisch auch nichts. Besser wäre es das Kirchturmdenken einzustellen und sich für den Erhalt und die Aufforstung der Wälder in unserer wunderschönen Region Main-Rhön einzusetzen.

Wer nichts von beiden Projekten hält, der sollte daher als politisches Signal die Stichfrage streichen. Viele Streichungen werden Ihren Eingang in die Vermerke der Wahlbüroleiter finden und darüber zu den Ohren und Köpfen der Stadträte. Freilich kann man die dritte Frage als Stichentscheid auch einfach unbeantwortet lassen. Das Signal kann sein: Steckt das Geld lieber in die Bekämpfung der Kinderarmut, in unsere Schulen oder in Projekte, die unsere Stadt wirklich voranbringen.

Der Text stammt vom Betreiber des Facebook-Blog „LGS und Stadtwäldchen NEIN danke“, Rechtsanwalt Christopher Richter

www.facebook.com/keineLGSinSchweinfurt/







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2 Kommentare

  1. Ich kann diesen Beitrag nur zustimmen. Sollte der Volksfestplatz hier nicht verlegt werden?

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