AWO: „Bayern verliert sein soziales Gesicht: Das Krippengeld darf nicht gestrichen werden“
BAYERN – Nachtragshaushalt 2025: Dringende Forderungen der AWO
Die Landesvorsitzenden der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Bayern, Nicole Schley und Stefan Wolfshörndl, begrüßen grundsätzlich die geplante Stärkung von Strukturen durch zusätzliche Gelder, betonen jedoch, dass es konkrete Maßnahmen braucht, um drängende Probleme zu lösen. Anlässlich der Beratungen des Bayerischen Landtags zum Nachtragshaushalt 2025 äußerten sie ihre Erwartungen und Kritikpunkte.
Finanzierungslücken schließen und soziale Gerechtigkeit stärken
Im Bereich der Kinderbetreuung fordern Schley und Wolfshörndl, die Finanzierungslücke im Kitabereich zu schließen, um langfristige Stabilität zu gewährleisten. Besonders wichtig sei zudem, die Eigenanteile in der Altenpflege zu reduzieren, indem der Freistaat die Investitionskosten übernimmt. Weiterhin müsse der Ausbau von Kurz- und Tagespflege vorangetrieben werden, um pflegende Angehörige besser zu entlasten.
Auch die geplante Zusammenlegung von Krippen- und Familiengeld ab 2026 sehen sie kritisch. Diese Umstellung, die eine einheitliche Zahlung von 3.000 Euro jährlich pro Kind vorsieht, würde Familien mit niedrigerem Einkommen benachteiligen. Schley und Wolfshörndl fordern stattdessen die Beibehaltung des einkommensabhängigen Krippengelds und die Abschaffung des Familiengelds. Die so freigesetzten Mittel sollten in die Finanzierung der Kitas fließen, was allen Familien zugutekäme.
Landespflegegeld reformieren statt kürzen
Das Landespflegegeld, derzeit 1.000 Euro jährlich für Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2, soll laut den Plänen auf 500 Euro reduziert werden. Die AWO schlägt vor, diese Leistung einkommens- und vermögensabhängig zu staffeln, um eine gerechtere Verteilung zu gewährleisten. Darüber hinaus plädieren sie für eine staatlich finanzierte Lohnersatzleistung für pflegende Angehörige, ähnlich dem Elterngeld, sowie für eine stärkere Entlastung durch mehr Tages- und Kurzzeitpflege.
Fazit der AWO
„Kürzungen allein sind keine Lösung“, betonen Schley und Wolfshörndl. Stattdessen müsse Bayern sowohl für soziale Gerechtigkeit als auch für eine nachhaltige finanzielle Unterstützung der Pflege- und Betreuungsinfrastruktur sorgen.
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