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3,7 Prozent Arbeitslosenquote im September: Ein leichter Rückgang, trotz Corona


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SCHWEINFURT / MAIN-RHÖN – In der Region Main-Rhön zeichnete sich im September eine leichte positive Arbeitsmarktentwicklung ab. Es waren 9.267 Menschen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote erreichte im September 3,7 Prozent. Noch im August waren 667 Menschen mehr arbeitslos gemeldet und die Quote lag mit 4,0 Prozent um 0,3 Prozentpunkte höher.

Im Vergleich zum Vormonat konnten im September fast alle von der Statistik ausgewiesenen Personengruppen von der positiven Entwicklung des Arbeitsmarktes profitieren. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit war jedoch in der Gruppe der Personen unter 25 Jahren am stärksten ausgeprägt. Im Berichtsmonat wurden 1.057 arbeitslos gemeldete jungen Menschen unter 25 Jahren gezählt. Damit waren 388 Jugendliche (26,9 Prozent) weniger arbeitslos als im Vormonat. Dieser Rückgang ist zu dieser Jahreszeit üblich (Minus 24,2 Prozent in 2019).


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„Die Zahlen belegen, dass der Berufseinstieg für einen Großteil der Ausbildungsabsolventen, auch in Zeiten der Corona-Krise in unserer Region, größtenteils reibungslos verläuft. Ebenso bleibt die duale Ausbildung eine zentrale Stütze der Fachkräftesicherung für die meisten regionalen Unternehmen. Etliche Jugendliche entscheiden sich für eine Zweitausbildung oder wollen das Abitur über eine Berufsoberschule nachholen und melden sich dann aus der Arbeitslosigkeit ab. Zusätzlich stellen die Betriebe neue Mitarbeiter verstärkt nach der Sommerpause ein. Weiterhin zeigt sich, wie schon in den vergangenen Monaten, dass sich das Instrument Kurzarbeit bewährt hat und die Auswirkungen der Krise deutlich abmildert“, erläutert Walter Seit, stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit Schweinfurt.


Im Vorjahr lag das Niveau der Arbeitslosigkeit allerdings niedriger. Damals wurden 1.732 weniger Arbeitslose gezählt und die Arbeitslosenquote lag bei 3,0 Prozent. Damit liegen wir im September wieder auf dem Niveau von 2016. Im September war einiges an Bewegung am Arbeitsmarkt zu verzeichnen. Dies spiegelte sich im Zugang aus Beschäftigung und bei den Arbeitsaufnahmen wider. Es meldeten sich 1.059 Menschen in Erwerbstätigkeit ab. Die Zugänge aus Erwerbstätigkeit in Arbeitslosigkeit lagen mit 990 Personen leicht darunter.

Die Arbeitslosenzahlen nach Regionen:
Arbeitslose Arbeitslosen- Veränderung in %-Punkten
Anzahl absolut Quote zum Vormonat zum Vorjahr

AA Schweinfurt 9.267 3,7 % – 0,3 + 0,7

Stadt Schweinfurt 2.065 7,2 % – 0,4 + 1,0

Lkr. Schweinfurt 1.876 2,8 % – 0,3 + 0,4

Lkr. Bad Kissingen 2.094 3,6 % – 0,2 + 0,7

Lkr. Rhön-Grabfeld 1.494 3,3 % – 0,2 + 0,8

Lkr. Haßberge 1.738 3,4 % – 0,3 + 0,7

Kurzarbeit verhindert weiterhin Arbeitslosigkeit

Das Ausmaß der Anzeigen der Kurzarbeit ist mit aktuell 4.341 Betrieben für 58.332 Arbeitnehmern seit Beginn dieses Jahres weiterhin unvergleichbar hoch. Das liegt an der flächendeckenden Betroffenheit der Wirtschaft in Folge der Pandemie. Zum Vergleich lag während der globalen Wirtschafts- und Finanzmarktkrise 2008/09 die Anzahl der Anzeigen zur Kurzarbeit in der Spitze bei 350 Betrieben mit 25.500 Arbeitnehmern. „Während das bewährte Instrument der Kurzarbeit bisher eine starke Zunahme der Arbeitslosigkeit abmildern konnte und die Betriebe ihre Fachkräfte dadurch halten können, kommt jetzt der Strukturwandel als große Herausforderung für die Unternehmen hinzu. Dies bedeutet in der Regel eine stetige Qualifizierung der Beschäftigten in neuen Technologien. Die Agentur für Arbeit fördert auch in Zeiten der Kurzarbeit die Weiterbildung der Belegschaft. Hierzu können die Arbeitgeber jederzeit auf uns zugehen“, so Seit.

Stellenmeldungen gingen leicht zurück

Im September wurden den Vermittlungsfachkräften im gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und der Jobcenter 672 Stellen neu gemeldet, 182 bzw. 21,3 Prozent weniger als im Vormonat. „Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften ist zu Beginn der Corona-Krise massiv zurückgegangen. Diese war im April, mit einer Nachfrage von 415 sowie im Mai mit 469 Stellenmeldungen, insgesamt regelrecht eingebrochen. Ab dem Monat Juni, mit 572 Stellenzugängen, hat sich die Situation etwas gefangen. Stabilisiert hat sich die Situation der Stellenzugänge in den Monaten Juli mit 865 und August mit 812. Im September ist bei den neu gemeldeten Stellen mit 636 Zugängen, erstmalig seit Beginn der Krise, wieder ein Rückgang von 167 Stellen zu verzeichnen. Im Vergleich zur aktuell beschriebenen Situation wurden im Vorjahresmonat 67 neue Stellen mehr gemeldet“, stellt Seit fest.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften im gesamten Jahr 2020 liegt aufgrund der Corona-Pandemie weiterhin deutlich unter dem Vorjahresniveau. So sind die Stellenmeldungen seit Jahresbeginn mit 6.128 Stellen um 1.757 bzw. 22,3 Prozent zurückgegangen. Insgesamt befinden sich aktuell 3.566 Arbeitsstellen im Stellenpool, 1.471 (29,2 Prozent) weniger als im Vorjahr. Rund 80 Prozent der Stellen im Bestand sind für Fachkräfte und Akademiker ausgeschrieben.

Ausbildungsmarkt

Die Bilanz zum Ende des Berufsberatungsjahres 2019/2020 wird mit den aktuellsten Ausbildungsmarktdaten Anfang November veröffentlicht.

IAB-Arbeitsmarktbarometer: Nicht mehr im negativen Bereich

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist im September um 1,7 Punkte auf 100,1 Punkte gestiegen. Erstmals seit Beginn der Corona-Krise liegt der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) damit nicht mehr im negativen Bereich. „Dies deutet auf sinkende Arbeitslosigkeit in den nächsten Monaten hin. Ein halbes Jahr nach dem Shutdown verbessern sich die Aussichten, Arbeitslosigkeit wieder abzubauen. Eine Rolle spiele dabei aber auch, dass Corona-bedingte Sondereffekte wie die starke Verringerung von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den kommenden Monaten nachlassen dürften.

Die schnelle Erholung der Wirtschaft nach der Aufhebung vieler Corona-Beschränkungen und der Umsetzung umfangreicher staatlicher Stabilisierungsmaßnahmen habe den Abwärtstrend gestoppt. Der Arbeitsmarkt hat sich gefangen, derzeit wird weniger entlassen als vor der Krise. Verzögerte Insolvenzen und die in vielen Staaten steigenden Infektionszahlen stellten aber Risiken dar. Zudem hätten sich aktuell viele Personen vom Arbeitsmarkt zurückgezogen, und die Zuwanderung, die über Jahre das Arbeitskräftepotenzial deutlich erhöht hatte, falle derzeit weitgehend aus“, kommentiert ein Experte des IAB-Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“ die aktuelle Entwicklung am Arbeitsmarkt.

„Der Trend am regionalen Arbeitsmarkt der kommenden Monate ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig, etwa der Weltwirtschaft, dem weiteren Infektionsgeschehen oder der Geschwindigkeit des Strukturwandels. Jede Prognose ist mit vielen Unsicherheiten behaftet – zumal diese Situation kein historisches Beispiel hat. Für den Moment weisen einige Indizes nach oben und signalisieren eine weitere Erholung der Wirtschaft, manche Forschungsinstitute sprechen gar von einer „Trendwende“, zum Beispiel bei der Beschäftigung. Unterm Strich muss man tatsächlich sagen: Angesichts des massiven wirtschaftlichen Schocks zeigt sich der Arbeitsmarkt vergleichsweise robust und erholt sich schneller als erwartet. Dazu trägt auch der massive Einsatz von Kurzarbeit bei“, fasst Seit die aktuelle Situation am regionalen Arbeitsmarkt zusammen.



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