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Applaus alleine reicht nicht: ver.di fordert mehr Lohn und Entlastung für den öffentlichen Dienst


Sparkasse

SCHWEINFURT / MAIN-RHÖN – „Wir, die Kolleginnen und Kollegen, haben den Laden am Laufen gehalten“ so Sinan Öztürk, ver.di Geschäftsführer Schweinfurt. Und eben nicht nur in der Pandemie betont Öztürk. Ohne die Kolleginnen und Kollegen im öffentlichen Dienst geht nichts.

Die Pandemie habe jedoch wie ein Brennglas gewirkt: wie wichtig eine gute Gesundheitsversorgung ist, dass Strom und Wasser eben nicht selbstverständlich aus der Leitung kommt, Busse fahren, Kurzarbeitergeld bearbeitet wird und viele Beispiele mehr. Deshalb erwarten alle Kolleginnen und Kollegen nun eine Lohnsteigerung von 4,8 Prozent und mindestens 150 Euro, schilderte der ver.di Mann.


AOK - Keine Kompromisse

Der öffentliche Dienst ist vielfältig und wichtig für die gesamte Region. Deutlich wurde dies unter anderem durch die ver.di Vertreter beim Pressegespräch. Monika Herrmann sprach für die Beschäftigten der Stadtwerke, Rainer Reichert für den Gesundheitsbereich, Martin Hümmer schilderte die Situation bei den Sparkassen und Alexander Siegel warf einen Blick auf alle Beschäftigten der Stadt Schweinfurt. Alle dankten der Bevölkerung für den Applaus. „Natürlich tut uns dieser gut. Und gerade wir als Gewerkschafter wissen was Solidarität bedeutet“, sagte Alexander Siegel. Er leitete daraus einen Arbeitsauftrag für die Arbeitgeber und damit auch für Politiker ab. „Wir hören seit Wochen und Monaten, auch von politischen Vertretern, wie wichtig wir sind. Dann muss auch etwas auf dem Gehaltskonto ankommen. Davon hören wir vom Arbeitgeberverband nichts und das macht uns wütend“, so Siegel.


Das gelte auch für die Beschäftigten im Leopoldina Krankenhaus und im gesamten Gesundheitsbereich und in der Pflege erklärt Rainer Reichert: wir sind immer da, wir haben uns um die Corona Patienten genauso gekümmert, wie wir uns Tag ein Tag aus um alle Patienten und Bewohner in den einzelnen Einrichtungen kümmern. Systemrelevant waren und sind die Beschäftigten schon immer.

Viel versprochen, viel gebrochen

Reichert, der Betriebsratsvorsitzender des Leo und ver.di Vertrauensmann ist, ärgert sich über die Untätigkeit. Seit Jahren hören wir, insbesondere im Bereich der Pflege, dass es Verbesserungen braucht. Mehr Lohn und eben auch bessere Arbeitsbedingungen. Es tut sich nur nichts oder zu wenig. „Die Beschäftigten haben keine Lust mehr vertröstet zu werden“. Daher begrüße er ausdrücklich, dass die Themen im Gesundheitsbereich zusätzlich an einem Tisch verhandelt werden. Diesen hatte ver.di gefordert, getagt hat er bis dato jedoch noch nicht.

Einen extra Verhandlungstisch gibt es auch für die Sparkassen. Im Gegensatz zum Gesundheitsbereich hatten diesen die Arbeitgeber gefordert. „Bei uns droht nicht nur nichts bis wenig zu bekommen, sondern sogar eine Lohnkürzung. Das macht wütend und fast etwas sprachlos“, schildert Martin Hümmer. Ohne die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wären nicht nur die Bürger in der Pandemie ohne Geld dagestanden. Auch etwa die Hälfte der örtlichen Unternehmen habe die Sparkasse als Hausbank. „Und natürlich haben wir unter hoher Belastung alles getan, damit die Betriebe liquide bleiben.“ Jetzt drohe der Arbeitgeber quasi mit Lohnkürzung: das ist schon ein Schlag ins Gesicht. Dabei würde der ver.di Mann Hümmer am Liebsten über eine nötige Entlastung der Beschäftigten sprechen. „Seit Jahren haben wir bei uns Arbeitsverdichtung, davon müssen wir wegkommen“, so Martin Hümmer.

Was den Laden zusammengehalten konkret bedeutet, machte Monika Herrmann von den Stadtwerken klar: „was hätten wir alle als Bürgerinnen und Bürger mit unseren massenhaft gekauften Nudeln gemacht, wenn weder Strom, Gas noch Wasser fließt. Das waren die Beschäftigten der Stadtwerke, also wir im öffentlichen Dienst.“ Wie alle ver.di Vertreter ärgert sich auch Monika Herrmann über die Aussage es sei kein Geld da. „Das hören wir eigentlich immer. Auch in wirtschaftlichen guten Zeiten.

Zum anderen sei es auch der politische Druck der Gewerkschaft ver.di gewesen, der nun das große Konjunkturpaket des Bundes für die Kommune ermögliche. Das ist auch richtig, weil wir jetzt eine starke Binnenkonjunktur brauchen und die gibt’s nur mit guten Löhnen bzw. deren Steigerung“, davon ist Monika Herrmann überzeugt. Zudem mache sie sich Sorgen. „Wir sind mit der sogenannten privaten Wirtschaft nicht konkurrenzfähig. Wir brauchen jetzt die Fachkräfte von morgen und daher muss der öffentliche Dienst aufholen, was in der privaten Wirtschaft schon jetzt bezahlt werde.“

Davon ist auch Marietta Eder überzeugt. Sie schilderte die Forderung der Jugend. „Alle Berufe brauchen eine Ausbildungsvergütung und die muss um 100 Euro steigen. Viele kommunale Arbeitgeber haben es noch nicht erkannt und wollen die Azubis nicht übernehmen. Daher fordern wir dies tariflich. Ebenfalls wie das ÖPNV Ticket.

Verhandlungen am Wochenende

Öztürk blickte auf die anstehenden Termine. „Am kommenden Samstag und Sonntag wird weiterverhandelt. Leider liegt kein Arbeitgeberangebot vor. Bis jetzt kennen wir nur einige Grausamkeiten der Arbeitgeber. Für uns ist klar: wir wollen 4,8 Prozent mehr Lohn für die nächsten 12 Monate, mindestens 150 Euro. Ein ebenso wichtiges Thema ist die Entlastung, die es in allen Bereichen braucht. Dies könne über freie Tage beispielsweise geregelt werden.

Er habe manchmal den Eindruck, als ob Vertreter des vka ver.di aufgrund der Pandemie für handlungsunfähig halten. „Wir haben alleine schon bei der Forderungsdiskussion, die teilweise online lief, gezeigt: wir sind bereit. Jetzt seid ihr dran Arbeitgeber!



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