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Das Ausbildungssystem durchlässig machen: „Mensch inklusive“ startet Zertifikatslehrgänge für Menschen mit Behinderung


Kanal-Türpe

HASSFURT / SCHWEINFURT – „Kein Talent darf verloren gehen“, betonte Wilhelm Schneider. Talente, das waren für den Landrat des Landkreises Haßberge in diesem Fall Svenja Kaufmann, Theresa Dietz und Marie-Therese Köberl. Die drei jungen Frauen arbeiten im Rahmen des von der Lebenshilfe Schweinfurt initiierten Projekts „Mensch inklusive“ in verschiedenen Kindergärten in der Region.

Am Donnerstag hat Schneider ihnen die Unterrichtsmaterialien für den Zertifikatslehrgang „Assistenzkraft in der Kindertagesstätte“ überreicht und damit den offiziellen Startschuss für eine 12-monatige Zusatzqualifizierung gegeben.


AOK - Keine Kompromisse

Entwickelt hat diese unter anderem das Netzwerk Zertifikatslehrgänge mit Sitz in Bamberg. Das Netzwerk ist ein Zusammenschluss von 17 bayerischen Werkstätten für Menschen mit Behinderung, darunter auch „Mensch inklusive“. Es bietet derzeit neben dem Zertifikatslehrgang im Bereich der Kindertagesstätten auch Lehrgänge für die Fahrzeugreinigung, das Gast- und Baugewerbe, Seniorenheime und Pflegeeinrichtungen an. Alle Zertifikatslehrgänge sind in Zusammenarbeit mit der Bamberger Caritas-Fachakademie für Sozialpädagogik, der HWK und IHK für Oberfranken oder den Bamberger Akademien für Gesundheits- und Pflegeberufe entstanden. Die Lehrgänge umfassen jeweils über 100 Stunden Unterricht und über 350 Praxisstunden im Betrieb, in dem der jeweilige Teilnehmer arbeitet. Nach einem Jahr schließen sie mit einer Prüfung ab.

Bestehen die Teilnehmer diese, erhalten sie ein deutschlandweit anerkanntes Zertifikat der Einrichtung, die die Prüfung abnimmt. Das kann zum Beispiel eine örtliche IHK oder HWK sein. Bei Kaufmann, Dietz und Köberl wird es die Haßfurter Sankt-Christophorus-Fachakademie für Sozialpädagogik sein. In deren Innenhof überreichte Landrat Schneider auch die Unterrichtsmaterialien im Beisein unter anderem von Mareike Suchy. Sie ist Dozentin an der Fachakademie und wird Kaufmann, Dietz und Köberl im April 2021 prüfen. Zur Abschlussfeier will dann auch die bayerische Staatsministerin Carolina Trautner kommen. Sie ist die Schirmherrin des Netzwerks. Unterrichtet werden Kaufmann, Dietz und Köberl bis dahin von Matthias Pfuhlmann, Inklusionsbegleiter bei „Mensch inklusive“.


Das Netzwerk Zertifikatslehrgänge möchte das deutsche Ausbildungssystem auch in Bayern für Menschen mit Behinderung durchlässig machen. Peter Pratsch, Projektleiter von „Mensch inklusive“, ist sich sicher, dass dies gelingen wird: „Die Zertifikatslehrgänge sind der erste Qualifizierungsnachweis für diesen Personenkreis, der bundesweit anerkannt ist.“ Zudem eröffne ein erfolgreich abgeschlossener Zertifikatslehrgang den Teilnehmern auch sich anschließende, weitere Qualifizierungsmöglichkeiten. Umso mehr freut sich Pratsch, dass noch diese Woche auch die ersten Teilnehmer von „Mensch inklusive“ in Bad Kissingen und Schweinfurt ihre Zertifikatslehrgänge für die Assistenzkraft im Gastgewerbe und im Seniorenwohnheim beginnen werden.

Marie-Therese Köberl arbeitet bereits seit 2016 im Rahmen von „Mensch inklusive“ in der Ebelsbacher Caritas-Kita St. Magdalena. Die 25-Jährige ist zufrieden, dass der Zertifikatslehrgang „Kindertagesstätte“ nun losgeht. „Das ist wie eine kleine Ausbildung, mit der ich mich weiterentwickeln kann“, sagt sie.

Das von der Lebenshilfe Schweinfurt 2012 gestartete Projekt „Mensch inklusive“ vermittelt Menschen mit Behinderung wohnortnahe Arbeitsplätze in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarkts. Hierfür gleichen Projekt-Mitarbeiter die Fähigkeiten und Wünsche eines Menschen mit Behinderung mit den Erwartungen eines potenziellen Arbeitgebers ab. Dann bringen die Mitarbeiter die passenden Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammen. Für das Netzwerk Zertifikatslehrgänge fungiert „Mensch inklusive“ darüber hinaus auch als Koordinationsstelle für Unterfranken: Werkstätten für Menschen mit Behinderung in der Region, die sich dem Netzwerk Zertifikatslehrgänge anschließen wollen, vermittelt „Mensch inklusive“ zu den entsprechenden Prüfgremien und koordiniert die jeweiligen Prüfungen vor Ort.

Auf dem Bild (Foto: Reto Glemser): Es geht los: Theresa Dietz, Marie-Therese Köberl und Svenja Kaufmann halten die Ausbildungsunterlagen für den Zertifikatslehrgang „Assistenzkraft in der Kindertagesstätte“ in Händen. Wilhelm Schneider (5. v. l.), der Landrat des Landkreises Haßberge, hat sie ihnen überreicht. Mareike Suchy (3. v. l.), Dozentin an der Haßfurter Sankt-Christophorus-Fachakademie für Sozialpädagogik, wird den drei Frauen in einem Jahr die Abschlussprüfung für den Lehrgang abnehmen. Unterrichtet werden sie bis dahin von Matthias Pfuhlmann (l.), Inklusionsbegleiter bei „Mensch inklusive“. Peter Pratsch (2. v. l.), Leiter des von der Lebenshilfe Schweinfurt gestarteten Projekts „Mensch inklusive“, freut sich: „Die Zertifikatslehrgänge sind der erste Qualifizierungsnachweis für Menschen mit Behinderung, der bundesweit anerkannt ist.“



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