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Der Arbeitsmarkt im Juni: Unveränderte Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent – trotz Corona-Pandemie


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SCHWEINFURT / MAIN-RHÖN – Die Ausbreitung des Corona-Virus versetzte die regionale Wirtschaft und den Arbeitsmarkt innerhalb kürzester Zeit in den Ausnahmezustand. Gemessen an der Größe des wirtschaftlichen Schocks hielt sich die Reaktion der Arbeitsmarktzahlen in der Region Main-Rhön vergleichsweise in Grenzen. Im Juni stagnierte die Arbeitslosigkeit am regionalen Arbeitsmarkt im Vergleich zum Vormonat.

Die Arbeitslosenquote blieb mit 3,8 Prozent stabil. Im Berichtsmonat waren 9.525 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 66 Personen (0,7 Prozent) weniger als im Vormonat.


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Die Ursache für die leicht positive Entwicklung am Arbeitsmarkt war sowohl, das Weniger an Zugängen in Arbeitslosigkeit als auch die Zunahme der Abgänge in Beschäftigung. So stiegen die Abgänge in Erwerbstätigkeit um 181 Personen (28,8 Prozent), während gleichzeitig die Zugänge (aus Erwerbstätigkeit) in Arbeitslosigkeit um 250 Personen (23,7 Prozent) im Vergleich zum Vormonat abnahmen.


„Die Coronavirus-Pandemie hat den regionalen Arbeitsmarkt in den vergangenen Wochen stark geprägt. Trotz Aufhebung des „Lockdowns“ befinden sich rund ein Drittel der regionalen Betriebe noch in Kurzarbeit. Wirtschaftliche Unsicherheiten und Kurzarbeit bremsen die Neueinstellung von Arbeitskräften teilweise aus. Durch die Pandemie steht derzeit natürlich die Frage der wirtschaftlichen Existenzsicherung im Vordergrund. Jetzt gilt es soweit möglich, antizyklisch zu handeln und frühzeitig in Neueinstellungen zu investieren. So gesehen bietet die aktuelle Lage für Unternehmen eine Chance Arbeits- und Fachkräfte für sich zu sichern“, erläutert Thomas Stelzer, der Leiter der Agentur für Arbeit Schweinfurt, die Situation.

Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete die Arbeitslosigkeit einen Anstieg von 2.394 Personen. Dies entsprach einem Zuwachs von rund einem Drittel. Vor einem Jahr waren 7.131 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen und die Arbeitslosenquote lag im Juni 2019 bei 2,9 Prozent. Wie bereits im Vormonat beobachtet, waren von den Auswirkungen der Corona-Pandemie, einige von der Statistik ausgewiesene Personengruppen im Vergleich zu den Vorjahresveränderungen besonders stark betroffen. Mit einem Plus von 606 Personen (20,4 Prozent) betraf dies die Personengruppe der älteren Menschen (50 Jahre und älter) sowie die Personengruppe der Jugendlichen (Jüngere 15 bis 25 Jahre) mit einer Zunahme von 352 Personen (50,4 Prozent). Die Personengruppe der ausländischen Bürger wies mit einem Plus von 535 Personen (37,6 Prozent) ebenso eine Zunahme im Vergleich zum Juni 2019 aus.

Arbeitslose Arbeitslosen- Veränderung in %-Punkten

Anzahl absolut Quote zum Vormonat zum Vorjahr

AA Schweinfurt 9.525 3,8 % +/- 0,0 + 0,9

Stadt Schweinfurt 2.147 7,5% + 0,1 + 1,4

Lkr. Schweinfurt 1.978 3,0 % +/- 0,0 + 0,8

Lkr. Bad Kissingen 2.165 3,7 % +/- 0,0 + 0,9

Lkr. Rhön-Grabfeld 1.524 3,3 % – 0,1 + 1,0

Lkr. Haßberge 1.711 3,4 % +/ – 0,0 + 0,9

Die regionalen Unternehmen setzten weiterhin auf Kurzarbeit

Viele Arbeitgeber im Arbeitsagenturbezirk Schweinfurt nutzten weiterhin Kurzarbeit, um ihre Mitarbeiter zu halten und Arbeitsplätze zu sichern. Seit Anfang des Jahres zeigten 4.205 Betriebe Kurzarbeit an. Dies entsprach rund einem Drittel der 10.955 Unternehmen in der Region. Insgesamt bezogen sich die Anzeigen aktuell auf 51.061 Personen. Nach wie vor sind besonders die Branchen Kunst, Unterhaltung und Erholung sowie das Gastgewerbe von Kurzarbeit betroffen. Hier wurde für neun von zehn Personen Kurzarbeit angezeigt. Ebenfalls stark betroffen waren, mit sechs von zehn Beschäftigten, die Branchen Erbringung von sonstigen Dienstleistungen (insbesondere Friseure, Wäschereien, Bäder, Saunen, Gebäudereinigung und die Sicherheitsbranche).

Mit vier von zehn Personen waren die Zeitarbeitsbranche, die Branche Verkehr und Logistik sowie der Handel und die Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen bei den Anzeigen zur Kurzarbeit vertreten. Das verarbeitende Gewerbe, das Baugewerbe, die Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen sowie das Grundstücks- und Wohnungswesen wiesen eine Betroffenheit mit drei von zehn Arbeitnehmern aus. „Die Corona-Krise trifft Wirtschaft und Arbeitsmarkt schon jetzt deutlich härter als die Finanzkrise von 2009. So sind heute wesentlich mehr Branchen von Kurzarbeit betroffen als damals. Die Zahl der Entlassungen hält sich bislang in Grenzen. Die Tatsache, dass sehr viele Branchen deutlich stärker auf Kurzarbeit als auf Entlassungen setzen, zeigt, dass die Betriebe überwiegend gewillt sind, ihr Personal zu halten“, so Stelzer.

Trotz Corona-Krise stieg die Nachfrage nach Arbeitskräften den zweiten Monat leicht an

Die Vermittlungsfachkräfte im gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und der Jobcenter nahmen bis zum Stichtag 601 neue Suchanfragen nach Arbeitskräften von Arbeitgebern an. Das waren 67 Stellenzugänge oder 12,5 Prozent mehr als im Vormonat.

„In den ersten Wochen nach dem Corona-Shutdown kam es zu ersten Anpassungen der Arbeitskräftenachfrage. Dies geschah weniger durch Entlassungen als vielmehr durch das Aussetzen von Neueinstellungen. Dennoch war im Juni eine erste positive Bewegung auf dem Stellenmarkt erkennbar. Die Stellenmeldungen stiegen im Mai und im Juni leicht an. Die Branche Gesundheits- und Sozialwesen wies ein Plus von 39 Stellen aus. In der Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen war ein Plus von 25 Stellen sowie in der Gastronomie ein Plus von 19 Stellen, im Vergleich zum Vormonat, zu verzeichnen“, kommentiert Stelzer.

Der Stellenzugang von 3.885 Stellen seit Jahresanbeginn, liegt mit einem Minus von 1.336 Stellen um fast ein Viertel unter dem Vorjahreswert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren im Zugang es 277 Stellen oder knapp ein Drittel weniger.

Mit einem Rückgang bei den Stellenzugängen ging auch eine Reduzierung des Stellenbestandes einher. Mit 3.528 Arbeitsangeboten sank dieser Bestand im Vergleich zum Vormonat um 121 Stellen (minus 3,3 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr waren dies 1.530 Stellen weniger (minus 30,2 Prozent). Gesucht waren in der Mehrzahl Fachkräfte (62 Prozent dies entsprach 2.200 Stellen) und 18 Prozent (637 Stellen) betrafen sogenannte Experten- bzw. Spezialisten-Stellen. Lediglich 20 Prozent (691 Stellen) der Stellengesuche waren Helferstellen.

Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe ist weiterhin hoch

Den Jugendlichen stand noch eine große Auswahl an Ausbildungsplatzangeboten zur Auswahl. Jedem bisher unversorgten Bewerber standen rein rechnerisch 1,8 unbesetzte Ausbildungsstellen (Juni 2019: 2,2) zur Verfügung. In den Branchen kaufmännische Dienstleistungen, Handel, Vertrieb sowie Tourismus gab es noch 433 freie Ausbildungsangebote und in der Rohstoffgewinnung, Produktion sowie Fertigung noch 383 freie Ausbildungsplätze. Ähnlich günstig verhielt es sich für die Bewerberinnen und Bewerber in den Branchen Bau, Architektur, Vermessung sowie Gebäudetechnik hier waren noch 277 Ausbildungsplätze für die jungen Menschen zur Besetzung ausgeschrieben.

Von Oktober 2019 bis Juni 2020 meldeten sich bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern 2.470 Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildungsstelle, 311 weniger (minus 11,2 Prozent) als im Vorjahreszeitraum. Von diesen waren 823 Personen im Juni noch auf der Suche. Das waren 123 Menschen mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig waren 3.820 Ausbildungsstellen gemeldet, 252 Stellen weniger (minus 6,2 Prozent) als vor einem Jahr. Davon waren im Juni noch 1.517 Ausbildungsstellen unbesetzt. Das waren 17 Stellen weniger als vor einem Jahr.

„Die Bundesregierung hat Ende Juni einen „Schutzschirm für Lehrstellen“ beschlossen. Denn es besteht die Sorge, dass die betriebliche Ausbildung einbrechen könnte. Die Unternehmen sollen durch die Ausbildungsprämie ermuntert werden, trotz der Corona-Krise, ihr Ausbildungsengagement weiterhin aufrechtzuerhalten oder auszubauen“, teilt Stelzer mit.

IAB-Arbeitsmarktbarometer: Der schlechte Wert verbessert sich leicht

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer war im Juni gegenüber dem Vormonat um 0,8 Punkte gestiegen. Nach dem Absturz im April ist das der zweite Anstieg in Folge. Allerdings weist der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mit 94,6 Punkten noch immer einen niedrigen Wert aus. „Damit seien kurzfristig weitere Verschlechterungen bei Arbeitslosigkeit und Beschäftigung zu erwarten. Das Tempo verlangsame sich jedoch. Angesichts der schwersten Rezession der Nachkriegsgeschichte bleibt die Arbeitsmarktentwicklung noch vergleichsweise robust, auch durch Kurzarbeit.

Die Herausforderung liege in einer nachhaltigen Trendwende: Der Arbeitsmarkt muss aus der Krise gebracht werden, bevor schlechte Jobchancen für Arbeitslose und Berufseinsteiger zu bleibenden Nachteilen führen“, so ein Experte des IAB-Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“. „Die Corona-Krise hat viele Unternehmen in unserer Region in eine Situation gebracht, die vor wenigen Wochen noch unvorstellbar war. Die Unsicherheit über den Fortgang der Pandemie besteht weiterhin. Einschätzungen zur Entwicklung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt können daher nur unter Annahmen getroffen werden, die mit hoher Unsicherheit behaftet sind. Wenn man die aktuellen Eckdaten des Ausbildungs- und Arbeitsmarktes betrachtet, steht unsere Region Main-Rhön im Vergleich zum übrigen Bundesgebiet vergleichsweise günstig da“, resümiert Stelzer.



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