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Der Arbeitsmarkt in der Region Main-Rhön befindet sich auf schwierigem Erholungskurs


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SCHWEINFURT / MAIN-RHÖN – Die Lage am Arbeitsmarkt in der Region Main-Rhön stabilisierte sich weiter. Im Oktober zeichnete sich zum zweiten Mal in Folge, eine leichte positive Arbeitsmarktentwicklung ab. Es waren 8.801 Menschen arbeitslos gemeldet und die Arbeitslosenquote lag im Oktober bei 3,5 Prozent. Letztmalig war die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Schweinfurt in einem Oktober im Jahr 2010 höher.

Noch im September waren 466 Menschen mehr arbeitslos gemeldet und die Quote lag mit 3,7 Prozent um 0,2 Prozentpunkte höher. Im Vergleich zum Vormonat konnten im Oktober insbesondere die jüngeren Arbeitslosen, im Alter von 15 bis unter 25 Jahren, deutlich profitieren. Hier zeigte sich, dass der Berufseinstieg für einen Großteil der Ausbildungsabsolventen, auch in Zeiten der Corona-Krise in unserer Region, größtenteils reibungslos verläuft. Dies belegte der Rückgang der Arbeitslosigkeit in dieser Personengruppe mit einem Minus von 188 arbeitslosen Jugendlichen (17,8 Prozent).


AOK - Keine Kompromisse

Im Vorjahr lag das Niveau der Arbeitslosigkeit allerdings niedriger. Damals wurden 1.555 weniger Arbeitslose gezählt und die Arbeitslosenquote lag bei 2,9 Prozent. „Der regionale Arbeitsmarkt befindet sich auf einem leichten Erholungskurs. Die Arbeitslosigkeit im Oktober ist im Zuge der einsetzenden Herbstbelebung erneut gesunken. Dennoch steht der regionale Arbeitsmarkt weiter unter Druck. Der Einbruch im zweiten Quartal ist aber bei weitem noch nicht wettgemacht. Zudem bergen die aktuell steigenden Corona-Infektionszahlen Risiken für die Binnennachfrage wie für den Außenhandel. Der Einfluss der Corona-Krise zeigt sich aber weiterhin in einem deutlich höheren Niveau der Arbeitslosigkeit im Vergleich zu 2019. Nach wie vor wird der Arbeitsmarkt durch den massiven Einsatz von Kurzarbeit stabilisiert“, fasst Stelzer, der Leiter der Agentur für Arbeit Schweinfurt, die aktuelle Situation am regionalen Arbeitsmarkt zusammen. Im Oktober war einiges an Bewegung am Arbeitsmarkt zu verzeichnen. Dies spiegelte sich im Zugang aus Beschäftigung und bei den Arbeitsaufnahmen wider. Es meldeten sich 1.016 Menschen in Erwerbstätigkeit ab. Die Zugänge aus Erwerbstätigkeit in Arbeitslosigkeit lagen mit 906 Personen leicht darunter.


Die Arbeitslosenzahlen nach Regionen:
Arbeitslose Arbeitslosen- Veränderung in %-Punkten
Anzahl absolut Quote zum Vormonat zum Vorjahr

AA Schweinfurt 8.801 3,5 % – 0,2 + 0,6

Stadt Schweinfurt 1.937 6,8 % – 0,4 + 0,8

Lkr. Schweinfurt 1.823 2,7 % – 0,1 + 0,4

Lkr. Bad Kissingen 1.989 3,4 % – 0,2 + 0,5

Lkr. Rhön-Grabfeld 1.411 3,1 % – 0,2 + 0,8

Lkr. Haßberge 1.641 3,3 % – 0,1 + 0,7

Kurzarbeit stabilisierte weiterhin den Arbeitsmarkt

Kurzarbeit eröffnet Betrieben eine Möglichkeit, vorübergehende Phasen mangelnder Auslastung zu überbrücken. Betroffene Unternehmen sind dadurch nicht gezwungen ihre Mitarbeiter zu entlassen, sondern profitieren davon, dass ihnen die gut ausgebildeten und eingearbeiteten Fachkräfte erhalten bleiben. Damit sparen sich die Unternehmen vor allem zeit- und kostenintensive Rekrutierung und Einarbeitung von neuen Fachkräften nach einer schwierigen Phase. Betriebe, in denen aus konjunkturellen Gründen Kurzarbeit notwendig wird, zeigen diese bei der Agentur für Arbeit vorab an.

Aktuell ist für 4.342 Betriebe und für 58.724 Arbeitnehmern Kurzarbeit angezeigt worden. Der höchste Eingang an Anzeigen erfolgte seit Januar 2009 im Monat April 2020 mit 3.426 Anzeigen. Für den Monat September 2020 lag der Eingang von Anzeigen auf Kurzarbeitergeld für 24 Betriebe mit 327 Personen vor. Die monatliche Zahl der Neuanzeigen hatte sich seit April kontinuierlich verringert.

Aus der Anzeige ist nicht zu erkennen, wann und in welchem Umfang im Betrieb tatsächlich kurzgearbeitet wird. Für die eingetretene Kurzarbeit muss der Betrieb der Agentur für Arbeit für den jeweiligen Monat innerhalb von drei Monaten einen Antrag auf die Gewährung von Kurzarbeitergeld stellen und die Abrechnungslisten einreichen.

Aktuelle Hochrechnungen unserer amtlichen Statistik zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit der regionalen Unternehmen liegen uns bis zum Monat Juni vor. Demnach wurden im Juni für 2.064 Betriebe mit 29.787 Beschäftigten tatsächlich Kurzarbeitergeld abgerechnet. Die am stärksten in unserer Region von realisierter Kurzarbeit betroffenen Branchen waren die Herstellung von Kraftwagen u.-teilen, der Maschinenbau gefolgt vom Gesundheitswesen. Auffällig ist, dass nach Betriebsgrößen die Kleinstbetriebe (bis 19 Beschäftigte) mit 85 Prozent (2.782 Betriebe) am stärksten von Kurzarbeit betroffen waren. Darüber hinaus befanden sich 348 Kleinbetriebe (20 bis 99 Beschäftigte), 84 Mittelbetriebe (100 bis 499 Beschäftigte) und 11 Großbetriebe (ab 500 Beschäftigte) in Kurzarbeit.

Die Kurzarbeit ist jedoch keineswegs einheitlich über die verschiedenen Abteilungen innerhalb eines Betriebs verteilt. Vielmehr sind bestimmte Bereiche – wie beispielsweise Beschäftigte in der Produktion (46 % Kurzarbeitende*) – besonders häufig von Kurzarbeit betroffen. Dagegen sind z.B. Beschäftigte in der Verwaltung 16 % Kurzarbeitende*), im Bereich der betrieblichen Dienstleistungen (12 % Kurzarbeitende*) sowie im Vertrieb und Marketing (17 % Kurzarbeitende*) seltener in Kurzarbeit.
*IAB Online-Befragung von Beschäftigten – IAB-Kurzbericht 13/2020 – Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)

Arbeitgeber meldeten wieder mehr Stellen

Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften war zu Beginn der Corona-Krise massiv zurückgegangen. Im Oktober wurden den Vermittlungsfachkräften im gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und der Jobcenter 878 Stellen neu gemeldet, 206 bzw. 30,7 Prozent mehr als im Vormonat und 85 Stellen bzw. 10,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. „Zum Ende des dritten Quartals war eine Aufwärtsbewegung auf dem regionalen Stellenmarkt erkennbar. Seit Beginn der Krise wurde im Oktober mit 878 Stellen die höchste Meldung an neuen Stellen verzeichnet“, teilt Stelzer mit.

Gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahresmonat zeigt sich erfreulicherweise eine Zunahme der Stellenmeldungen. Diese positive Entwicklung ist im Vergleich zum Vormonat auf das verarbeitende Gewerbe, mit einem Plus von 11 Stellen (14 Prozent), der Branche Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen mit einem Plus von 53 Stellen (71 Prozent) sowie der Branche der Arbeitnehmerüberlassung mit einem Plus von 111 Stellen (89 Prozent) zurückzuführen. Zu beachten ist, dass in der jetzigen Situation die Arbeitgeber im Schwerpunkt Fachkräfte suchten. Rund 80 Prozent der Stellen im Bestand wurden für Fachkräfte und Akademiker ausgeschrieben.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften im gesamten Jahr 2020 lag aufgrund der Pandemie allerdings weiterhin deutlich unter dem Vorjahresniveau. So gingen die Stellenmeldungen seit Jahresbeginn mit 7.006 Stellen um 1.672 bzw. 19,3 Prozent zurück. Insgesamt befanden sich aktuell 3.752 Arbeitsstellen im Stellenpool, 1.010 Stellenangebote (21,2 Prozent) weniger als im Vorjahr. „Unabhängig von der Pandemie besteht auf dem heimischen Arbeitsmarkt nicht nur in der Pflege und im Handwerk ein hoher Bedarf an Fachkräften, sondern auch in den Bereichen IT. So entwickeln einige Arbeitgeber ihre benötigten Fachkräfte genau passend für die betrieblichen Bedarfe aus der eigenen Belegschaft heraus. Um diese Entwicklung zu unterstützen, wollen wir gemeinsam mit den Arbeitgebern intensiv in die Förderung von Beschäftigten investieren. Wir unterstützen die Unternehmen gerne bei einer weitsichtigen Planung und beraten zu unseren Fördermöglichkeiten“, informiert Stelzer.

Ausbildungsmarkt

Die Bilanz zum Ende des Berufsberatungsjahres 2019/2020 wird mit den aktuellsten Ausbildungsmarktdaten am 4. November veröffentlicht.



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