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IHK-Stimmungsbild: Rund jedes zweite Unternehmen investiert aufgrund der drohenden Gasmangellage im Herbst in Energieeffizienz


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MAINFRANKEN – Wie ein aktuelles Stimmungsbild der IHK Würzburg-Schweinfurt zeigt, spüren viele Firmen bereits heute einen Preisanstieg beim Erdgas. Fast jedes zweite Unternehmen ergreift gezielt Maßnahmen, um sich auf eine potenzielle Gasmangellage im Herbst und Winter vorzubereiten.

Rund zwei Drittel der befragten Unternehmen einer Blitz-Umfrage spüren aktuell einen Preisanstieg beim Erdgas von bis zu 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bei jeder zehnten regionalen Firma hat sich der Gaspreis im vergangenen Jahr sogar mindestens verdoppelt. „Schon heute zeigen sich erhebliche Preisentwicklungen bei der Energie, nicht nur in der Industrie, sondern zunehmend auch in anderen Branchen“, erklärt Dr. Sascha Genders, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Würzburg-Schweinfurt. Laut letzter IHK-Konjunkturumfrage seien die steigenden Energiepreise bereits heute eines der gravierendsten Wirtschaftshemmnisse. „Und wenn länger laufende Versorgungsverträge mit Gas auslaufen oder die Preise weiterhin ansteigen, befürchten wir deutliche Negativfolgen für die Wirtschaftsregion.“ Ein Komplettwegfall von Gas-Importen wäre der ökonomische Super-GAU, so Genders.





In Anbetracht steigender Preise und drohender Engpässe ergreifen viele Betriebe bereite heute Gegenmaßnahmen. Rund jeder Zweite hat bereits in Energieeffizienzmaßnahmen investiert, hauptsächlich betrifft dies die Industrie und das Dienstleistungsgewerbe. Drei von vier Industriebetrieben, die einen sehr hohen Erdgasverbrauch (>1,5 Mio. kWh/a) angegeben haben, haben auch in Energieeffizienz-Maßnahmen investiert. Rund ein Drittel aller Unternehmen hat darüber hinaus in die erneuerbaren Energien investiert, hier stehen ebenfalls die Industrie und die Dienstleistungsbranche an der Spitze. Mehr als jedes zweite Unternehmen plant zudem weitere Maßnahmen, um sich auf eine potenzielle Gasmangellage vorzubereiten. So sollen im Herbst und Winter beispielsweise die Temperaturen in den Verkaufs- und Büroräumen im Rahmen zulässiger Grenzwerte herunterreguliert oder bereits im Sommer die Klimaanlage abgeschaltet werden. Zudem planen viele Firmen damit, die Heizungsanlage umzustellen.


Während viele Betriebe bereits konkrete Maßnahmen ergriffen haben, zeigen die Zahlen aus dem Stimmungsbild der IHK zugleich, dass einige Unternehmen bislang weder in Energieeffizienz-Maßnahmen (38 Prozent) noch in erneuerbare Energien (66 Prozent) investiert haben. Ein Risiko, wie Genders findet: „Das Thema Energie wird immer mehr zum Standortfaktor. Noch haben viele Firmen ausreichend Zeit, um sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Sie sollten dieses Zeitfenster nutzen, denn Herbst und Winter sind schneller da als gedacht.“

Besonders deutlich wird die allgemeine Brisanz einer Gasmangellage beim Blick auf eine weitere Zahl. Nur rund 15 Prozent aller befragten Unternehmen können ihre Produktion oder gewerbliche Tätigkeit auf andere Energieträger (Öl, Holz, etc.) umstellen. Klar ist jedoch auch: Rund jedes zweite befragte Unternehmen (51 Prozent) hat einen Gasverbrauch von weniger als 20.000 kWh/a und dürfte insofern vermutlich gar nicht von möglichen Abschaltungen betroffen sein – zumindest dann, bis es nicht zu einem Totalausfall kommt und die Mittel ausreichen, um eine Zuteilung vorzunehmen. Rund 36 Prozent der Firmen verbraucht bis zu 1,5 Millionen kWh/a, auch sie sind in der Theorie als „geschützte Kunden“ nicht von potenziellen Abschaltungen betroffen.

Ob dies in der Praxis funktioniere, bleibe jedoch abzuwarten, so Genders. Anders schaut es hingegen bei denjenigen Unternehmen aus, die mehr als 1,5 Millionen kWh/a Gas verbrauchen, dies betrifft im IHK-Stimmungsbild rund 13 Prozent aller Unternehmen aus der Region. Sie könnten von einer potenziellen Abschaltung unmittelbar betroffen sein. Ihnen rät Genders daher, sich zeitnah mit dem jeweiligen Versorger in Verbindung zu setzen. „Nehmen Sie frühzeitig Kontakt auf, um mit Ihrem Versorger abzuklären, ob Sie potenziell betroffen wären oder nicht. Die Versorger stehen in regelmäßigem Austausch mit der Bundesnetzagentur und müssen alle Großverbraucher melden.“

Weitere Informationen gibt es auch auf einer IHK-Landingpage unter: www.wuerzburg.ihk.de/themen/russland-ukraine-konflikt/sanktionen-gegen-russland/energiekrise/


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