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Leichter Margenrückgang bei Schaeffler: Umsatz wächst trotz schwierigerer Marktbedingungen


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HERZOGENAURACH / SCHWEINFURT – Der weltweit tätige Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler hat heute seinen Zwischenbericht für die ersten neun Monate des Jahres 2018 veröffentlicht. Im Berichtszeitraum lag der Umsatz der Schaeffler Gruppe bei rund 10,7 Milliarden Euro (Vorjahr: rund 10,5 Milliarden Euro). Währungsbereinigt stieg der Umsatz in diesem Zeitraum um 5,1 Prozent und im dritten Quartal um 3,7 Prozent.

Wie schon im ersten Halbjahr konnten alle drei Konzernsparten und alle vier Regionen in den ersten neun Monaten zum währungsbereinigten Umsatzwachstum beitragen. Hierbei wies wiederum die Region Greater China mit 14,3 Prozent auf währungsbereinigter Basis das stärkste Umsatzwachstum auf.

Die Schaeffler Gruppe erwirtschaftete in den ersten neun Monaten ein Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (EBIT) vor Sondereffekten in Höhe von 1.150 Millionen Euro (Vorjahr: 1.196 Millionen Euro). Dies entspricht einer EBIT-Marge vor Sondereffekten von 10,7 Prozent (Vorjahr: 11,4 Prozent). Im dritten Quartal lag das EBIT vor Sondereffekten bei 355 Millionen Euro (Vorjahr: 416 Millionen Euro), was einer EBIT-Marge vor Sondereffekten von 10,1 Prozent (Vorjahr: 12,1 Prozent) entspricht.


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Das den Anteilseignern zuzurechnende Konzernergebnis betrug im Berichtszeitraum 766 Millionen Euro und lag damit annähernd auf Vorjahresniveau (in Höhe von 791 Millionen Euro). Das Ergebnis je Vorzugsaktie lag bei 1,16 Euro (Vorjahr: 1,19 Euro).





Zum Geschäftsverlauf in den ersten neun Monaten und im dritten Quartal sagte Klaus Rosenfeld, Vorsitzender des Vorstands der Schaeffler AG: „Das dritte Quartal hat erneut gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir sowohl ein Automobil- als auch ein Industriezulieferer sind. Während unser Automotive OEM-Geschäft von der schwachen Marktentwicklung in China betroffen ist, hat sich unser Industriegeschäft auch im dritten Quartal weiter positiv entwickelt. Hier erreichten wir bei überdurchschnittlich hohem Umsatzwachstum eine EBIT-Marge vor Sondereffekten von 12,1 Prozent.“

Automotive OEM mit marktbedingt schwächerem Umsatzwachstum

Die Sparte Automotive OEM erzielte im Berichtszeitraum Umsatzerlöse in Höhe von rund 6,8 Milliarden Euro (Vorjahr: rund 6,7 Milliarden Euro). Währungsbereinigt stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 4,3 Prozent. Damit lag das Wachstum um 3,5 Prozentpunkte über dem durchschnittlichen Wachstum der weltweiten Produktion für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge, die im Berichtszeitraum um 0,8 Prozent gestiegen ist. Nach der positiven Umsatzentwicklung im ersten Halbjahr verzeichnete die Sparte Automotive OEM im dritten Quartal aufgrund eines anhaltend herausfordernden Umfelds in der Automobilbranche im Vergleich zum Vorjahresquartal ein abgeschwächtes Umsatzwachstum in Höhe von 3,2 Prozent. Im dritten Quartal, in dem die globale Automobilproduktion um 2,0 Prozent zurückging, lag die Outperformance bei 5,2 Prozentpunkten.

Das geringere Umsatzwachstum ist insbesondere auf eine schwächere Nachfrage in den Regionen Europa und Greater China zurückzuführen. In Europa waren hierfür vor allem die Produktionsverzögerungen durch die Umstellung auf die neue Abgasnorm WLTP maßgeblich, während sich in China die Zurückhaltung der Verbraucher aufgrund des Handelsstreits mit den USA sowie der verschärften Praxis zur Kreditvergabe bemerkbar machten. Alle vier Unternehmensbereiche der Sparte Automotive OEM trugen auf neun Monate gerechnet zum Umsatzwachstum bei, wobei der Unternehmensbereich „E-Mobilität“ seinen Umsatz währungsbereinigt mit 13,6 Prozent erneut am stärksten steigerte. Trotz der Abschwächung des Umsatzwachstums der Sparte Automotive OEM in der Region Greater China im dritten Quartal war das Wachstum hier mit 9,5 Prozent auch weiterhin am stärksten, gefolgt von der Region Americas mit 5,7 Prozent, Asien/Pazifik mit 2,4 Prozent und Europa mit 2,2 Prozent.

In den ersten neun Monaten wurde von der Sparte ein EBIT vor Sondereffekten in Höhe von 596 Millionen Euro (Vorjahr: 712 Millionen Euro) erzielt. Die EBIT-Marge vor Sondereffekten lag damit im selben Zeitraum bei 8,8 Prozent und somit unter dem Vorjahreswert von 10,7 Prozent. Maßgeblich für den Rückgang waren Anlaufkosten, Projektverzögerungen in China, erhöhte Produktionskosten unter anderem aufgrund gestiegener Rohstoffpreise sowie Mixeffekte. Für das Gesamtjahr 2018 gilt nunmehr die Prognose vom 30. Oktober 2018, wonach ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum in Höhe von 3,5 bis 4,5 Prozent (vorher: 4,5 bis 5,5 Prozent) und eine EBIT-Marge vor Sondereffekten von 8 bis 8,5 Prozent (vorher: 8,5 bis 9,5 Prozent) erreicht werden sollen.

Automotive Aftermarket mit temporärem Umsatzrückgang im dritten Quartal

Nach einem insgesamt soliden ersten Halbjahr verzeichnete die Sparte Automotive Aftermarket im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal einen Rückgang der Umsatzerlöse. Auf währungsbereinigter Basis betrug der Rückgang 3,0 Prozent. Bezogen auf die ersten neun Monate des Jahres steigerte die Sparte ihren Umsatz auf währungsbereinigter Basis um 1,3 Prozent und erzielte Umsatzerlöse in Höhe von 1.401 Millionen Euro (Vorjahr: 1.434 Millionen Euro). Maßgeblich für den Umsatzrückgang im dritten Quartal war in erster Linie das starke Wachstum im Vorjahresquartal in den Regionen Europa und Americas. Das stärkste währungsbereinigte Umsatzwachstum zeigten in den ersten neun Monaten wie schon im ersten Halbjahr die Regionen Greater China (mit 39,0 Prozent) und Asien/Pazifik (mit 16,0 Prozent) gefolgt von Europa (mit 1,9 Prozent). In der Region Americas war die Umsatzentwicklung auf bereinigter Basis (mit minus 8 Prozent) rückläufig. Ursächlich hierfür waren einmalige Zusatzbedarfe eines Kunden im Bereich Original Equipment Service (OES) in der Vorjahresperiode.

Das EBIT vor Sondereffekten für die Sparte Automotive Aftermarket betrug in den ersten neun Monaten 256 Millionen Euro (Vorjahr: 278 Millionen Euro). Die EBIT-Marge vor Sondereffekten lag auf dieser Basis bei 18,3 Prozent (Vorjahr: 19,4 Prozent). Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist unter anderem auch auf die temporär gestiegenen Kosten für Vertriebs- und Logistikleistungen zurückzuführen. Der Konzern geht für das Geschäftsjahr 2018 auf Basis der Prognoseanpassung vom 30. Oktober 2018 nun für die Sparte Automotive Aftermarket von einem Umsatzwachstum vor Währungseinflüssen von 1,5 bis 2,5 Prozent (vorher 3 bis 4 Prozent) und einer EBIT-Marge vor Sondereffekten in Höhe von 17 bis 17,5 Prozent (vorher: 16,5 bis 17,5 Prozent) aus.

Industriegeschäft auch im dritten Quartal mit positiver Entwicklung

Die Sparte Industrie steigerte ihre Umsatzerlöse im dritten Quartal kräftig auf 854 Millionen Euro (Vorjahr: 790 Millionen Euro), was einem Anstieg auf währungsbereinigter Basis um 9,4 Prozent entspricht. In den ersten neun Monaten des Jahres 2018 stieg damit der Umsatz auf rund 2,5 Milliarden Euro (Vorjahr: rund 2,4 Milliarden Euro). Währungsbereinigt lag das Umsatzwachstum im Berichtszeitraum somit bei 9,8 Prozent, woran Industrial Distribution einen maßgeblichen Anteil hatte. Zudem trugen insbesondere die Sektorcluster Raw Materials, Power Transmission, Railway und Offroad mit zweistelligen währungsbereinigten Umsatzzuwächsen deutlich zum Umsatzanstieg bei. Neben allen Sektoren verzeichneten auch alle Regionen ein Umsatzwachstum. Den stärksten Zuwachs erzielte auf währungsbereinigter Basis die Region Greater China (mit 29,4 Prozent), vor Asien/Pazifik (mit 8,7 Prozent), Americas (mit 8 Prozent) und Europa (mit 6 Prozent).

Die Sparte Industrie erzielte in den ersten neun Monaten ein EBIT vor Sondereffekten in Höhe von 298 Millionen Euro (Vorjahr: 206 Millionen Euro), was einer EBIT-Marge vor Sondereffekten von 11,8 Prozent entspricht (Vorjahr: 8,7 Prozent). Die Margenverbesserung ist auf positive Volumeneffekte sowie auf Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen des Programms CORE zurückzuführen. Am 30. Oktober 2018 bestätigte die Schaeffler Gruppe für die Sparte Industrie ihre Prognose für das währungsbereinigte Umsatzwachstum im Gesamtjahr 2018 von 8 bis 9 Prozent, die am 19. September 2018 angehoben worden war. Das Ziel, eine EBIT-Marge vor Sondereffekten von 10 bis 11 Prozent zu erzielen, wurde auf nunmehr 10,5 bis 11 Prozent spezifiziert.

Positiver Free Cash Flow im dritten Quartal

Der Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten der Schaeffler Gruppe war mit 201 Millionen Euro (Vorjahr: 333 Millionen Euro) im dritten Quartal positiv. In den ersten neun Monaten lag dieser Wert mit 127 Millionen Euro unter dem Vergleichswert des Vorjahrs (247 Millionen Euro), was insbesondere auf die schwächere Ergebnisqualität und die höhere Kapitalbindung im Vorratsvermögen zurückzuführen ist. In den ersten neun Monaten lagen die Investitionsauszahlungen (Capex) für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit 857 Millionen Euro leicht unter dem Niveau des Vorjahrs (873 Millionen Euro). Dies entspricht einer Investitionsquote von 8 Prozent (Vorjahr: 8,3 Prozent).

Dietmar Heinrich, Finanzvorstand der Schaeffler AG, sagte: „Wir streben auch zum Jahresende eine Investitionsquote von rund 8 Prozent an. Um diese zu erreichen werden wir die Investitionsauszahlungen im vierten Quartal restriktiv handhaben. Zusammen mit dem Abbau von Vorratsvermögen wird sich dies positiv auf die Entwicklung des Free Cash Flow auswirken.“

Die Netto-Finanzschulden erhöhten sich zum 30. September 2018 um 274 Millionen Euro auf 2.644 Millionen Euro. Dabei verringerte sich das Gearing-Ratio, also das Verhältnis von Netto-Finanzschulden zu Eigenkapital, auf 91 Prozent (31. Dezember 2017: 93 Prozent). Die Schaeffler Gruppe, deren Bilanzsumme sich zum 30. September 2018 auf rund 12,3 Milliarden Euro (Vorjahr: rund 11,5 Milliarden Euro) belief, beschäftigte zum selben Stichtag 92.836 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr: 89.359), was einem Anstieg von rund 3,9 Prozent entspricht.

Auf Basis der Prognoseanpassung vom 30. Oktober 2018 rechnet die Schaeffler Gruppe nunmehr für das Jahr 2018 mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von 4 bis 5 Prozent (vorher 5 bis 6 Prozent), einer EBIT-Marge vor Sondereffekten in Höhe von 9,5 bis 10,5 Prozent (vorher 10,5 bis 11,5 Prozent) und einem Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten von rund 300 Millionen Euro (vorher rund 450 Millionen Euro).

„In den vergangenen sieben Wochen hat sich die Lage der globalen Automobilindustrie insbesondere in China und auch in Europa weiter verschlechtert. Auch wenn wir einen Teil dieser Verschlechterung durch unser Industriegeschäft ausgleichen können, sind wir vor diesem Hintergrund in besonderem Maße gefordert, möglichst vorausschauend und umsichtig zu steuern und unsere Ressourcen auf die sich ändernde Marktlage auszurichten. Was jetzt zählt ist Kosten- und Kapitaldisziplin“, sagte Klaus Rosenfeld.







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