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Tatort Niedriglohn Unterfranken: „Viele werden mit Armutslöhnen abgespeist und sind vom Wohlstand abgekoppelt.“ 


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UNTERFRANKEN – 56.751 Menschen arbeiten in Unterfranken zu Niedriglöhnen, darunter sind rund 15.000 Beschäftigte, die im Bereich Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit arbeiten. Die Daten stammen aus dem neuen Report „Tatort Niedriglohn in Bayern“[1], den der DGB Bayern in Zusammenarbeit mit der Forschungsabteilung Flexibilität und Sicherheit am Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) erstellt hat.

Es gibt in Unterfranken erhebliche regionale Unterschiede. „Dort, wo es einen hohen Industriebesatz gibt und Tariflöhne bezahlt werden, ist der prozentuale Anteil an Niedriglöhnen viel geringer“, stellt DGB Regionsgeschäftsführer Frank Firsching fest. „Viele werden mit Armutslöhnen abgespeist und sind vom Wohlstand abgekoppelt. Aber dort, wo die Niedriglohnquote gering ist, wirken Tarifverträge.“


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Als Beispiel lassen sich hier die Industriestandorte in der Stadt Schweinfurt (Niedriglohnquote 10,7%) und im Landkreis Main-Spessart (Niedriglohnquote 13,7%)  mit den geringsten Niedriglohnquoten in Unterfranken nennen. „Wir haben in der Stadt Schweinfurt und im Landkreis Main-Spessart große Industriebetriebe, die tarifgebunden sind und ihre Beschäftigten ordentlich vergüten, weil dafür starke Gewerkschaften sorgen“, so der unterfränkische DGB Regionsgeschäftsführer.


Auf der anderen Seite stellt der DGB Unterfranken die höchsten Niedriglohnquoten im Landkreis Schweinfurt mit 22,9% und dem Landkreis Bad Kissingen mit 22,1% fest. Bad Kissingen ist bekannt für den Tourismus und die Kliniken. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten in den Bereichen Kaufmännische Dienstleistung, Handel, Vertrieb, Tourismus arbeiten in Bad Kissingen zu Niedriglöhnen, im Landkreis Schweinfurt ist es in diesem Bereich jeder dritte Beschäftigte.

In absoluten Zahlen (rund 15.000) sind die unterfränkischen Beschäftigten, die im Bereich Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit arbeiten, am stärksten von Niedriglöhnen betroffen. „Niedriglohnbeschäftigte haben ein fast dreimal so hohes Armutsrisiko wie abhängig Beschäftigte insgesamt. Niedriglöhne sind auch Folge jahrelanger Tarifflucht der Arbeitgeber“, ist Firsching überzeugt.

Volkswirtschaftlich betrachtet wirken Lohnerhöhungen im Niedriglohnbereich als Nachfrageimpulse außerordentlich stark. Zugleich wird das Risiko der Altersarmut für die Betroffenen gesenkt, was der Gesellschaft wiederum Sozialtransferkosten erspart.

Unsere Forderungen sind in diesem Zusammenhang klar adressiert: „An die Arbeitgeber: kehrt zurück in die Tarifbindung und bezahlt die Beschäftigten ordentlich. An die Politik: sorgt für einen Mindestlohn von 12 Euro, vergebt öffentliche Aufträge nur an tarifgebundene Unternehmen und erleichtert die Allgemeinverbindlichkeitserklärung von Tarifverträgen. An die Beschäftigten: Organisiert euch und setzt euch gemeinsam mit Eurer Gewerkschaft für gute Tarifverträge ein!“

Foto: Arvhiv (ist lange her…)



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