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Jahrgang 2019: Recht wenig Wein in Franken bei aber sehr guter Qualität


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UNTERFRANKEN – Der Klimawandel macht sich auch im Weinbau immer stärker bemerkbar. Führte schon die Frostnacht zum 05.05.2019 in Teilen des Weinbaugebietes Franken zu spürbaren Ertragseinbußen, so setzte der durch Hitze und Trockenheit geprägte Sommer 2019 den Reben im gesamten Weinbaugebiet zusätzlich erheblich zu.

Die intensive Sonneneinstrahlung und die Hitze insbesondere im Juli führte weit verbreitet zu regelrechtem Sonnenbrand bei den Trauben und ließ sie einschrumpeln und verdorren. Diese Witterung führte in Bezug auf die Erntemenge 2019 zu einem Ertrag von nur wenig mehr als 56 hl/ha oder ca. 33,5 Millionen Liter, das ist der geringste Ertrag seit 1985. Immerhin hatte sie als positive Folge, dass die Reben kaum Krankheiten aufwiesen und auch nur wenig Schädlinge auftraten.


Schauer



In den Weinbergen wurden 2019 damit einmal mehr die Grundlagen für die ausgezeichneten Weinqualitäten gelegt. Die aktuelle Auswertung der insgesamt nur wenig mehr als 10.00 Verfahren zur Qualitätsprüfung für Weine und Sekte der Regierung von Unterfranken für das Prüfjahr 2020, legt diese Sichtweise jedenfalls nahe.


Nach der vorläufigen Erntebilanz fiel die Erntemenge in 2020 noch geringer aus als 2019. Eine vorausschauende Bevorratung der guten 2018er und insbesondere 2019er Weine könnte sich für Freunde des Frankenweins deshalb anbieten.

Im abgelaufenen Prüfjahr 2020 wurden in erster Linie die Weine des Jahrgangs 2019 in der Weinprüfstelle der Regierung von Unterfranken zur Qualitätsprüfung angestellt. Von diesem Jahrgang hatten am Ende des Jahres 2020 mit knapp 26,2 Millionen Litern rund 78 % der gesamten Erntemenge von etwa 33,5 Millionen Liter das amtliche Prüfverfahren durchlaufen.

Der Jahrgang 2019 war im Berichtszeitraum mit 74,5 % der angestellten Weinmenge vertreten, 13,2 % entfielen auf 2018er Weine, 6,7 % auf Weine des neuen Jahrgangs 2020, der Rest auf ältere Jahrgänge bzw. auf Weine, die ohne Jahrgangsangabe zur Prüfung kamen.

Etwa 76,0 % der geprüften Weinmenge stellten im Prüfjahr 2020 die Weißweine, womit einmal mehr nachgewiesen wurde, dass Franken in erster Linie ein Weißweingebiet ist.

Es werden aber auch hervorragende Weine aus roten Trauben (Rotwein, Rosè, Weißherbst und Blanc de Noirs) erzeugt. Deren Anteil an der gesamten Weinmenge betrug im vergangenen Jahr insgesamt ca. 14,4 %, ein leichter Anstieg im Vergleich zu 2019.

Die Weinart „Rotling“, das ist ein Verschnitt von Weißweintrauben mit Rotweintrauben, erreichte im Jahr 2020 mit einem Anteil von etwa 9,7 % einen neuen Höchstwert.

7,6 Millionen Liter Wein (22,8 % der geprüften Menge) waren im Prüfjahr 2020 „fränkisch trocken“ ausgebaut, d.h. die Weine enthielten maximal 4 Gramm „Restzucker“ pro Liter. Weitere 12,9 Millionen Liter Wein (38,9 % der geprüften Menge) wiesen einen Restzuckergehalt zwischen 4 und 9 Gramm pro Liter auf. Auch diese Weine dürfen nach EU-Recht mit der Geschmacksangabe „trocken“ vermarktet werden. Diese Zahlen belegen erneut, dass „Franken“ insbesondere für hervorragende trockene Weine steht. Anders als bei den Sekten besteht aber keine Verpflichtung die Geschmacksangabe in der Etikettierung der Weine anzubringen.

Die Quote der Bocksbeutelfüllungen erhöhte sich in 2020 leicht auf ca. 27,3 % der geprüften Weinmenge. Dieser kleine Anstieg kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass in den vergangenen Jahren der Anteil der Bocksbeutelfüllungen insgesamt deutlich zurückgegangen ist. Und dies, obwohl sich die Weinqualitäten erfreulich verbessert haben, so dass die meisten Weine, die für die Bocksbeutelfüllung gesteigerten Anforderungen in der Qualitätsprüfung der Weine ohne Weiteres erfüllen.

Rund 81,1 % der geprüften Weinmenge wurde mit einer Rebsortenangabe angestellt; das waren 67 verschiedene Rebsorten. Zugelassen zur Weinbereitung sind in Bayern derzeit 120 (71 weiße und 49 rote Rebsorten). Das Hauptkontingent stellte zum nunmehr zehnten Mal in Folge der Silvaner, dieses Mal mit 34,6 %, wiederum gefolgt vom Müller-Thurgau mit 25,3 %. Auf Platz 3 landete auch im Prüfjahr 2020 der Bacchus mit 14,9 %, gefolgt von der mengenmäßig bedeutendsten Rotweinsorte auf der Liste der wichtigsten Rebsorten in Franken, der Domina mit einem Anteil von 4,3 % und dem Riesling mit 4,1 %.

25,4 % der Menge wurden unter einem Einzellagenamen, 12,7 % unter einem Großlagenamen, 5,4 % nur mit Gemeindenamen und ca. 56,6 % ohne Gemeinde- und ohne Lagenangabe (z.B. mit Markennamen) vermarktet. Damit setzte sich auch 2020 in der Etikettierung der Weine der Trend weg von den Lagennamen und hin zu Markennamen oder sonstigen Bezeichnungen weiter fort.

Insgesamt ist festzuhalten, dass aus dem Jahrgang 2019 überwiegend hochwertige Weine erzeugt werden konnten. Dokumentiert ist dies in der Tatsache, dass im vergangenen Jahr erstmals seit bestehender Weinprüfstelle in mehr als 98 % der Antragsverfahren die begehrte Amtliche Prüfnummer, die Voraussetzung für die Vermarktung der Weine als Qualitäts- bzw. Prädikatsweine ist, zugeteilt werden konnte.

Für den Sekt b.A. Franken ergibt sich auch für 2020 die Aussage, dass die ausgezeichnete Qualität dieser amtlich geprüften Sekte eine weit größere Beachtung der Kunden verdient hätte. Die in 2020 geprüfte Gesamtmenge von lediglich knapp 170.000 Liter zeigt bei einem durchschnittlichen Sektkonsum von ca. 3,3 Liter pro Jahr und Person in Deutschland überdeutlich das theoretische Entwicklungspotential. Der für diese Sekte in der Regel geforderte höhere Preis erklärt sich nicht zuletzt dadurch, dass sie meist nach dem traditionellen Verfahren der klassischen Flaschengärung hergestellt wurden.

Ein Preisplus, für ein aufwändiges Herstellungsverfahren, das durch die höhere Qualität dieser Sekte gerechtfertigt erscheint. Vielleicht sollte auch die Tatsache hervorgehoben werden, dass ausschließlich bei einem Sekt b.A. Franken (b.A. = bestimmtes Anbaugebiet) die fränkische Herkunft der zur Sektbereitung verwendeten Trauben sichergestellt ist. Bei Sekten mit der Kennzeichnung „hergestellt in Deutschland“ werden dagegen in aller Regel günstige Weine aus dem EU-europäischen Ausland in Deutschland zu Sekten der unteren Preisklasse verarbeitet.


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