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Ein Fußballer geht fremd: Warum Niklas Dömling Freiwilligendienst bei Bad Königshofens Tischtennisabteilung leistet


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BAD KÖNIGSHOFEN – Niklas Dömling aus Bad Königshofen, 18 Jahre jung, hatte bis vor gut vier Monaten mit Tischtennis nichts am Hut, weder als Spieler noch als Zuschauer. Ein Bundesligaspiel des TSV hatte er noch nie live gesehen. Sein Hobby und seine Leidenschaft gelten dem Fußball. Ausgebildet wurde er von klein auf beim TSV Bad Königshofen bzw. bei der JFG Grabfeld.

Seit dem ersten U15-Jahr spielt er für den TSV Großbardorf, zuletzt in der U19. Aber wenn letzten Dienstagabend um 19 Uhr in der Shakehands-Arena Kilian Ort, Bastian Steger und Co. gegen den TTC OE Bad Homburg spielten, dann spielte Niklas Dömling beim Drumherum auch eine Rolle, wie schon in den vorherigen vier Heimspielen. Er hilft mit bei allen möglichen Tätigkeiten, Vorbereitungen in der Geschäftsstelle, beim Auf- und Abbau und, während der Schulzeit, beim Wiederherrichten der Sporthalle für den Schulunterricht am Tag danach. Niklas ist seit dem 1. August Bundes-Freiwilligendienst-Leistender, kurz „Bufdi“ genannt.


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Mit solchen hatten bereits der Badmintonclub und auch der TSV mit Silas Pehl (Ansbach) und Ksenia Mukhaeva (Moskau) als Unterstützung zur Vereinsarbeit gute Erfahrungen gemacht. Von dieser Möglichkeit wird oft, aber nicht nur, von jungen Leuten nach dem Abitur Gebrauch gemacht, anstelle einer Auszeit oder des sofortigen Studien- oder Ausbildungsbeginns.


„Und um die Zeit zu nutzen herauszubekommen, was für mich am sinnvollsten ist“, fügt Niklas in einem Gespräch mit der Redaktion hinzu. „Ich wusste, dass ich irgend etwas studieren möchte, das mit Sport zu tun hat, aber noch nicht genau was. Dann kam mir die Idee vom Bundes-Freiwilligendienst. Das war so Anfang der zwölften Klasse. Ich wollte dazu in der Region bleiben und habe einige Bewerbungen geschrieben. Dass es das beim TSV auch geben würde, wusste ich zunächst gar nicht. Da hat mich meine Mutter erst drauf gebracht.“

Er habe dann an den TSV-Vorsitzenden Thorsten Eckart gewandt und die Zusage bekommen. An dem bis 31. Juli 2022 laufenden Vertrag sind neben Niklas der DTTB (Deutscher Tischtennisbund) und der TSV Bad Königshofen beteiligt. Sozusagen sein Dienstvorgesetzter ist der Geschäftsführer der Tischtennis-GmbH Udo Braungart, von dem er die Aufgaben übertragen bekommt und der zusammen mit Eckart den Dienstplan erstellt hat, der auch Trainingsbegleitung beim Kinder- und Jugendtraining im Fußball und Tischtennis vorsieht. Beim DTTB in Düsseldorf musste Niklas eine Reihe von Seminartagen absolvieren, die Voraussetzung für die Bufdi-Lizenz sind. Der Freiwilligendienst (Motto „Sag ja zum echten Leben“) ist an sich eine unentgeltliche Leistung. Es kann aber eine Aufwandsentschädigung bzw. Taschengeld von maximal 426 Euro im Monat gezahlt werden, das sich nach dem Umfang der Tätigkeiten richtet.

Gedacht ist der Dienst für junge Menschen, die nach dem Schulabschluss noch auf der Suche nach neuen Herausforderungen sind. Der Abschluss spielt dabei keine Rolle, ebenso wenig die soziale Herkunft, die Nationalität, eine Behinderung oder eine Fluchtbiografie. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten im sozialen, ökologischen, kulturellen, politischen und sportlichen Bereich. Es ist ein wichtiger Beitrag für das Gemeinwohl und die Gesellschaft.

An regelmäßiger Arbeitszeit leistet er montags bis freitags von 10 bis 17 Uhr Dienst in der Geschäftsstelle in der Martin-Reinhard-Straße 4. Am Dienstag und Freitag ist Niklas zudem am Jugend-TT-Training in der Halle beteiligt und dabei selber Lernender: „Ich habe mich schon ganz schön verbessert.“ Weiterhin legt er mit Hand an beim Anfängertraining am Dienstagnachmittag und bei den SAG´s, Sport-Arbeitsgemeinschaften mit verschiedenen Schulen des Altlandkreises. Auf einem Lehrgang in Düsseldorf wurde er zusätzlich fit gemacht. Für die wöchentlich zwei Trainingseinheiten bei den U15-Fußballern bringt er als U19-Landesligaspieler („als Linksaußen, Zehner, Stürmer“) natürlich jede Menge Erfahrung mit.

Ob Sportökonomie, Sportmanagement, Sportwissenschaft, Lehramt oder die sportmedizinische Richtung: Niklas Dömling ist noch sehr offen, sammelt Erfahrungen, saugt alles auf an Theorie und Praxis und tut das nach dem Win-Win-Prinzip. Die Fußball- und die Tischtennis-Abteilung des TSV profitieren von ihm und umgekehrt. Für den Vertrieb von Eintrittskarten für die TTBL-Heimspiele hat der Weisungsberechtigte Udo Braungart seine Bufdis nach Einarbeitung allein in die Verantwortung gezogen.

„Das mit den Dauerkarten, VIP-Karten u.s.w. war anfangs gar nicht so einfach, weil man die Leute nicht kannte.“ Bestellungen, Rechnungen, der allgemeine Schriftverkehr, auch mit Behörden, der Verkauf von Fan-Artikeln: „Es gibt viel und immer was zu tun.“ Niklas weiß aber auch: „Man tut etwas Sinnvolles, es wird wertgeschätzt und das ist ein tolles Gefühl.“

Text und Foto: Rudi Dümpert für FuSWball.de und Rhön1.News


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