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Spitze Zungen: So funktioniert Journalismus, Teil 1


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Respekt vor der Spvgg Bayreuth, wie das Fußballteam letzte Saison den Sprung als souveräner Regionalliga-Meister in die 3. Liga schaffte. Der Auftakt ging knapp in Ingolstadt verloren, danach der respektable Pokal-Auftritt gegen den HSV im ausverkauften Stadion. Auf zwei weitere Niederlagen folgte jüngst der erste Sieg gegen Osnabrück und gleich mal der Sprung ans rettende Ufer der Tabelle.

Gut aus Sicht der Bayreuther: Sie können selbst bestimmen, wie beispielsweise das an sich angesehene Fachmagazin Kicker über sie berichtet. Denn die Beiträge darf – wohl einzigartig – der eigene Pressesprecher verfassen. Oder besser: Der ehemalige, kurzzeitige Pressesprecher.


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Andi Bär berichtete schon einige Zeit für den Kicker über die Altstadt. Zwischenzeitlich mal unter einem Pseudonym, weil er ja eigentlich als Beamter, genauer: als Regierungshauptsekretär beim Landratsamt Kulmbach seinen Hauptjob hat. Den hatte er die letzten Wochen dann anscheinend nicht mehr, weil er hauptamtlicher Pressesprecher der Spvgg Bayreuth ist. Oder? Der Verband schreibt es unter seinen Richtlinien vor, dass jeder Verein einen solchen Mitarbeiter haben muss. Das gilt als Auflage, um die Lizenz zu bekommen.


Schön und gut. Doch seit dieser Saison schrieb die letzten Wochen plötzlich stets wieder ein gewisser Oli Zoballa im Kicker über die Bayreuther. Eine solche Person aber gibt es nicht, dahinter steckt Andi Bär. Gut natürlich für den Verein, wenn er die Tendenz der Berichte somit selbst bestimmen kann.

Auf Anfrage an diverse Stellen und Personen beim Kicker, ob es denn auch anderweitig üblich sei, dass angestellte Mitarbeiter der Vereine im Profi-Fußball als Berichterstatter für das Fachmagazin schreiben, kam keine Antwort. Auch nicht auf die Frage, wieso im konkreten Fall ein Pseudonym verwendet wird – und ob man damit die Bayreuther Gegner oder die Leser im Glauben lassen wolle, es werde neutral berichtet.

Unlängst freilich meldete die Spvgg Bayreuth einen überraschenden Wechsel im Amt: Alina Hacker ist die neue, hauptamtliche Pressesprecherin. Gerade mal 22 Jahre jung, selbst in Seybothenreuth kickend, vom lokalen TV-Sender kommend. Zu Regierungshauptsekretär Andreas Bär schreibt der Verein: „Er scheidet aus beruflichen Gründen aus.“ Und er habe „in der Übergangsphase zum Profifußball helfend zur Seite gestanden und die ersten Schritte mit begleitet“. Löblich.

Nun stellen sich – logisch – trotzdem ein paar Fragen: Wusste der DFB von dem Hauptjob von Andreas Bär, veröffentlichte der Kicker bewusst auch deshalb, um Tätigkeiten zu verschleiern, die Beiträge unter einem falschen Namen? Was sagt der Freistaat Bayern als Arbeitgeber eines Beamten zu einem solchen Vorgehen? Antworten darauf wird – schade – sicherlich niemand geben wollen… Im Raum steht übrigens – Augenzwinker! – dass Andi Bär, ein großer Saunafreund und Verfasser eines Fachbuchs darüber, noch immer als Double von Florian Silbereisen unterwegs ist.

Michael Horling
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