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Corona-Virus: BFV-Spitze informiert über 600 Ehrenamtliche aus erster Hand per Info-Webinar


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BAYERN – In Zeiten, die bis dato niemand hierzulande so erlebt hat, setzt der Bayerische Fußball-Verband (BFV) ganz bewusst auf eine möglichst breite Kommunikation sowie einen transparenten Informationsfluss: In einem groß angelegten und so noch nicht dagewesenen Info-Webinar gab es Informationen zu den Herausforderungen, die im Zuge der Covi-19-Pandemie auch auf den bayerischen Amateurfußball unausweichlich zukommen werden und bereits bestehen.

Über 600 und damit nahezu 80 Prozent der insgesamt rund 800 ehrenamtlichen Mitarbeiter machten jetzt von dem Online-Angebot des größten der 21 Landesverbände unter dem Dach des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Gebrauch, den aktuellen Stand der Dinge persönlich aus erster Hand zu erfahren. „Wir sind im Moment bei dieser unglaublichen Dynamik gut beraten, von Tag zu Tag zu denken und entsprechend überlegt zu handeln. Das macht uns die Politik gerade vor“, sagte BFV-Präsident Rainer Koch, der gemeinsam mit Schatzmeister Jürgen Faltenbacher und Geschäftsführer Jürgen Igelspacher über die aktuellen Geschehnisse berichtete, gleichzeitig aber auch deutlich machte, „dass wir nicht tatenlos abwarten, sondern uns intensiv mit allen Problemstellungen beschäftigen und für alle Szenarien wappnen. Wir sehen uns in der Rolle des Kümmerers – und da halten wir es als besonders wichtig, in den nächsten Tagen und Wochen mit Vertretern aller unserer rund 4600 Vereine in den persönlichen Kontakt zu treten.“


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Webinare für Klubverantwortliche werden auf Bezirks- und Kreisebene im Freistaat folgen. Der BFV forciert zudem sein Schulungs- und Weiterbildungsangebot und wird dies in den kommenden Wochen flächendeckend bayernweit digital abbilden und so allen Interessierten inhaltliche Online-Programme in Form von Webinaren anbieten. „Wir machen das bereits seit einiger Zeit beispielsweise in der Trainerausbildung und sind so in der Lage, jetzt schnell auch andere Themenfelder aufzugreifen und auszuspielen“, sagte Jürgen Igelspacher.

Hatte sich der Vorstand unter der Woche bereits in einem Webinar über den weiteren Fortgang abgestimmt, waren es am Sonntagabend die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BFV im gesamten Freistaat: Spielleiter und Schiedsrichter-Obmänner, Verantwortliche der Ehrenamtsbewegung und Sportrichter, dazu die Mitglieder aller Ausschüsse wie etwa der für Frauen und Mädchen, für Junioren, aber auch die Futsal-Kommission, um nur ein paar Beispiele zu nennen. „Ihr seid unser Gesicht in den Regionen und Ihr sollt auch unsere Überlegungen kennen und bei der Suche nach Lösungen mithelfen. Dies wollen wir auch von den Vereinen, denn es gibt gerade in diesen Zeiten, in denen Solidarität groß zu schreiben ist, keine Alleingänge. Alle Entscheidungen müssen mit ruhiger Hand vorbereitet werden und brauchen eine möglichst breite Zustimmung aller, die an den Folgen dieser Krise zu schaffen haben werden – zuvorderst sind das unsere rund 4600 Vereine, für die wir als Verband einstehen werden.“


Die wichtigsten Aussagen des Webinars in der Übersicht:

BFV-Präsident Rainer Koch (auf dem Bild) über…

… die Rolle des BFV in der Corona-Krise: Der BFV muss in diesen Tagen vor allem als Kümmerer für seine Vereine auftreten. In dieser schwierigen Lage gibt es natürlich viele Fragen, unsere Vereine haben Sorgen und Nöte. Dessen sind wir uns bewusst und setzen daher auf Dialog und Kommunikation. Unser Ziel ist es, in den kommenden Tagen und Wochen mit allen unseren rund 4600 Mitgliedsvereinen in Austausch zu treten, und zu versuchen, alle Fragen – soweit es möglich ist – zu beantworten.

… den Grund des Webinars: Um alle unsere Mitgliedsvereine zu erreichen, sind wir auf die Unterstützung unserer ehrenamtlichen Mitarbeiter angewiesen. Denn sie sind die Gesichter des BFV in ganz Bayern und sie sind es, die tagtäglich mit den Vereinsvertretern in Kontakt treten. Dazu ist ein umfassender Informationsfluss notwendig, der im heutigen Webinar zum Tragen kommt.

… die bisherigen Entscheidungen des BFV: Es geht darum, die Krise zu managen. Und an dieser Stelle sind wir gut beraten, das so zu tun, wie die Politik: Es geht nicht anders, als von Tag zu Tag zu denken, weil täglich neue Herausforderungen auf uns warten. Wer heute Podcasts von vor ein paar Wochen anhört, der merkt schnell, dass viele Aussagen schon längst wieder überholt sind. Dass wir den Spielbetrieb zunächst „nur“ bis 23. März ausgesetzt haben, hatte nichts mit Zögerlichkeit oder einem Schlingerkurs zu tun. Uns war natürlich bewusst, dass die Pause mit hoher Wahrscheinlichkeit länger dauern wird, wollten aber keine voreilige Entscheidung treffen und uns so Handlungsspielraum nehmen – zumal bei der Aussetzung des Spielbetriebs auch viele rechtliche Dinge zu beachten sind, die es abzuklären galt. Nun haben wir den Spielbetrieb ganz bewusst bis auf weiteres ausgesetzt. Das heißt: Wir wissen nicht, wann wieder Fußball gespielt werden kann. Das weiß zum aktuellen Zeitpunkt niemand.

… mögliche Szenarien zur Fortsetzung des Spielbetriebs: Wir brauchen keine Spekulationen oder Was, Wäre, Wenn-Thesen. Viele Fragen lassen sich heute noch gar nicht beantworten. Denn solch eine Krise hat unser Land noch nicht erlebt, es gibt keine Erfahrungen, wie damit umzugehen ist. Natürlich arbeiten wir bereits an sämtlichen Szenarien: vom Abbruch der Saison bis zu einer schnellen Fortsetzung oder einem Play-off-Modus, wenn es die Lage zulässt, spielen wir gerade alle Möglichkeiten durch. Aktuell ist der Abbruch in Bayern die allerletzte Option, wenngleich uns bewusst ist, dass diese eintreten kann. Wir müssen kreativ denken und wir denken kreativ – und wir werden die Vereine mitnehmen bei unseren Entscheidungen. Diese werden nicht in einer stillen Stunde von 15 oder 16 Funktionären im Vorstand getroffen, sondern brauchen die breite Basis, die Stimme unserer Vereine.

… die wirtschaftlichen Sorgen der Amateurvereine: Die Existenz unserer Vereine steht für uns an oberster Stelle. Dabei geht es bei weitem nicht alleine der Spielbetrieb, sondern es sind mehrheitlich ganz andere Dinge, die unsere Vereine am wirtschaftlichen Leben halten: Sommerfeste beispielsweise, Gaststätten-Pachten der Vereinswirte, die plötzlich ausfallen oder der Eigenbetrieb des Vereinsheims, dazu weiterlaufende Kosten ohne signifikante Einnahmen. Es geht aber auch um die Existenz aller einzelnen Personen in einem Verein und die, die für den Verein da sind. Trainer, Platzwarte, Putzfrauen, Schiedsrichter, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

… die Solidarität der bayerischen Klubs: Dafür sagen wir Danke! Denn es zeigt, dass der Fußball mehr ist als der Kick mit der Kugel auf dem grünen Rasen. Viele Vereine bieten aktuell Nachbarschaftshilfe an und stellen Einkaufshelfer für Risikogruppen. Das muss man den Vereinen, die sich beteiligen, ganz hoch anrechnen.

BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher über…

…die finanzielle Situation des BFV: Natürlich geht die Corona-Krise finanziell auch am Verband nicht spurlos vorbei und hat ihn mit voller Wucht getroffen. Der BFV steht finanziell vor einer Situation, die es in diesem Ausmaß bislang wohl so noch nicht gegeben hat. Wir können heute noch nicht abschätzen, wohin die Reise geht. Nach einer ersten Hochrechnung entsteht dem BFV ein finanzieller Schaden von mehreren Millionen Euro. Durch fehlende Spielabgaben der Profivereine, den ruhenden aufwandsgesteuerten Spielbetrieb, Absagen von Trainer Aus- und Fortbildungen bei laufenden Personalkosten sowie den Ausfall von Feriencamps und Ferien-Fußballschulen fehlen nun wichtige Einnahmen bis auf weiteres. Dagegen stehen die anteiligen Kosten an der Sportschule Oberhaching, die ebenfalls geschlossen und dort kein Betrieb möglich ist, Lizenzgebühren, Gehälter für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Unterhaltung von Gebäuden und digitaler Infrastruktur. Dennoch verfügen wir aufgrund unseres soliden Wirtschaftens in den vergangenen Jahren durchaus über die Möglichkeit durch ausreichende Liquidität diese Krise zu meistern – es bedarf aber eines überlegten und gemeinsamen Handelns aller Beteiligten. Wir werden umgehend die AG Finanzen, die aus Vereinsvertretern besteht und die die Eckdaten des Haushalts bis 2022 mit aufgestellt hat, kontaktieren und mit ins Boot nehmen.

…die weitere Vorgehensweise: Wir müssen handlungsfähig bleiben und werden das auch tun. Der Verband muss in einigen zentralen Bereichen den Betrieb aufrechterhalten. Dies sind unter anderem die Kommunikation, die Finanzabteilung, aber auch die IT. Wir beraten und prüfen die angespannte Situation tagtäglich im Präsidium und Vorstand aufs Neue. Wir werden selbstverständlich unsere Ausfälle – wie die anderen Verbände und Vereine auch – über den BLSV beim Sportministerium anmelden. Welche Zuwendungen wir hierüber erhalten, wird sich zeigen – ganz gewiss aber wird das Zeit in Anspruch nehmen. Wichtig ist zunächst aber, die kommenden Wochen ohne allzu große finanzielle Schieflage zu überstehen. Klar ist auch, dass wir jede einzelne Ausgabe auf den Prüfstand stellen und je nach Lage auch über Kurzarbeit beim hauptamtlichen Personal nachdenken müssen.

…finanzielle Hilfen vom Verband für die Vereine: Schon aus rechtlichen Gründen darf der Verband einzelne Vereine rechtlich gar nicht direkt finanziell unterstützen, das ist hinlänglich bekannt. Selbst wenn dies aus rechtlicher Sicht möglich wäre, wäre dies nicht umsetzbar und würde verpuffen. Angenommen der BFV würde jeden Verein mit 1000 Euro unterstützen, so bedeutet dies bei rund 4500 Vereinen eine Summe von 4,5 Millionen Euro. Dadurch wäre der BFV handlungsunfähig. Dies würde dann weder dem Verband noch den Vereinen weiterhelfen.

…die AG Finanzen: Wir haben zur Vorbereitung der Finanzfragen zum Verbandstag 2018 die AG Finanzen ins Leben gerufen. Diese besteht ausschließlich aus Vereinsvertreten. Geplant ist, zeitnah per Webinar in Kontakt zu treten und die Situation zu analysieren, um anschließend Lösungsansätze erarbeiten. Darüber hinaus wird sich der BFV dafür einsetzen, einen zweiten Solidarpakt für Vereine bei der Staatsregierung zu erwirken.

…die BFV-Sozialstiftung: Die BFV-Sozialstiftung wird einen noch festzulegenden Sofortbetrag bereitstellen, der für besonders schwerwiegende Sonderfälle in unserer BFV-Familie in Zusammenhang mit der Corona-Krise verwendet werden soll.

BFV-Geschäftsführer Jürgen Igelspacher über…

… die Situation im Haus des Fußballs: Die BFV-Zentrale ist aktuell für Publikumsverkehr geschlossen. Wir haben eine Notbesetzung, das Empfangen und Versenden von Post und Paketen ist gewährleistet. Die Sportschule ist geschlossen. Die meisten unserer hauptamtlichen Mitarbeiter arbeiten im Moment von zu Hause aus, bauen Überstunden ab oder nehmen Resturlaub. Kurzarbeitergeld ist für uns noch nicht aktuell, aber auch wir werden womöglich in Zukunft darüber nachdenken müssen. Wir beziehen bei jeder Entscheidung unseren Betriebsrat mit ein, zum Beispiel haben wir auch in Abstimmung mit dem Betriebsrat die Anzahl der möglichen Überstunden für unsere hauptamtlichen Mitarbeiter auf minus 80 ausgeweitet. Außerdem versuchen wir gerade, überall wo wir können, Kosten zu senken. Wir stornieren beispielsweise Hotelbuchungen oder Busfahrten, die für unsere Auswahlmannschaften vorgesehen waren.

… Online-Schulungsangebote: Wir sind sehr gut aufgestellt. Alle angekündigten Webinare werden wir durchführen. Wir versuchen, die Schulungen, die als Präsenzveranstaltung geplant waren, Online durchzuführen. Die Tools dafür haben wir. Teilweise läuft das auch jetzt schon, unsere Verbandstrainer analysieren beispielsweise Muster-Spiele und stellen Analysen online, wir haben Online-Schulungsangebote für Trainer oder bieten die Sponsoring-Schulung für Vereinsmitarbeiter als Webinar an. Wir müssen in dieser uns unbekannten Situation kreativ sein und uns Lösungsmöglichkeiten einfallen lassen.

… rechtliche Fragen verschiedener Vereine: Zeitnah wird es auf unsere Homepage einen Frage- und Antwortkatalog zu wichtigen rechtlichen und administrativen Fragen geben. Beispielsweise werden wir dort das Kurzarbeitergeld aus Vereinssicht erläutern oder Fragen rund um Mitgliedsbeiträge beantworten. Ich bitte um Verständnis, dass zu Beginn noch nicht alle Fragen beantwortet werden können. Dieser Antwortkatalog wird fortlaufend weiterentwickelt und um wichtige Fragen ergänzt.

… die weitere Kommunikation zwischen Vereinen und Verband: Wir sind gerade dabei, einen umfassenden Vereinsdialog aufzubauen. Wir wollen in Dialog mit allen 4600 bayerischen Vereinen treten und sind uns bewusst, dass genau das gerade massiv gefordert wird. Dazu haben wir bereits unterschiedliche Softwares beschafft und für allen sieben Bezirke Webinar-Tools bereitgestellt. Bis Montag wird jeder Bezirk einen Verantwortlichen melden, dieser wird daraufhin im Umgang mit dem Webinar-Tool geschult. Daraufhin werden erste Videokonferenzen gestartet. Unser Ziel muss es sein, mit allen bayerischen Vereinen in Kontakt zu treten, jeden zuhause online abzuholen. Ihr müsst dabei unser Seismograph in der Fläche sein. Eure Aufgabe als Funktionäre ist es, wie sonst auch, zwischen Verband und Basis zu vermitteln, nur eben jetzt nicht mehr persönlich, sondern online. Dann können wir in den Bezirksgeschäftsstellen alle Sorgen und Nöte sammeln und im zweiten Schritt werden wir dann versuchen, Lösungen anzubieten und diese auch dorthin kommunizieren, wo sie gebraucht werden.

Foto: BFV



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