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Neue Schwellenwerte: BFV fordert klare und praxisnahe Regelungen


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BAYERN – Als Reaktion auf das bei der Videoschaltkonferenz der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten am Donnerstag beschlossene Vorgehen, Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie fortan maßgeblich an die Schwellenwerte der Hospitalisierungsrate zu knüpfen, fordert der Bayerische Fußball-Verband (BFV) von der Bayerischen Staatsregierung bei der Umsetzung ihrer für die nächste Woche angekündigten Verschärfungen schnellstens klare und verständliche, aber vor allem praxisnahe und praktikable Regelungen für seine rund 1,6 Millionen Mitglieder in den knapp 4600 Fußballvereinen im Freistaat.

„Wenn wir alle zusammen den Kampf gegen Corona gewinnen und nachhaltige Effekte erzielen wollen, dann braucht es klare Regelungen, die jeder versteht, die sich am wirklichen Leben der Menschen orientieren und die nicht noch zusätzlichen Frust erzeugen“, sagt BFV-Präsident Rainer Koch: „Wir müssen die Menschen mit auf diese zugegebenermaßen schwierige Reise nehmen. Dazu gehören für unser Verständnis auch eine klare Sprache und umsetzbare Maßnahmen – es darf sich nicht wiederholen, dass Gesetze am Ende nur Volljuristen verstehen und praxisnahe Auslegungen schlicht zu lange auf sich warten lassen. Das hatten wir im Amateurfußball in der Vergangenheit leider wiederholt erlebt, es darf jetzt nicht wieder passieren, dass wir erneut ganz alleine im Regen stehen gelassen werden. Sonst wird es uns nicht gelingen, die Menschen von diesen Schritten zu überzeugen und wir werden Ehrenamtliche in unseren Vereinen verlieren.“



An diesem Freitag hatten Ministerpräsident Markus Söder, Gesundheitsminister Klaus Holetschek und Kultusminister Michael Piazolo nach einer Sitzung des Koalitions-Ausschusses über die aktuelle Corona-Lage informiert und Gesetzesverschärfungen angekündigt. Explizite Auswirkungen für den Breitensport und damit den Amateurfußball wurden – mit Ausnahme einer Zuschauerbegrenzung auf eine maximale Auslastung von 25 Prozent der Stadien und eines generellen Sportverbots in Hochinzidenz-Landkreisen (ab einer Inzidenz von über 1000) – zunächst nicht erwähnt. Die entsprechende Beschlussfassung obliegen Ministerrat und Landtag, dessen Mitglieder in der kommenden Woche zusammenkommen. „Deshalb ist es jetzt die ausdrückliche Bitte des bayerischen Amateurfußballs, alle zu treffenden Maßnahmen auch im Licht der Verständlichkeit und Praxistauglichkeit zu sehen und nicht ein neuerliches Regel-Wirrwarr zu erzeugen“, sagt Koch.


Der BFV drängt zudem auf eine Lösung für die aktuell nur noch bis zum 31. Dezember 2021 befristete Regelung für Kinder unter zwölf Jahren sowie minderjähriger Schülerinnen und Schüler, die selbst bei einer 2G-Zugangsbeschränkung („Rote Ampel“) auch dann weiter aktiv Sport treiben können, wenn sie sich den regelmäßigen Tests in der Schule unterziehen. „Einfach nur hoffen, dass die Infektionszahlen bis dahin niedriger ausfallen, wird gewiss nicht helfen. Wir müssen gerade unsere jungen Sportler*innen, die in vielerlei Hinsicht massiv unter dieser Pandemie leiden, weiter ihrem Sport nachgehen lassen, vor allem weil wissenschaftliche Studien belegen, dass das Risiko, sich beim Fußballspielen unter freiem Himmel anzustecken, sehr gering ist. Jeder weiß um die Folgen des Bewegungsmangels. Ein generelles Einstellen des Breitensports wäre fatal und hätte sportartenübergreifend drastische Konsequenten für die komplette bayerische Vereinslandschaft“, sagt Koch: „Ich bleibe dabei: Der Sport muss Teil der Lösung dieser Krise sein. Wir Sportler*innen sind gewiss nicht das Problem. Wir haben längst gezeigt, dass wir es selbst bei schwierigsten staatlichen Vorgaben schaffen, sichere Fußballangebote zu machen und aufrechtzuerhalten.“

Der BFV verweist in diesem Zuge auf das ebenso große wie vielfältige Engagement der Ehrenamtlichen in den Fußballvereinen während der Pandemie: So organisieren der Bayerische Fußball-Verband und seine Mitgliedsvereine bereits seit Ende Juli zusätzlich zu den offiziellen Impfangeboten der Gesundheitsämter Aktionen vor Ort in den bayerischen Klubs. Insgesamt 44 bayerische Vereine von der A-Klasse bis zur Bundesliga haben bislang an Spieltagen oder vor dem Training mindestens eine mobile Impfaktion auf ihrem Vereinsgelände organisiert und damit schon über 3500 Menschen zusätzlich erreicht, die mit der Impfung ihren Beitrag im Kampf gegen die Corona-Pandemie geleistet haben. „Und das wohlgemerkt in einer Zeit, in der sich die Impfmüdigkeit breit gemacht hatte und Impfstoff in ausreichendem Maße vorhanden war“, betont Koch und wiederholt seinen Impf-Aufruf: „Nach wie vor gilt: Jede einzelne Impfung trägt dazu bei, die Ausbreitung des Virus‘ und die damit verbundenen gesundheitlichen Risiken einzudämmen. Gleichzeitig hilft jede geimpfte Person auch, den Breitensport am Leben zu halten.“


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