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An diesem Mittwoch, den 25. August, wäre Luggi Müller 80 Jahre alt geworden


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HASSFURT – Am 25. August wäre Ludwig „Luggi“ Müller runde 80 Jahre alt geworden. Zwei Monate zuvor aber verstarb der mehrfache Fußball-Nationalspieler und zigfache Bundesliga-Profi für den 1. FC Nürnberg, Hertha BSC Berlin und Borussia Mönchengladbach nach schwerer Krankheit in seiner Heimatstadt Haßfurt.

FuSWball.de-Vielschreiber Michael Horling stieß unlängst wieder auf das zu sehende Bild, das nur indirekt etwas zu tun hat mit Müller, das den ebenfalls schon verstorbenen Stephan Beckenbauer zeigt, vor dem Bild seines Vaters Franz mit einem Schal des FC Schweinfurt 05. Dieses Foto, das mit dem Kaiser, entstand exakt vor 20 Jahren. Und das kam so:


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„Ich lebte mit meiner damaligen Partnerin mitten in Haßfurt in einer Dachwohnung. Vermieter war: Luggi Müller, weshalb natürlich einigermaßen Kontakt bestand. Als Mitarbeiter des Haßfurter Tagblatts durfte ich daher eine ganze Doppelseite, die ich leider nicht aufgehoben habe und die sich im Internet nicht mehr findet, im Vorfeld des runden Geburtstags anfertigen.


Also fuhren wir zu den Müllers nach Wülflingen, fotografierten, durchstöberten mit ihm sein Archiv. Luggi erzählte aus der großen Karriere und hatte plötzlich die Idee, dass doch auch ein Weggefährte etwas sagen könnte über ihn und alte Zeiten. Also nahm er das Telefon, rief irgendwo an und meinte dann: „Uwe, ich hab´ da jemanden, der Dich etwas über mich fragen möchte!“

Und so telefonierte ich plötzlich mit Uwe Seeler. Einfach mal so. Die Doppelseite mit vielen Bildern scheint dem Jubilar gefallen zu haben. Doch schon vorher verriet Müller, dass er an seinem Geburtstag in der Haßfurter Stadthalle feiern wird. Und dass es im Foyer einen Empfang geben wird, bei dem ich gerne dabei sein darf für eine Stunde. Es würden neben Uwe Seeler auch ein paar andere Bekannte kommen…

Ein paar Tage später, es muss an einem Samstag so 14 Uhr gewesen sein, kamen wir zur Stadthalle. Im Vorfeld war geklärt, dass die Sportredaktion der „Welt“ ein großes Interview von mir mit Franz Beckenbauer veröffentlichen möchte, wenn der Kaiser denn da und bereit wäre. Damals, 2001, ging es noch darum, ob in München überhaupt ein neues Stadion gebaut werden könnte. Mein Gott, die Zeit rennt dahin…

Beckenbauer war da und entpuppte sich als freundlichst charmant. Natürlich ließ er sich ausführlich befragen und nahm auch den Schal der Schnüdel, damals gerade in der 2. Bundesliga und acht Tage zuvor 1:0-Sieger gegen Arminia Bielefeld, für ein tolles Bild in die Hand. Dazwischen reichten Helferinnen immer wieder Sekt. Wir erkannten Erich Ribbeck und natürlich Uwe Seeler. Handykameras gab´s damals noch nicht, Selfies waren also unmöglich. Eine Schande eigentlich, 20 Jahre danach von so einem Erlebnis keine Bilder mehr zu haben…

Dann kam auch noch Rainer Holzschuh, damals der Boss des Kicker-Sportmagazins, ein gebürtiger Bad Kissinger. Er überreichte Luggi Müller eine extra angefertigte, überdimensionale Titelseite zu seinem runden Geburtstag. Natürlich sollte es mit allen Stars ein Übergabebild geben. Das durfte ich machen und – nach dem Entwickeln des Films – das Foto an den Kicker senden. Dort wurde es am Donnerstag danach veröffentlicht.

Irgendwann verzog sich die Geburtstagsgesellschaft in den großen Saal, gingen die Türen zu. Wir leerten im Foyer noch ein paar angebrochene Flaschen Sekt und düdelten am frühen Samstagnachmittag die zum Glück nur wenige hundert Meter nach Hause. Nach irgendwie beeindruckenden Erlebnissen, obwohl ja eigentlich gar nichts passiert war.

Der Termin hatte Folgen: Das schöne Bild mit Kaiser Franz und dem Schnüdel-Schal sorgt auch heute immer noch für Staunen. Durch das Foto von mir im Kicker bekam ich von meinem damaligen Arbeitgeber, dem Schweinfurter Anzeiger, eine Abmahnung wegen unerlaubter Nebentätigkeit. Obwohl doch auch ein Beitrag im SAZ zu sehen war, wie auch das Bild mit Beckenbauer.

Nicht mal ein Jahr später zogen wir aus Luggi Müllers Wohnung aus und begannen ein sechsjähriges Kapitel in Buch bei Theres. Die Kündigung des Mietvertrags brachten wir persönlich in Müllers Damenbekleidungsgeschäft vorbei, in dem er immer noch mithalf mit seinen 60 Jahren. „Ja, hat´s Euch denn wenigstens ein bisschen bei mir gefallen?“, fragte er, bezogen auf die Dachwohnung.

Der Kontakt riss danach zwangsweise ab, einmal sah ich Müller noch in einem inzwischen geschlossenen Haßfurter Wirtshaus an seinem Stammtisch. Seit Anfang des Jahres schon stand in meinem Terminkalender für den 25. August 2021 aber fett eingetragen: „Luggi Müller 80“. Unter anderem Umständen wäre dieser Beitrag nun eine Geburtstagstory mit Erinnerungen, alten wie neuen Fotos. Und würde nächstes Wochenende wieder der ein oder andere gute Freund zu einer Feier nach Haßfurt kommen, die leider nicht mehr stattfinden kann.

Danke, Luggi Müller, dass ich damals zum 60. dabei sein durfte. Alles Gute nach da oben. Möge Charlie Watts zum Ehrentag ein kleines Solo trommeln!“


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