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Die lokale Fußball-Saison: Abbruch oder weiter machen? So reagieren die Vereine!


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UNTERFRANKEN – Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) hat einen einen Vier-Punkte-Plan (SW1.News und fuSWball.de berichteten) vorgestellt, wie es denn weiter gehen KÖNNTE mit dem Fußball im Freistaat in dieser Saison.

SW1.News bat Vertreter vieler lokaler Vereine um ihre Meinung. Hier eine Übersicht zu den Anwtorten auf die Bitte um ein Statement:


AOK - Keine Kompromisse



Andreas Lampert (Sportvorstand TSV Großbardorf, Bayernliga Nord)


„Es ist zumindest mal ein erstes wichtiges Signal, nach dem doch wenig aussagekräftigen Online Meeting der Bayernligavereine zuletzt. Der erste Schritt ist getan. Den Zeitraum, der hier aber abgesteckt wird, halten wir für zu weit zumindest für die Bayernliga. Denn für ein Ziel, gegebenenfalls im Juni noch das ein oder andere Spiel der laufenden Saison spielen zu können, steht der Aufwand, den wir und unsere Spieler betreiben müssen, in keinem Verhältnis. Und es wäre sicher für alle besser, eine lange Vorbereitung auf eine hoffentlich im Juli neu startende Saison ohne Druck und mögliche Ligaspiele zu starten, als jetzt eine kurze in eine zweifelhafte Restsaison. Dann könnte es jeder Verein handhaben wie er möchte oder was auch der rechtliche Rahmen hergibt. Wer trainieren will und kann, der trainiert. Wenn Spiele dann erlaubt sind, trifft man sich mit regionalen Teams. Ein regionsübergreifender Spielbetrieb in der Bayernliga ist aktuell für uns undenkbar und nicht absehbar. Jetzt müsste sicher nur auch noch über den im letzten Sommer eiligst eingeführten Paragraphen 93 gesprochen werden. Und da sollte dringend ein offener Dialog und das Gespräch mit den Vereinen gesucht werden. Dass einige nach zwei Jahren strengster Pandemie am Ende noch benachteiligt werden, sollte weitestgehend vermieden werden. Alle brauchen neue Ziele und Möglichkeiten, bestmöglich im Sommer aus der Pandemie starten zu können. Am 12.04. nach der nächsten MPK steht sicher fest, was bis 03.05. möglich ist und was nicht. Ab da kann man definitiv finale Entscheidungen treffen und die Vereine dringend ergebnisoffen einbeziehen. So lange werden dann sicher auch alle nochmal die Geduld aufbringen. Wenn danach weiter gepokert wird, glaube ich nicht, dass die Vereine weiter abwarten wollen. Und für die Jugend finde ich es noch wichtiger. Alle Ligen beenden. Wer vorne steht und gegebenenfalls aufsteigen will, sollte die Möglichkeit erhalten. Ansonsten alles annullieren und nicht die Kids jetzt nach sechs Monaten Pause mit Leistungsdruck in etwaige „Endspiele“ um den Klassenerhalt schicken. Auch hier plädiere ich für Spiele mit lokalem oder Testcharakter, je nachdem, was in den jeweiligen Regionen möglich ist.“

Alexander Ziegler (Vorstand der DJK Schwebenried, Landesliga)

„Dem offenen Brief der 17 Bayern- und Landesligisten aus Niederbayern und der Oberpfalz würde ich sofort unterschreiben und dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Bei allem Respekt für die Bemühungen, es sportlich zu Ende zu bringen, ist das meiner Meinung nach vollkommen unrealistisch. Lieber ein Ende mit Schrecken, als Schrecken ohne Ende. Wer es bis jetzt nicht „auf die Kette“ gebracht hat und über die Quotientenregel als Absteiger oder Nicht-Aufsteiger feststeht, hat es meines Erachtens auch verdient. Ob sich der Verband aufgrund rechtlicher Bedenken oder Probleme aus dem generellen Abbruch rausziehen kann, kann ich nicht beurteilen, aber ein Weiterführung dieser Situation macht es nur noch schlimmer für alle. Ja, wir wollen alle wieder Fußball spielen und leben, aber es geht aktuell einfach nicht. Es kann meines Erachtens auch nicht sein, wenn ein einziger Verein dem Abbruch einer Liga nicht zustimmt, dass wird dieses Rumgeeiere weitermachen müssen, damit wir eventuell noch ein paar Spiele bis 30.Juni unterbringen, die dann vermutlich doch nichts ändern werden.“

Ulli Baumann (sportlicher Leiter SV Euerbach/Kützberg)

„Ich denke, der Ligapokal wird auf jeden Fall ersatzlos gestrichen. Ich glaube nicht, dass ab 19. April ein uneingeschränkter Trainingsbetrieb möglich ist. Die Meisterschaft sollte man zuende spielen. Dennoch glaube ich nicht zu 100 Prozent daran, dass dies möglich ist. Und ob man dann zeitnah oder erst im Juni nach ein paar Spielen mehr die Saison abbricht, wird die Sache für manche Vereine nicht besser oder gerechter machen. Aber es ist verdammt schwer, eine gerechte Lösung zu finden. Auf jeden Fall sollte man auf Relegationsspiele verzichten und nur den Meister aufsteigen lassen und auch nur zwei feste Absteiger pro Liga haben. Flächendeckende Tests halte ich für nicht durchführbar. Wer soll hier die Kosten übernehmen? Beim Totopokalwettbewerb muss ich darauf vertrauen, dass der Verband die richtige Entscheidung trifft. Da kenne ich zu wenige Details.“

Alex Gress und Simon Müller (Spielertrainer der SG Oberschwarzach/ Wiebelsberg, Bezirksliga Unterfranken Ost)

„Wir beide sind mit dem Vorgehen des Verbandes einverstanden. Ein sofortiger Abbruch würde keinen Sinn machen, da niemand die Pandemie-Lage in fünf oder sechs Wochen voraussagen kann. Wir sind generell eher Abbruchgegner, da zum einen unseren Vereinen die Einnahmen aus baldigen Heimspielen – falls es die Corona Lage zulässt – sehr weiterhelfen würden und zum anderen wir in der Verfolgerrolle noch Plätze gut machen könnten. Die eigene Lage ist ja in unseren Augen auch immer mitentscheidend bei den Meinungen der Vereine. Pause hatten wir alle jetzt lange genug, um nicht im Juni die Saison weitestgehend beenden zu können und Ende Juli die neue Saison zu starten. Zurück aber zum jetzigem Verhalten vom Verband: 1. Ligapokal canceln, das ist richtig, da dafür keine Zeit bleibt. 2. Spielbetrieb unter Voraussetzung von negativen Tests ablehnen ist ebenfalls richtig, da wir der Meinung sind, dass der Aufwand und die Kosten zu hoch wären 3. Deadline 3. Mai setzen und dann mit den Vereinen entscheiden – das ist ebenfalls richtig in unseren Augen. Bei aller teilweise berechtigten Kritik am Verband sollten wir in den aktuellen Zeiten mehr zusammenhalten, als ständig ohne konstruktive Lösungsvorschläge zu meckern!“

Ralf Friedrich (Fußball-Abteilungsleiter des TSV Bergrheinfeld, Bezirksliga Unterfranken Ost)

„Grundsätzlich war die Fortsetzung der Saison im vergangenen Jahr die richtige Entscheidung. Andere Verbände stehen nun vor dem zweiten Abbruch. Jeder der das damals kritisiert hat, hatte keine bessere Lösung. Der jetzige Vierstufenplan ist wohl die letzte Lösungsmöglichkeit, allerdings aus heutiger Sicht wohl wahrscheinlich nicht realistisch. Den Ligapokal könnte man jetzt schon kippen, da die Zeit sicher nicht mehr für die Spiele ausreicht. Auch die restlichen Saisonspiele werden in dem engen Zeitfenster schwierig, vor allem solange unterschiedliche Regelungen in den Landkreisen vorhanden sind. Ich gehe daher mittlerweile von einem Saisonabbruch aus und der Anwendung der Quotientenregel. Da fast 75 % der Spiele absolviert sind, ist das auch einigermaßen fair. Sicher wird es Härtefälle geben, aber die gibt es im normalen Leben auch. Eventuell sollte man aber dann den Zweitplatzierten noch die Möglichkeit geben, über eine Relegation aufzusteigen. Die könnten man dann im Juni spielen, zur Not auch ohne große Vorbereitungszeit. Ob das dann fair ist oder nicht bleibt dahingestellt, aber es haben ja alle die gleichen Voraussetzungen und es wäre besser als gar keine Möglichkeit. Letztlich möchten doch alle wieder kicken. Ich denke, wir können froh sein, wenn wir im August wieder einen weitgehend normalen Saisonstart machen dürfen.“

David Reß (Abteilungsleiter TSV Ettleben/Werneck, Kreisliga Schweinfurt 1)

„Wir akzeptieren die Entscheidung des BFV, so wie sie ist. Natürlich würden wir sie lieber sportlich herbeiführen, die Jungs wollen hauptsächlich kicken. Das fehlt uns ja allen. Aber wenn man die Inzidenzwerte betrachtet, wird es wohl nur auf eine Lösung am grünen Tisch rauslaufen.“

Florian Hetzel (Spielertrainer des TSV Grettstadt, Kreisliga Schweinfurt 1)

„Wie vieles seit Monaten ist es nur hypothetisch darüber zu reden, da sich ja fast schon täglich was ändern kann. Grundsätzlich finde ich es schonmal gut, dass es zumindest mal einen vorläufigen Plan gibt. Dass der Ligapokal abgesagt werden muss, war ja zu erwarten. Aktuell ist es für mich nur schwer vorstellbar, dass wir ab Mai ein normales Kontakttraining abhalten können, weil das Impfen einfach nicht vorwärts geht. Demnach wird es leider schwierig, die Saison zu beenden. Ganz wichtig wäre aber zu allererst mal, dass unsere Kinder – egal ob Fußball oder andere Sportarten – wieder draußen trainieren können! Vorallem, weil das Infektionsrisiko an der frischen Luft kaum vorhanden ist.“

Thomas Pfeuffer (Trainer der SG Schleerieth, Kreisklasse Schweinfurt 1)

„In der momentanen Situation ist sehr schwierig für alle beteiligten Personen, richtige Entscheidungen zu treffen. Auf jeden Fall war die Entscheidung des BFV im letzten Frühjahr vollkommen richtig, die Saison nicht abzubrechen, sondern zu verlängern, obwohl es damals viele negative Stimmen dagegen gab. Es war jedem klar, dass der Ligapokal nur zur Überbrückung sein sollte, sofern die Coronasituation uneingeschränkten Spielbetrieb zugelassen hätte. Dieser Wettbewerb wurde im Kreis Schweinfurt noch gar nicht begonnen und in anderen Kreisen sowie auf Bezirks- und Verbandsebene wurden nur sehr wenige Spiele in diesem Wettbewerb durchgeführt. Somit denke ich, dass man aufgrund dieser Tatsachen den „Zusatzwettbewerb“ ohne weiteres abbrechen und streichen kann, da eine Fortführung oder ein Beginn keinen Sinn macht und man zuerst versuchen sollte, die entsprechenden Ligen zu Ende zu bringen, sofern dies möglich ist. Der Meinung des Verbandes schließe ich mich an, dass eine Fortführung nur mit negativem Coronatest in der Praxis kaum darstellbar ist. Jetzt muss man die Entwicklung der nächsten Wochen in der Pandemie abwarten und beobachten. Die Aussichten sind derzeit nicht gut. Sollte sich bis zum Termin Anfang Mai keine sichtbare Entspannung in der Pandemie ergeben, erscheint es schwierig, die Saison 2019/21 bis Ende Juni diesen Jahres zu beenden, da auch eine gewisse Vorbereitung aller Mannschaften nach der langen Pause notwendig ist. Dieser Termin ist vom BFV schon sinnvoll gewählt worden. Natürlich wäre es schön, im Mai und Juni noch die restlichen Spiele durchführen zu können.“

Patrick Geißler (Teammaneger der Spvgg Hambach, Kreisklasse Schweinfurt 4)

„Grundsätzlich finde ich den Plan gut. Wenn man die Runde sportlich zu Ende spielen kann, sollte man das tun. Aber falls es nicht geht, ist jetzt auch ein klarer Zeitpunkt benannt, so dass man planen kann. Daher Daumen hoch. Auch das mit dem negativen Corona-Test sehe ich genauso. Ich persönlich glaube nicht, dass bis Anfang Mai überall uneingeschränkter Trainingsbetrieb möglich ist, daher denke ich, die Runde wird abgebrochen. Eine sportliche Entscheidung wäre zwar fairer, aber da ein Großteil der Spiele absolviert ist, finde ich es gut, dass es Auf- und Absteiger gibt. Wer zum jetzigen Zeitpunkt nach der Quiotientenregel auf einem der Plätze steht, hat es auch verdient oder eben nicht geschafft, die nötigen Punkte zu holen. Wichtig ist aber eigentlich nur, dass die Jungs endlich wieder Fußball spielen dürfen und wenn es erstmal nur Freundschaftsspiele sind. Das Kicken vermissen wirklich alle. Etwas gewundert habe ich mich, dass der BFV tatsächlich noch geplant hatte – oder immer noch plant? – den Ligapokal durchzuführen. Das ist schon vor zwei Monaten absurd gewesen. Selbst wenn wir vor dem 19. April mit dem Training beginnen können, ist der Ligapokal totaler Quatsch. Lieber die Runde zu Ende spielen und dann eventuell mit der neuen Saison etwas früher beginnen. Wer weiß, was diesen Herbst/Winter ist?“

Clemens Haub (Spielertrainer des SC Hesselbach, Kreisklasse Schweinfurt 4)

„Also, ich würde die Saison abbrechen. Aus dem einfachen Grund: Eine Pause von über einem Jahr ist einfach zu lang für eine Saison, sowie drei Wechselperioden sind auch absolute Wettbewerbsverzerrung. Mein Vorschlag wäre daher der Abbruch und im Mai beginnen wir mit der Vorbereitung für die Saison 2021/22. Und die Saison soll so früh wie möglich starten, um eventuell neue Wellen besser zu nutzen. Vielleicht kann man durch den früheren Start pandemiebedingte Pausen von zwei bis drei Wochen besser kompensieren. Natürlich ist es leicht, über einen Abbruch zu sprechen, wenn man in der Position ist wie wir als Tabellenführer. Aber ich muss auch dazu sagen, dass die Saison lang genug war und die Mannschaften auch genug Möglichkeiten hatten, um besser zu stehen als jetzt. Aber wir entscheiden ja nicht, das macht der Verband.“

Fabian Busch (Mittelfeldspieler der Füchse des TSV Burgpreppach, Kreisklasse Schweinfurt 4)

„Grundsätzlich finde ich es gut, dass man jetzt einen Plan vorgestellt bekommen hat. So weiß man wenigstens, was Sache ist. Dass der Ligapokal nun abgesetzt wird, ist nur logisch und total nachvollziehbar – der wäre ja eh nur zur Zeitüberbrückung da gewesen. Ich finde es allerdings sinnvoll, dass versucht wird, die Runde noch zu Ende zu spielen, solange es die Zahlen und die nötige Vorbereitung zulassen. Sollte das klappen und man muss die Runde nicht abbrechen, hat der BFV ja alles richtig gemacht und es gibt im Gegensatz zu anderen Verbänden – hoffentlich – nur eine verkorkste Saison und nicht wie sonst überall zwei. Auch wenn es aktuell ja eher nicht danach ausschaut, hoffe ich einfach, dass wir alle bald wieder auf dem Platz stehen und unserem Hobby nachgehen können.“

Markus Golombek (Spielertrainer der SG Klein-/Großlangheim, A-Klasse Schweinfurt 2)

„Meiner Meinung nach sollte die Saison 2019/2020 endlich beendet und im Sommer mit der neuen Saison begonnen werden.“


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