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Die punktlose SG Waigolshausen/ Theilheim/ Hergolshausen 2: „So viele Eier muss man erstmal haben!“


Keiler

WAIGOLSHAUSEN / THEILHEIM / HERGOLSHAUSEN – Während die erste Mannschaft als Aufsteiger in die Fußball Kreisliga Schweinfurt 1 bei schon 19 Punkten Vorsprung auf Schlusslicht Schwemmelsbach mit dem direkten Abstieg sicher nichts zu tun haben wird und sich auf das folgende Heimspiel gegen Gerolzhofen freut, dürfte es bei der SG Waigolshausen/ Theilheim/ Hergolshausen 2 bei der einen Saison in der Kreisklasse SW 1 bleiben. Alle 13 Partien gingen bisher verloren.

Und nun kommt auch noch der Tabellenzweite FC Arnstein nach Theilheim zum Vorspiel nächsten Sonntag um 12 Uhr. Vorher fragten FuSWball.de und SW1.News nach beim 38 Jahre alten Spielertrainer Stefan Ruhl.


Mezger



Stefan, nach 13 von 22 Partien null Punkte, 4:41 Tore und zehn Zähler bereits an Rückstand auf die Relegationsplätze. Mal ehrlich: Ist das Team einfach zu schwach für die Kreisklasse?
Stefan Ruhl: Dieser Eindruck drängt sich natürlich auf. Allerdings waren wir in zahlreichen Spielen auf Augenhöhe und konnten gut mithalten. Das haben mir dann meine Trainerkollegen auch bestätigt. Klar, vom „gut Mithalten“ kann man sich nichts kaufen. Entscheidend sind die Punkte. Leider ist es so, dass wir teilweise sechs, sieben Spieler im Kader haben, die mir wochenlang verletzungsbedingt ausfallen. Und das wären absolute Leistungsträger gewesen. Die hatte ich fest eingeplant. Und wenn dann auch bei unserer ersten Mannschaft zum Beispiel eine Rotsperre und zwei Verletzte den Kader einengen, dann ist das leider das Resultat. Verletzte haben ja alle Vereine mal, aber in dieser hohen Anzahl ist das für uns einfach nicht zu kompensieren.


Hesselbach 2 und Stadtlauringen/ Ballingshausen 2 machten in der letzten Corona-Saison eine ähnliche Erfahrung. Hättet Ihr da besser mal auf den Aufstieg verzichtet – oder habt Ihr Euch eher am Beispiel Essleben 2 orientiert, wo man seit Jahren relativ ordentlich mithalten kann?
Stefan Ruhl: Für uns hat sich nach der Meisterschaft letztes Jahr die Frage nicht gestellt, ob wir auf den Aufstieg verzichten sollen, das war für die Vorstände, das Trainer-Team und die Spieler glasklar. Wir hatten schon die Hoffnung, besser abzuschneiden als die genannten Beispiele. Wie gerade schon erwähnt, wenn wir alle Mann an Bord hätten, dann würden wir nicht mit null Punkten da stehen, da bin ich mir absolut sicher.

War´s das spätestens nach den jüngsten drei Niederlagen in Grafenrheinfeld, in Kützberg und gegen Zeuzleben/ Stettbach, wo man ja jeweils vorher sagen konnte, in dieser Partie könnte etwas möglich sein?
Stefan Ruhl: Wir hatten uns da schon etwas ausgerechnet. Gerade in Kützberg, aber die Tatsache, dass die Landesliga-Truppe von Euerbach an besagtem Wochenende spielfrei war, hat die Sache für uns nicht gerade einfacher gemacht, wenn ich es mal vorsichtig ausdrücken darf. Gegen Grafenrheinfeld und auch jetzt gegen Zeuzleben/Stettbach haben wir einfach verdient verloren, da war der Gegner einfach besser. Ohne wenn und aber.

Gab´s in dieser Saison mal ein Spiel, in dem Ihr richtig dicht dran ward am ersten Punktgewinn? Wir denken da an das 1:2 gegen Spitzenteam Schwanfeld oder an das 0:1 ausgerechnet bei Deinem alten Club SG Schleerieth…
Stefan Ruhl: Die beiden von dir genannten Partien sind sehr gute Beispiele, an die ich meine Jungs auch immer mal wieder erinnern muss. Da haben wir den Favoriten jeweils so richtig geärgert. Auch gegen Egenhausen war es lange eng und wir haben da auch einige Chancen liegen lassen. Oder in Poppenhausen, als eine Halbzeitführung nicht nach Hause gebracht werden konnte.

Ihr habt bereits 34 Akteure in der zweiten Mannschaft eingesetzt. Klingt also nicht nach Personal-Knappheit. Wie setzt sich der Kader zusammen? Aus jungen Talenten und alten Recken aus allen drei Gemeindeorten?
Stefan Ruhl: Die Statistik der eingesetzten Spieler verfälscht etwas die Realität, oder sie suggeriert, dass uns total viele Spieler zur Verfügung stehen. Aber alleine sieben Spieler davon sind eigentlich nicht mehr aktiv oder eher den alten Herren zuzuordnen. Ich hätte gerne darauf verzichtet, diese Spieler aufbieten zu müssen. Nicht falsch verstehen, natürlich weiß ich es zu schätzen, dass sie aushelfen, aber optimal ist es nicht. Davon mal abgesehen haben wir eigentlich eine sehr heterogene Zusammensetzung. Zum einen sind alle drei Gemeindeteile breit vertreten, zum anderen ist von ganz jung, über Mittelalter bis hin zu ganz alt (also ich) alles vertreten.

Mit Aiman Chibani, Julian Drescher, Rene Fery und Kilian Göpfert haben exakt vier Akteure je einmal getroffen. Ein Toreschnitt von 0,3 pro Partie… Warum diese komplett fehlende Gefahr vorne?
Stefan Ruhl: Das ist absolut unser Hauptproblem, das ist nicht von der Hand zu weisen. Wir sind einfach zu ungefährlich. Das geht von fehlendem Durchsetzungsvermögen, über den letzten Pass oder der Ruhe vor dem Tor bis hin zu unseren Offensiv-Standards. Am Ende von diesem Teufelskreis steht natürlich das fehlende Selbstvertrauen. Es ist nur logisch und menschlich, dass man da vor dem Tor dann verkrampft.

Nun kommt vor der Winterpause nur noch Arnstein zu Euch. Eine unlösbare Aufgabe, auch angesichts das 0:6 im Hinspiel?
Stefan Ruhl: Eine bockschwere Aufgabe, keine Frage. Ich denke sogar, dass Arnstein mit den besten Kader in der Liga hat. Aber unlösbar ist sie nicht. Du hast vorhin bereits die Spiele gegen Schwanfeld oder Schleerieth erwähnt. Das muss der Maßstab sein was Defensivarbeit angeht. Enge Abstände zwischen den Mannschaftsteilen, alle rennen um ihr Leben, eine Portion Mut im eigenen Ballbesitz und dann ein Quäntchen Glück, so wäre was möglich.

2022 stehen noch acht Partien an. Auch gegen Essleben 2, Schnackenwerth oder Niederwerrn. Wollt Ihr dann nochmal alles versuchen – oder wird das ein Hinausgleiten aus der Kreisklasse?
Stefan Ruhl: Ein Hinausgleiten wird es nicht geben. Das entspricht nicht dem Charakter der Jungs, und auch meinem nicht. Wir wollen alles noch mal versuchen. Es wird jedes Spiel mit vollem Einsatz und Glauben angegangen. Ich ziehe alle Hüte vor meinen Spielern: so eine unfassbare Negativ-Serie und trotzdem treten die Sonntag für Sonntag an und halten ihre Knochen hin. Wenn ich es salopp ausdrücken darf: so viele Eier muss man erstmal haben. Wenn wir absteigen sollten, dann mit erhobenem Haupt.

Wir danken für das Gespräch und wünschen alles Gute!
Stefan Ruhl: Ich habe zu danken!

(Unsere Bilder zeigen Stefan Ruhl im Trikot der SG Schleerieth.)

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