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Paukenschlag beim FC Arnstein: Warum Daniel Tomitza nun der Ex-Trainer ist


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ARNSTEIN – Zwei Männer vom FC Arnstein hatten zuletzt wenig Fußballfreude: Spieler Fabian Wintzheimer musste mit ansehen, wie sein Bruder Manuel mit dem Hamburger SV schon wieder nicht in die Bundesliga aufstieg. Und Trainer Daniel Tomitza litt mit seinem FC Schalke 04. Halt, es muss heißen: Ex-Trainer!

38 Punkte aus 19 Partien, guter Vierter hinter dem ungeschlagenen Führungstrio, tolle Resultate, als noch Fußball gespielt werden konnte – das alles ist aber schon lange her. Und Tomitza muss zugeben, dass die lange Corona-Pause ihren Teil dazu beigetragen hat für seine Entscheidung, entgegen der ursprünglichen Absicht nun doch nicht in eine zweite Saison zu gehen.



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Am Wochenende informierte der 47-Jährige den Vorsitzenden Benedikt Willert von seiner Entscheidung, das Traineramt niederzulegen. In den letzten zwei, drei Wochen reifte der Entschluss dazu. Und er hat rein private, familiäre Gründe. Die Tomitzas ziehen nämlich demnächst um, Daniels Schwiegereltern taten das bereits (nach Bergrheinfeld). Tochter und er als Mann wollen sich ein bisschen um sie kümmern – und dann ist ja noch sein Job mit drei Schichten bei SKF.


„Oft bin ich um 17 Uhr aus dem Haus gegangen, war um 17.30 Uhr in Arnstein, habe aufgebaut, nach dem Training geduscht und bin sofort auf die Arbeit gefahren!“ Belastend, aber Tomitzas Alltag im Trainerleben seit 1998, als er beim SV Oberwerrn seine erste Station annahm. Kapitän David Hetterich oder Co-Coach Helge Liedtke unterstützten eh, wo es nur ging. Corona freilich ließen bei ihm die Frage zu: „Habe ich in all den Monaten den Fußball überhaupt vermisst?“

Als Jugendspieler kickte Tomitza für die Schweinfurter Schnüdel, dann im Nachwuchs des 1. FC Nürnberg, später als Erwachsener für die DJK Schweinfurt in der damals viertklassigen Landesliga. Der TSV Vestenbergsgreuth (zu Zeiten, als man die Bayern schlug), der FC Sand, TSV Essleben, SV Oberwerrn, FC Frickendorf, VfL Euerbach, TSV Grafenrheinfeld… seine Stationen als Spieler. Als Trainer waren sieben Jahre in Euerbach von 2002 bis 2009 (und später nach der Fusion in Kützberg) die längste Zeit, vier Jahre beim TSV Grafenrheinfeld von 2009 bis 2013 eine schöne Episode, es folgte der FC Geldersheim – und nun eben Arnstein.

„Seit ich fünf bin, habe ich mit Fußball zu tun. Das sind jetzt 42 Jahre. Aber ist das alles? Vieles ist planbar, aber durch Corona nicht mehr. Im Winter glaubten wir noch an eine Rückrunde. Früher konnte man da schon den Jahresurlaub planen. Aber jetzt ist das aktuell nicht möglich“, sagt er und will „auch an mich denken“. Und an die Familie. Die genieße nun Priorität. Trotz der „Supertruppe in Arnstein“. Zu der auch sein Sohnemann Fabio gehörte, eines seiner Kinder, mit 19 angehender Bundespolizist ohne derzeit dem Wissen, wohin es ihn mal verschlägt.

Daniel Tomitza hat mal gesagt, dass der FC Arnstein sein letzter Verein als Trainer sein wird. daran hält er fest. „Das hat sich jetzt erledigt. Alle anderen können sich die Anrufe sparen“, sagt er. In Arnstein hätte er sich auch die nächsten Jahre durchaus vorstellen können. Aber Corona hat nachdenklich gemacht. Ist der Fußball wirklich alles im Leben? „Ich muss an mich denken“, sagt er jetzt und betont immer wieder die Familie. Und parallel die große Freunde am Job beim FCA mit dem Team um Kapitän David Hetterich oder Co-Coach Helge Liedtke, die ihn bestens unterstützten.

Mitglied im Verein will Daniel Tomitza bleiben, auch nochmals das Gespräch persönlich suchen, mit der Mannschaft, um der seine Beweggründe mit Augenkontakt zu verdeutlichen. Und er rät dem Verein, als seinem Nachfolger „einen Mensch“ zu suchen, „und niemand, der eine diametral abkippende Sechs erklären will“. Oder der Laktatwerte testen möchte. „Ein Sascha Mölders bei den Löwen hat zehn Kilo zu viel, aber der macht trotzdem seine Tore. Ich bin halt ein Fußball-Romantiker. Aber mir fehlt heute auch das, was diesen Sport früher ausgezeichnet hat“, sagt er.

Und so muss der FC Arnstein wieder auf die Suche gehen. Von 2013 bis 2016 war Manfred Fleischmann zuletzt eine Konstante. Steffen Hümmer und Andreas Schmidt blieben danach Kurzzeit-Lösungen. Wie jetzt auch – wiederum mit dem Zusatz „leider“ – Daniel Tomitza. „Schlafender Riese“ wäre vielleicht zu hoch gegriffen. Aber im FCA steckt bestimmt zumindest mal ein Anwärter für die Kreis- oder Bezirksliga. Man darf gespannt sein, wie´s weiter geht.


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