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Brüderduell beim Derby Ramsthal – Sulzthal: Nicht Schmitt-einander, sondern als Gegner, Dribbeln kann weh tun


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RAMSTHAL / SULZTHAL – Den Bock umgestoßen hatten die Ramsthaler Mitte August mit dem 3:1 gegen Untererthal. Endlich der erste Sieg nach zuvor drei Niederlagen in der Kreisliga. Und nun sollen möglichst zwei weitere folgen an einem Wochenende mit Doppel-Einsatz. Match zwei ist DAS Derby.

Dieses Duell gab es schon lange Jahre nicht mehr um Punkte. Als der VfR Sulzthal 2016/17 lezztmals in der Kreisliga spielte, legte der SV Ramsthal gerade eine Saison in der Bezirksliga ein. Nun aber trifft man sich wieder mal. Ramsthal empfängt zwei Tage vorher erst die Reichenbacher, Sulzthal kann dort zuschauen und seine Schlüsse ziehen. Und das nach einem eigenen Start, der auch nicht so verlief wie erhofft. Ein Punkt und ein Tor aus den ersten drei Partien, dazu das Pokal-Aus bei A-Klassist Waldfesnter/ Lauter. Zuletzt zuhause gegen Rannungen immerhin ein 0:0 und der zweite Zähler.



Ein Brüderduell steht an: Marcel Schmitt (33), läuft seit 2019 als Sulzler für den VfR auf, Philipp (29) ist als Ur-Romsler noch immer für seinen Heimatverein SVR aktiv. Nun treffen beide aufeinander und standen im Vorfeld für ein Doppel-Interview zur Verfügung.


Marcel, Philipp, es heißt immer so schön oder auch unschön, dass bei einem Duell über 90 Minuten die Freundschaft auch mal ruhen muss. Brüderschaft kann nicht ruhen. Würde der eine von Euch dem anderen den Sieg im Derby gönnen?
Marcel: Das mit dem Sieg gönnen ist immer so eine Sache. Ich bin selbst total ehrgeizig und will mit meiner Mannschaft immer gewinnen, Vor allem in einem Derby. Daher würde etwas falsch laufen, wenn ich ihm den Sieg gönnen würde. Ich bin Fußballer durch und durch und werde meinem Bruder erstmal am Sonntagmittag am Esstisch erklären, dass es weh tun wird, sobald er mit Ball über die Mittellinie dribbelt.
Philipp: Grundsätzlich drücke ich meinem großen Bruder bei jeden seiner VfR-Spiele die Daumen und freue mich, wenn er mit seiner Mannschaft als Sieger vom Platz geht. Vor dem Derby ist die Gefühlslage allerdings eine andere. Da möchte ich schon unbedingt mit meinen Jungs vom SV Ramsthal als Sieger vom Platz gehen.

Warum bei Euch jeweils der eher mäßige Saisonstart? Gibt es konkrete Gründe?
Marcel: Wenn ich mir unsere vier Gegner zum Start anschaue, muss man sagen, dass wir mit Rannungen, Rottershausen und Aubstadt 2 gegen drei Top 5 Mannschaften in der Kreisliga Rhön gespielt haben und somit ein schweres Startprogramm hatten. Gerade beim Saisonauftakt in Aubstadt gegen einen Gegner, der aufgrund der finanziellen Power mit ehemaligen Regionalliga- und Bayernliga-Spielern gespickt ist, haben wir uns beim 1:3 sehr teuer verkauft. Ebenso beim Heimspiel gegen Rannungen, als wir mit einer starken Willensleistung mit unserem letzten Aufgebot ein 0:0 erkämpft haben gegen einen Gegner, der im Sommer noch in der Relegation um den Bezirksliga-Aufstieg gekämpft hat. Beim Heimspiel am 2. Spieltag haben wir mit Bad Königshofen einen Gegner auf Augenhöhe empfangen und gerade in der ersten Halbzeit ein sehr gutes Spiel gemacht, aber unsere Chancen nicht genutzt und daher unglücklich unentschieden gespielt. Der Start ist für uns als kleinem eigenständigen Verein auch nicht verwunderlich, vor allem da uns mit Tim Eckert auch noch das Herz und die Seele unseres Teams verletzungsbedingt fehlt.
Philipp: Der Hauptgrund am mäßigen Saisonstart liegt meiner Meinung nach daran, dass wir einige Abgänge zu Saisonbeginn hinnehmen mussten, insgesamt sechs Mann. Da muss man sich als Mannschaft erstmal neu zurechtfinden. Nach dem ersten Dreier gegen Untererthal, bin ich aber optimistisch, dass wir den Turnaround und den Klassenerhalt schaffen können. Wir haben mit Basti Knauer einen tollen Trainer und vor allem eine geile Truppe, die zusammenhält. Des Weiteren konnten wir vor kurzem zwei Neuzugänge verzeichnen, die sich super in die Mannschaft integriert haben und uns sportlich weiterhelfen können. Das sind Andreas Kraus, zuletzt FT Schweinfurt, und Mariano Ozorio, zuletzt SG Poppenhausen/Kronungen.

Kann es sein, dass es diese Saison für beide Teams um nichts anderes geht als irgendwie den Klassenerhalt zu schaffen?
Philipp: Das ist absolut korrekt, für uns zählt nur der Klassenerhalt. Denn wie bereits von mir erwähnt, hatten wir einige Abgänge. Zudem hat die Qualität in der Kreisliga Rhön im Vergleich zur vergangenen Saison nochmal zugenommen.
Marcel: Unser Ziel kann nur der Klassenerhalt sein. Wir haben einen kleinen Kader mit nahezu ausschließlich einheimischen Spielern, da ist es schon eine Leistung in der Kreisliga zu spielen. Ich muss meinem Bruder jedoch widersprechen, dass es für den SV Ramsthal auch nur um den Klassenerhalt gehen kann. Ramsthal hat immer noch eine sehr gute Startelf, in der fast alle Spieler Bezirksligaerfahrung haben und im besten Fußballeralter sind. Auch bin ich der Meinung, dass das Niveau in der Kreisliga Jahr für Jahr schwächer und nicht stärker wird.

Warum bist Du, Marcel, eigentlich weg von Ramsthal und ausgerechnet nach Sulzthal gewechselt zum Lokalrivalen? Und hast Du, Philipp, ihm das nicht ausreden wollen?
Marcel: Mir hat einfach dieses Gesamtpaket allgemein in Ramsthal nicht mehr gefallen und die Wertschätzung innerhalb der Mannschaft hat bei meinem Heimatverein mir gegenüber nicht mehr gepasst. Außerdem ist bekanntlich unser Topstürmer Ali U mein bester Kumpel und ich wollte unbedingt nochmal mit ihm zusammen spielen.
(Anm.D.Red.: Alexander Unsleber ist gemeint.)
Philipp: Letztendlich ist es seine eigene Entscheidung gewesen. Aber natürlich habe ich als kleiner Bruder alles versucht, um ihn gegen einen Wechsel zu überzeugen.

Marcel Schmitt

Euer Vater Jürgen stand mit über 60 Jahren beim 3:4 zum Auftakt gegen Wülfershausen aufgrund der Keeper-Not im Ramsthaler Tor, verletzte sich dabei schwer und musste operiert werden. Geben die Schmitts an sich alles für den SV Ramsthal, mehr als das letzte Hemd?
Marcel: Ich muss meinem Vater da den allerhöchsten Respekt zollen, sich mit fast 62 Jahren nochmal in der Kreisliga ins Tor zu stellen. Nach unserem Spiel mit dem VrR hab ich mich sofort ans Handy gesetzt, bei Ramsthal den Liveticker gelesen und bekam einen Schock, als ich gelesen hatte, dass mein Vater verletzt ausgewechselt wurde und habe sofort versucht Kontakt mit meiner Mutter aufzunehmen um rauszufinden, was da passiert ist. Aber ich hoffe, dass mein Vater nun einsieht, dass es Zeit wird fürs Karriereende. Gleichzeitig nehme ich als Fußballverrückter die Herausforderung meines Vaters an und versuche auch im Alter von 62 Jahren noch Fußball spielen zu können.
Philipp: Da spreche ich nicht nur von meiner Familie, wenn ich sage, dass man als Amateurkicker für seinen Heimatverein alles gibt, um den bestmöglichen Erfolg und Spaß am Kicken zu haben. Aber wenn man sich während einem Spiel verletzt, wie mein Vater im Spiel gegen Wülfershausen, dann ist das natürlich unschön. Trotzdem war es ein geiles Erlebnis, gemeinsam mit meinem Vater für unsere Farben auf dem Platz zu stehen.

Philipp Schmitt

Freitag noch schnell die Partie gegen Reichenbach: Warum die Doppelbelastung – und erhoffen sich die Sulzthaler davon einen Vorteil?
Philipp: Das Spiel gegen Reichenbach mussten wir verlegen, weil an dem besagten Wochenende einige unserer Jungs auf Wallfahrt unterwegs sind. Der Nachholtermin fiel dann ausgerechnet auf das gleiche Wochenende, an dem das Derby stattfindet.
Marcel: Ich glaube nicht, dass das ein Nachteil für Ramsthal ist, wir sprechen hier ja von einer Kreisligamannschaft. Jede Kreisligamannschaft muss in der Lage sein auch mal Freitag/Sonntag spielen zu können. Die Ramsthaler werden in der Vorbereitung sicher ihre Hausaufgaben gemacht haben, um diese Belastung körperlich wegstecken zu können. Aber falls es doch ein Nachteil sein sollte, dann ist dieser eigenverschuldet, da Ramsthal das Reichenbach-Spiel aufgrund einer Wallfahrt verschieben wollte.

Wer gewinnt am Sonntag – und wird dann trotzdem zusammen gefeiert?
Marcel: Wie oben erwähnt, ist der SVR immer noch eine Top-11 mit Bezirksliga-Erfahrung mit Spielern im besten Fußballeralter, deshalb ist aus meiner Sicht der SVR der Favorit. Aber natürlich will ich mit meinen blauen Jungs alles geben und die Überraschung schaffen und im Derby einen Auswärtssieg in Ramsthal holen, aber es wird natürlich sehr schwer. Insgesamt wünsche ich mir aber ein richtig geiles Derby mit richtig viel Feuer und Zweikämpfen auf dem Platz und eine gute Stimmung unter den Zuschauern. Anschließend geht es natürlich in der 3.Halbzeit im Sportheim auch richtig zur Sache.
Philipp: Selbstverständlich hoffe ich, dass wir Romsler als Sieger vom Platz gehen. Alleine schon, um mir zu Hause die Häme von meinem Bruder zu ersparen. Dennoch, egal wie das Spiel ausgehen wird, wird danach zusammen gefeiert. Trotz der Rivalität verstehen wir Spieler uns untereinander. Sogar an der Aufstiegsfeier der Sulzler waren einige Romsler Spieler und Fans anwesend.

Wir danken für das Gespräch und wünschen alles Gute!

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