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Fnan Tewelde

„Brauner Gammler“: Wieso sich der TSV Gochsheim über Rot für den beleidigten Fnan Tewelde genauso aufregt wie über den rassistischen Vorfall in Lichtenfels


Kauzen Frankonia Vollbier

LICHTENFELS / GOCHSHEIM – Es ist nicht das erste Mal, dass Fnan Tewelde rassistisch beleidigt wurde, seit er das Dress des TSV Gochsheim trägt. Schon zu Bezirksligazeiten gab´s mal in der Rhön einen Vorfall, nun erneut. Damals wie heute wird sein Verein die Sache nicht so einfach auf sich beruhen lassen.

Muss er auch nicht, denn der Mann, der sich am Samstag erdreistete, wurde vom gastgebenden FC Lichtenfels ermittelt und aus dem Stadion entfernt. „Der Verein selbst ist vorbildlich damit umgegangen“, lobt Gochsheims Fußball-Abteilungsleiter Achim Eisend den Gegner. Anders freilich denkt er über den Schiedsrichter, Kai Hoffmann und dessen Gespann.


AOK - Keine Kompromisse

Es sei ein katastrophales Zeichen gewesen, dass der Unparteiische in der 77. Minute beim Stand von 3:0 glatt Rot zeigte für Tewelde, weil der über die Bande sprang und in Richtung der vier, fünf älteren Zuschauer auf der Tribüne fragte: „Warum sagt ihr sowas?“


Als mal wieder ein Spieler der Lichtenfelser gegen diese nahe am Feld stehende Bande prallte und die Anhänger der Hausherren die Gochsheimer dafür verantwortlich machen wollten, fiel ein laut Schiedrichter und dessen Bogen „Du Brauner, halt´s Maul, Du Gammler“ in Richtung Tewelde.

Logisch, dass sich der gebürtige Frankfurter das nicht so einfach gefallen lassen wollte. Und erbost reagierte. Letztlich plädierten sogar die Lichtenfelser dafür, die Rote Karte für den Gochsheimer zurück zunehmen. Nachträglich aber begründete der Schiedsrichter den Platzverweis damit, dass Tewelde den einen Zuschauer an der Jacke gepackt haben soll.

Sogar die Vorstandschaft und die Abteilungsleitung der Hausherren wollen aber bezeugen, dass dem nicht so war. Zumindest kamen gleich Ordner, nahmen die Personalien des rassistisch Beleidigenden auf und entfernten ihn aus vom Gelände. Mutmaßlich wird der FCL aus Oberfranken sogar zivilrechtlich gegen dan Mann vorgehen.

Seitens des Sportberichts bot man dem TSV Gochsheim inzwischen an, Fnan Tewelde für nur eine Partie zu sperren. Doch auch damit ist Achim Eisend natürlich nicht einverstanden.

Fnan Tewelde (links)

Und auch zum Thema Landesliga-Modus haben der TSV Gochsheim und sein Abteilungsleiter eine deutliche Meinung: Das System dieser Saison, dass die Mannschaften nur die Punkte in Auf- oder Abstiegsrunde mitnehmen, die sie sich gegen ebenfalls dort landende Gegner erspielten, auf die sich danach nicht mehr treffen, sei Unsinn. „Dieses Spielmodell ist nicht tragbar und sollte so nie wieder praktiziert werden“, sagt parallel auch Dieter Kurth, Coach von Sylvia Ebersdorf. Obwohl beide Neulinge an sich nun davon profitieren.

Von den 14 gewonnenen Punkten nimmt Gochsheim elf mit, Ebersdorf zehn der 13 Zähler. Dagegen sind es bei Euerbach als Beispiel nur 14 von 20, bei Friesen gar nur sieben von 19 und bei Memmelsdorf 13 von 23. Deshalb ist für die Aufsteiger der Klassenerhalt in 2022 machbar.

Konkret zeigt sich der Witz des Modus an einem Beispiel: „Was ist, wenn wir kurz vor Schluss in Lichtenfels nur mit 0:1 hinten liegen?“, fragt Achim Eisend und gibt sich selbst die Anwtort: Dann wäre es der Worst-Case gewesen, wenn Gochsheim noch ausgeglichen hätte!

Denn bei einem Remis wäre plötzlich Memmelsdorf statt Lichtenfels in die Aufstiegsrunde gekommen. Und Gochsheim hätte nach der Hinspiel-Niederlage nur diesen einzigen Punkt in die Abstiegsrunde mitgenommen, aber nicht die drei gewonnenen vom Sieg gegen Memmeldsdorf. Die Gäste hätten sich also mit einem Tor selbst bestraft…

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