Home / Fußball / Landesliga / Schwebenrieds Torjäger Marcel Kühlinger vor Coburg: „Wir wollen sie ärgern und was Zählbares mitnehmen!“
Marcel "Eiskalter" Kühlinger (hier im grünen Dress)

Schwebenrieds Torjäger Marcel Kühlinger vor Coburg: „Wir wollen sie ärgern und was Zählbares mitnehmen!“


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SCHWEBENRIED – Nach einer Absage war die DJK Schwebenried-Schwemmelsbach zuletzt spielfrei und konnte nun wieder nicht die unnötige 1:2-Niederlage von Rottendorf wettmachen, die eine lange Erfolgsserie beendet hatte. Nun aber sind für den Fußball-Landesligisten nochmals zwei Partien angesetzt. Beide zuhause.

Platz sechs in der Fußball-Landesliga Nordwest ist angesichts der erst 20 absolvierten Partien und nach lediglich neun von 18 Heimspielen höchst ordentlich. Nachdem der Lokalrivale aus Fuchsstadt zuletzt zwei Mal verlor, ist sogar Rang zwei nicht außer Reichweite. Doch nun kommt zunächst ausgerechnet der Tabellenführer aus Coburg nach Schwebenried.



Der heuer bislang überragende 16 Tore-Mann Marcel Kühlinger stellte sich zuvor den Fragen von FuSWball.de. Der 24-jährige traf beim 2:3 in Coburg genauso doppelt wie beim 2:2 in Aschaffenburg. VatanSpor soll dann auch noch im Dezember bei der DJK antreten….


Marcel, erstmal Glückwunsch zu einer ziemlich guten Runde, persönlich wie mit dem Team. Wie sehr aber hat Euch nach der tollen Serie zuvor die Niederlage in Rottendorf gewurmt?
Marcel Kühlinger: Vielen Dank. Grundsätzlich „wurmt“ uns jede Niederlage. Vollkommen egal ob wir vorher einen Lauf hatten oder vielleicht mehrmals nicht gewannen. So natürlich auch die Niederlage in Rottendorf.

Du warst damals nicht dabei, weil Du als Trainer der U19 des FC Schweinfurt 05 kurz zuvor in Neumarkt in der Oberpfalz weiltest. Stellt sich natürlich die Frage, was mit Dir drin gewesen wäre und ob sich diese Überschneidung nicht hätte vermeiden lassen?
Marcel Kühlinger: Ob mit mir mehr drin gewesen wäre, darüber möchte ich mir gar keine Gedanken machen.
Geholfen hätte ich meinen Mitspielern natürlich gerne. Leider war die Überschneidung nicht vermeidbar.

Marcel Kühlinger

Wie schwer ist es zu planen, damit eigene Einsätze in der Landesliga zeitlich machbar sind bei bayernweiten Fahrten mit der A-Jugend der Schnüdel?
Marcel Kühlinger: Die Situation ist relativ leicht erklärt. Spielen beide Teams gleichzeitig, so hat die U19 Priorität. Das ist mit beiden Vereinen vor der Runde so besprochen worden. Heimspiele kann man bis zu einem gewissen Zeitpunkt vor der Saison einigermaßen gut verlegen. Allerdings muss man bei der U19 beispielsweise auch auf die Uhrzeit achten. Die Spiele müssen so terminiert werden, dass die Gäste frühestens um 7:30 Uhr losfahren müssten. Von der DJK würde ich zudem nie verlangen, dass nur wegen mir ein Spiel verlegt werden soll. Wir haben einen großen und guten Kader. Andere Spieler fehlen auch mal beruflich, da wird ja auch nicht gleich das Spiel verlegt. Das Spiel in Rottendorf war tatsächlich die erste Überschneidung in dieser Saison, was aber auch sehr viel mit glücklichem Zufall zu tun hat.

Marcel Kühlinger

Bleiben wir erstmal beim FC 05: In Weißenburg, in Regensburg und gegen Memmingen soll die U19 bis fast Weihnachten noch spielen. Klappt das mit Einsätzen für Dich als Spieler bei der DJK? Und: Ist das nicht Wahnsinn, bis Mitte Dezember Fußball zu spielen?
Marcel Kühlinger: Wir spielen mit der DJK noch zwei mal zuhause sonntags. Mit der U19 an diesen Wochenenden jeweils Samstag. Sollte das Wetter die Spiele also zulassen, werde ich wohl auflaufen. Dass bis Mitte Dezember gespielt wird ist natürlich ungewöhnlich. Allerdings erinnere ich mich auch an Jahre, da hätte man problemlos bis Weihnachten spielen können. und genau als die Runde im März wieder begonnen hat, lag dann Schnee und es konnte nicht gespielt werden. Wir müssen die Situation nehmen wie sie kommt. Jammern oder meckern hilft keinem.

Marcel Kühlinger

Die U19 der Schnüdel wäre in den letzten beiden Sommern ja fast in die Bundesliga aufgestiegen. Nun steht das Team im Keller der Bayernliga. Was ist los?
Marcel Kühlinger: Die letzten beiden Jahre waren für die U19 natürlich überragend. Im ersten Jahr profitierte man vom Abbruch der Runde zum für uns bestmöglichen Zeitpunkt. Im zweiten Jahr hat es Thorsten Reck mit seinen Jungs geschafft, sich in einer Art Rausch zu spielen und wurde so hochverdient Vizemeister. Prinzipiell ist die Bayernliga eine Top-Liga für uns, in der alle Mannschaften ein sehr hohes Niveau haben. Viele Mannschaften, die unweit der größeren Städte beheimatet sind, fungieren als Anlaufstelle für diejenigen, die es bei den Bundesligavereinen nicht in den U19 Kader geschafft haben. Für uns läuft die Runde bisher sehr unglücklich. Wir waren oftmals nicht die schlechtere Mannschaft, in vielen Spielen sogar klar besser. Allerdings passt bei uns momentan der Aufwand nicht zum Ertrag. Wenn ich das Spiel in Stätzling sehe zum Beispiel. Man gerät durch einen individuellen Fehler aus dem nichts mit 1:0 in Rückstand, hat 21 zu 4 Torschüsse und verliert völlig unverdient mit 2:1. Diese Spiele haben wir leider im Moment viel zu oft. Aber die Jungs wollen, geben in jedem Training alles. Der Einsatz, die Leidenschaft und vor allem der Teamgeist stimmen, daher bin ich zuversichtlich, dass die Jungs bald den Bock umstoßen.

Marcel Kühlinger

Zuletzt habt Ihr wie erwähnt 1:2 beim FC Stätzling unweit von Augsburg verloren, fast parallel mussten die erwachsenen Profis beim FC Augsburg 2 ein 2:4 hinnehmen. Hat man´s als Schnüdel aktuell gar nicht so leicht?
Marcel Kühlinger: Als Schnüdel hat man es wohl nie so wirklich leicht. Bei der U19 tut es mir vor allem für die Jungs leid. Zu wissen, sie haben alles rausgehauen, im Training vorher hart gearbeitet, gut gespielt, aber weil die Kugel nicht hinter die Linie will, hat man sich selbst wieder nicht belohnt. Ihre Enttäuschung nach so einem Spiel zu sehen, das tut dann schon weh. Die Situation bei der 1. Mannschaft möchte ich gar nicht bewerten. Natürlich würde ich mir aber wünschen, dass auch hier die Ergebnisse baldmöglichst besser werden. Am besten im letzten Heimspiel vor der Winterpause.

Was machst du konkret noch beim FC 05, was ansonsten beruflich?
Marcel Kühlinger: Neben dem Sportmanagementstudium führte ich jahrelang verschiedenste Aufgaben in der Fußball GmbH aus. Seit Oktober bin ich in der GmbH nichtmehr angestellt, da ich mich nun zeitlich auf meine Bachelorarbeit fokussieren möchte. Zudem habe ich im e.V. zwei Jahre lang das Amt des NLZ-Leiters begleitet. Im letzten Jahr haben wir uns in der Jugendleitung darauf verständigt, dass zu Saisonbeginn die Leitung Bernd Barget übernimmt und ich als Trainer die U19. Beides parallel wäre aus zeitlichen Gründen ebenfalls nicht möglich gewesen.

Marcel Kühlinger

Wär´s ein Thema, um auf Dich als Spieler zurück zu kommen, bei den Schnüdeln aufzulaufen, mit deren U23 Du ja einst in die Bayernliga aufgestiegen bist, wenn vielleicht wieder kleinere Brötchen gebacken werden?
Marcel Kühlinger: Profi möchte ich keiner mehr werden. Aber hypothetisch gesehen, wenn man als Jugendspieler in Schweinfurt oben auf Platz 9 spielt, dann träumt man natürlich davon, auch irgendwann unten im Stadion vor den Fans aufzulaufen. Ein Schnüdel wird man in der Jugend und bleibt man meist ein Leben lang. Ich möchte es definitiv nicht kategorisch ausschließen, irgendwann mal als Spieler zurückzukehren. Allerdings bin ich in den vergangenen Jahren bei der DJK auch ein „Adler“ geworden. Ich fühle mich hier unglaublich wohl, wir haben zwei super Trainer und eine tolle Vereinsführung, meine besten Freunde stehen mit mir auf einem Platz und ich kann es relativ gut mit dem Trainerdasein vereinbaren.

Marcel Kühlinger im Dress des FC 05

Zurück zur DJK Schwebenried/ Schwemmelbach: Platz zwei in der Landesliga könnte schon ein Thema sein, oder?
Marcel Kühlinger: Wenn es nach mir geht sehr gerne. Ich spiele ja nicht Fußball, um am Wochenende zu verlieren. Ich will jedes Spiel gewinnen und wenn dann am Ende Platz zwei dabei rausspringen würde, dann wäre das doch eine tolle Sache. Für mich ist Coburg der Top-Favorit in der Liga. Danach kommen ein paar Mannschaften, die vom Niveau her ähnlich sind, die allesamt Chancen auf Platz zwei haben. Wir waren die letzten Jahre regelmäßig im vorderen Drittel mit dabei, haben aus meiner Sicht den stärksten Kader seit ich bei der DJK spiele. Dennoch wird es natürlich sehr schwer, Zweiter zu werden. Man darf sich kaum Fehler erlauben und am Ende wird in den direkten Duellen die Tagesform entscheidend sein.

Marcel Kühlinger im Dress des FC 05

Was ist drin gegen Coburg am Wochenende? Das Hinspiel war ja eine enge Kiste….
Marcel Kühlinger: Wie bereits gesagt ist Coburg für mich die stärkste Mannschaft in der Liga. Aber wir spielen zuhause. Der Platz wird nicht so gut bespielbar sein wie im Sommer. Das kommt den Coburgern sicherlich nicht entgegen. Wir wollen sie natürlich ärgern und was Zählbares mitnehmen.

Wir danken für das Gespräch und wünschen alles Gute!

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