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Es ist eine Charaktersache: Dieser FC 05-Mannschaft darf man den Titel nächste Saison nicht zutrauen


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SCHWEINFURT – Was hätte wohl Willi Memmel nach Spielschluss auf dem Stadionvorplatz gesagt? Bestimmt ein bisschen gemeckert und – mit Recht! – das Konzept der Schnüdel angezweifelt, wie man denn nächste Saison in die 3. Liga aufsteigen will. Mit dieser Mannschaft? Mit den aktuellen Trainern?

Nach dem 0:2 gegen den zweifelsfrei nicht schlechten Abstiegsanwärter SV Heimstetten steht mal wieder alles in Frage. Memmel, früher „Täfelesaufhänger“ im Stadion, starb die Woche zuvor. Ihm zu Ehren gab es eine Gedenkminute. Und von oben wird der gute Willi am Samstag kopfschüttelnd auf das Willy-Sachs-Stadion geblickt haben…


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„Es ist eine Charaktersache, wenn man sich das Trikot überstreift. Dass man dann alles tut für den Verein. Das war heute nicht der Fall“, kritisierte Coach Timo Wenzel seine Truppe. Die verlor 0:5 bei Schlusslicht Pipinsried, holte in zwei Partien gegen den Vorletzten Heimstetten einen Punkt, liegt jetzt zwölf Zähler hinter dem neuen Tabellenführer (!) VfB Eichstätt und kann sich sieben Partien vor Saisonende Platz zwei endgültig abschminken. Das große Pokalspiel im August mit Bundesliga-Beteiligung wird diesmal in Eichstätt (oder eher Ingolstadt) steigen, zum Rundenfinale am 18. Mai droht den Schnüdeln gegen Pipinsried eine Kulisse unter 500 Treuen – und vor dem Match dürften einige bis zahlreiche Akteure verabschiedet werden. Womöglich auch Wenzel?

Diesen Samstag zeigte Heimstetten nach langer Anreise dem FC 05 die Grenzen auf. Was zuvor mit 1:0-Siegen noch gut ging und beim 1:1 in Memmingen prima war, weil nur der Keeper des Gegners einen Sieg verhinderte, war diesmal einfach nur durchschnittlich, konzept- und leidenschaftslos. Klar: Heimstetten hatte gerade diese beiden Gelegenheiten, die zu den Toren im letzten Spielquartal führten, als erst Philip Messingschlager Stürmer Mohamed Awata laufen ließ und dann Messingschlager und Nicolas Andermatt Yannick Günzel schießen ließen. Auf der Gegenseite hatten die Schweinfurter nach dem Seitenwechsel durch Stefan Maderer, Florian Pieper oder Andermatt ordentliche Gelegenheiten. Florian Trinks brachte nach dem 0:1 nochmals Schwung, holte sich aber zehn Sekunden nach seiner Einwechslung auch gleich Gelb ab für ein beherztes Foul.


Die absolute Außenseiterrolle habe seiner Mannschaft den Kick gegeben, meinte Gäste-Co-Trainer Lennart Hasenbeck. Sehr effektiv habe man seine Chancen genutzt, über weite Strecken keinen Zugriff auf den Gegner bekommen, glücklich gewonnen, anders als in den Wochen zuvor. Hart erarbeitet habe man sich den Sieg, aber auch verdient. Kann man so stehen lassen. Im Umkehrschluss bedeutet das: „Den Willen, alles reinzuhauen, vermisse ich bei der Mannschaft. Da war kein Aufbäumen nach dem 0:1, da war keiner da, der sagte: ´Das packen wir noch, Jungs!´ Und das macht mich traurig“, kritisierte Timo Wenzel, der mal wieder von der fehlenden Leidenschaft sprechen musste. Und dabei spielen doch etliche Akteure um einen neuen Vertrag. Wenn sie das anständig machen, dann bekommen sie gewiss einen, haben zumindest eine gute Chance. Immer wieder müsse das Trainerteam darauf hinweisen. „Manchmal sind sie wie kleine Kinder – und das ist sehr anstrengend!

Den VIP´s im Zelt schmeckte der gekochte Tafelspitz mit Meerrettich-Soße und breiten Nudeln nicht so recht, das Team hatte sich den geplanten Mannschaftsabend selbst versaut, bei dem Kevin Fery in seinen 25. Geburtstag herein feiern konnte. „Wir hatten einen klaren Plan. Aber wir hätten heute noch zwei Mal 90 Minuten spielen können und den Ball trotzdem nicht hinter die Linie gedrückt!“ Das fuchst Wenzel, für den es ja selbst um die Zukunft geht. So wie ihn der Blick nach Eichstätt ärgert, wo man es vormacht, wie man den FC Bayern München 2 jagen und aktuell sogar überholen kann. „Die Realität ist die Tabelle – und die lügt nicht“, sagt der 41-Jährige. „Der Stachel sitzt unheimlich tief. Platz zwei ist jetzt nicht mehr realistisch!“ Und schon kommenden Samstag zu Heimspiel zwei in Serie gegen den 1. FC Nürnberg 2 werden gewiss noch weniger Zuschauer kommen als die ohnehin nur unter 800 derzeit.

Die Hoffnungen der Fans beruhen auf Björn Schlicke als Kaderplaner. Auch wenn der neue Sportchef eigentlich noch nichts richtig Erwähnenswertes vorzuweisen hat in seiner Karriere nach der aktiven Zeit als Fußball-Profi. Trotzdem ziehen sich die Schweinfurter Fußballanhänger an ihm hoch, nachdem immer deutlicher wird, dass die aktuelle Truppe für oberste Regionalliga-Ansprüche nicht taugt. Bitter, dass der überragende Torwart Alexander Eiban sich noch nicht zu den Schnüdeln bekannt hat, verständlich freilich auch, weil sicherlich auch andere Vereine auf einen im Sommer freien und erst 27 Jahre alten Keeper ein Auge geworfen haben. Die Zugänge des letzten Sommers? Nur noch Ersatz wie Ronny Philp, eher austauschbar wie Stefan Kleineheismann, als Kapitän und Abwehrchef auch nicht der erhoffte Fels in der Brandung, pure Auffüllmasse wie Noah Schorn, der nur für die U23-Regel auf dem Spielerbogen steht. Akteure wie Philip Messingschlager, Lukas Billick oder Kevin Fery sehen derzeit ihre Grenzen.

Spannend wird sein, ob Markus Wolf eine Rundumerneuerung des Teams zulässt. Vermeidbar wird das nicht sein, wenn es wirklich nach oben gehen soll. Gewinnertypen müssen her; solche Spieler, die ein Team und das Publikum mitreißen können. Immer öfter fällt dabei der Name Marius Willsch, der nach seinem Wechsel zum TSV 1860 München bei den Löwen bis jetzt nicht so recht glücklich wurde. Auf seine Rückkehr hofft man in Schweinfurt. Und auf weitere Zugänge mit Feuer im Hintern für ein am Samstag recht träge wirkendes Team. Sonst könnte es nächste Saison richtig schwer werden mit einem Durchmarsch und mit zu erwartenden Pflichtsiegen gegen vermeintliche Kellerkinder oder Derbyrivalen wie vielleicht den TSV Aubstadt. Nach dem 0:2 gegen Heimstetten hatten die Fc 05-Fans noch nicht mal Pfiffe parat…

Fußball-Regionalliga Bayern: 1. FC Schweinfurt 05 – SV Heimstetten: 0:2 (0:0)
Schweinfurt: Eiban – Messingschlager, Kleineheismann, Billick, Lo Scrudato – Weiß (71. Trinks), Fery, Andermatt, Maderer – Pieper, Jabiri; Trainer: Wenzel.
Heimstetten: Riedmüller – Thomik, Regal, Günzel, Hintermaier – Beierkuhnlein (68. Sabbagh) – Laverty (62. Date), Ulusoy, Ebeling, Riglewski (84. Sengersdorf) – Awata; Trainer: Ch. Schmitt.
Schiedsrichter: Speckner (Schloßberg).
Tore: 0:1 (67.) Date, 0:2 (82.) Günzel.
Gelbe Karten: Fery, Pieper, Maderer, Trinks – Rehal, Riglewski.
Zuschauer: 798.

 

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