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Roger Lemerre

„Der Bürgermeister“ in Schweinfurt: Erinnerungen an Roger Lemerre & Tunesiens WM-Besuch


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SCHWEINFURT – 2006 ist nun schon 15 Jahre her und damit DAS Fußballereignis in Deutschland: Das Sommermärchen, das die WM auch nach Unterfranken brachte. Auch nach Schweinfurt, wo einer der Hauptbeteiligten von damals am heutigen Freitag seinen 80. Geburtstag feiert.

Rückblende: Diverse Teams schlugen damals in der Region ihr Quartier auf. Die Kroaten weilten in Bad Brückenau, Ghana in Würzburg, Ecuador in Bad Kissingen – und die Nationalmannschaft Tunesiens zog im Schweinfurter Mercure Hotel ein und trainierte im Willy-Sachs-Stadion.


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Unter der Anleitung von Coach Roger Lemerre, geboren am 18. Juni 1941 in Bricquebec. Er wird also diesen Freitag runde 80 Jahre alt. Lemerre beerbte 1998 nach dem WM-Titel Aimé Jacquet als Trainer der Nationalmannschaft Frankreichs. Er führte die Mannschaft zum Gewinn der Fußball-Europameisterschaft 2000 in den Niederlanden und Belgien, scheiterte allerdings mit seinem Team in der Vorrunde bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea. Ohne Sieg, ohne Tor. Lemerre wurde in Frankreich entlassen, um wenig später das Amt bei der tunesischen Nationalmannschaft anzutreten, die er bis 2008 betreute und mit der er 2004 Afrika-Meister wurde. Danach wurde Lemerre nochmals Nationaltrainer in Marokko.


Le maire bedeutet auf Deutsch „der Bürgermeister“, weshalb sich die damalige Schweinfurter OB Gudrun Grieser vermutlich so gut verstand mit Roger Lemerre. Der feierte während des Turniers seinen 65. Geburtstag in Schweinfurt, und irgendwie versuchte die Stadt alles, um große Tunesien-Euphorie zu entfachen. Was so recht aber nicht gelingen wollte. Es gab zwar eine voll besetzte WM-Gala im Theater vorab mit Sepp Maier, dem Haßfurter Ex-Nationalspieler Luggi Müller und Günter Bernhard, dem einzigen noch lebenden Ex-Nationalspieler aus den Reihen des FC 05. Es gab einen eigenen Tunesien-Stand in der Galerie Kaufhof, der Sportminister trug sich im Rathaus ins Goldene Buch ein. Aber so richtig wollten die Schweinfurter nicht mit den Nordafrikanern mitfiebern.

Der einstige Schnüdel-Trainer Otto Baum fungierte dank seiner Kenntnisse als einstiger Lehrer als Dolmetscher, Weinprinzessin Jennifer Gahn (damals Herbert) überreicht Rebensaft aus Franken an Roger Lemerre. Dr. Rainer Koch war natürlich da, schon damals Präsident des bayerischen Fußball-Verbandes und unverzichtbar.

„FIFA-WM-Quartier durfte sich die Stadt Schweinfurt offiziell nennen und wollte mit einem Deutsch-Tunesisches Straßenfest mit Bauchtanz und „Souks“ punkten. Das Nationalteam kickte gegen eine Bayernauswahl im Stadion, doch die erwarteten Massen kamen zu keinem der Events. Voll war der Marktplatz nur dann, wenn Deutschland im Rahmen des Public Viewings spielte.

Die Tunesier mussten früh wieder nach Hause. Nur gegen Saudi-Arabien klappte es bei einem 2:2 in München mit einem Punkt, danach verloren sie in Stuttgart mit 1:3 gegen Spanien und in Berlin im entscheidenden Match mit 0:1 gegen die Ukraine. Die Touristenströme in Schweinfurt blieben aus, hergestelltes Merchandising-Material soll noch heute unverkauft in den Kellern des Rathauses lagern…

Für auch alle anderen Teams, die in Unterfranken Station machten, war bald Schluss. Die Kroaten verloren gegen Brasilien, spielten gegen Australien und Japan nur unentschieden und mussten ebenfalls nach der Vorrunde nach Hause. Die geplanten Events in Bad Brückenau wurden letztlich zum Debakel.

Mit den Siegen über Costa Rica und Polen kam Ecuador zwar überraschend ins Achtelfinale, scheiterte dort aber in Stuttgart mit 0:1 an England. Und Ghana ließ mit Siegen Tschechien und die USA hinter sich, ging als Gruppenzweiter hinter Italien in die Runde der letzten 16. In Dortmund war mit einem 0:3 gegen Brasilien aber Schluss.

Zurück nach Schweinfurt: Das „Abenteuer Tunesien ließ sich die Stadt 265.000 Euro kosten. Weil man den Nordafrikanern die drei Wochen Aufenthalt sponserte. Als Fazit war danach von wenig Kontaktfreude seitens der unnahbaren Gäste, kaum Touristen aus Tunesien und hoher Aufwendungen bei unerwartet niedriger Refinanzierung vor allem bei den hergestellten Merchandising-Artikeln und der WM-Gala im Theater zu hören. Doch 641 Erwähnungen des Namens Schweinfurt ließ die Stadt in deutschen Tageszeitungen zählen, dazu 19 Fernsehbeiträge.

Happy Birthday, Roger Lemerre!

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