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Acht Busse nach Illertissen: Aubstadt wird das Pokalfinale zu einem Heimspiel machen und ist zuversichtlich


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ILLERTISSEN / AUBSTADT – Der 20. August des vergangenen Jahres macht Mut, spielt heute aber sicher keine Rolle mehr. Mit 2:1 gewann der TSV Aubstadt im Vöhlinstadion in Illertissen seine Partie der Fußball-Regionalliga Bayern durch Tore von Max Schebak und Christopher Bieber. Am Samstag aber werden beim zweiten Wiedersehen nach dem 1:1 im Rückspiel die Karten neu gemischt.

Das große Bayerische Pokalfinale steht an. Und nach 90 Minuten (plus eventuellem Elfmeterschießen) kann nur eine der beiden Mannschaften vom Traumlos Bayern München oder Borussia Dortmund in der DFB-Pokalrunde eins im Sommer träumen. Entweder die Gastgeber aus der knapp 18.000 Einwohner zählenden Stadt Illertissen in Mittelschwaben zwischen Ulm und Memmingen oder eben die Jungs aus dem so mächtigen Grabfeld-Dorf mit gerade mal 700 Bürgern.



Ein überraschend großer Teil davon lässt sich mobilisieren. Fast schon für Frankfurter Verhältnisse, möchte man vergleichend meinen. Für das Endspiel, das zur ungewohnten Zeit 290 Kilometer entfernt von der unterfränkischen Idylle um 16.40 Uhr angepfiffen und in der großen ARD-Konferenz „Finaltag der Amateure“ sowie im kommentierten Livestream des BR24 zu sehen ist, fahren insgesamt unglaubliche acht (!) Busse, die bereits allesamt ausverkauft sind. Um die 350 „Aubschter“ werden in Südwestbayern erwartet. Treffpunkt am Sportheim in Aubstadt ist um 9.15 Uhr, Abfahrt spätestens um 10 Uhr, so dass die Anhänger allesamt überpünktlich am Finalort ankommen werden und genügend Zeit haben, um nochmal in die knapp 20 Fußminuten entfernte Innenstadt zu pilgern. Viele weitere Fans des TSV dürften privat mit Pkws anreisen. Platz genug im wie auch die NGN-Arena 3000 Zuschauer fassenden Vöhlinstadion gibt es zur Genüge. Das 3:1 von Illertissen im Halbfinale gegen die Würzburger Kickers wollten nur 690 Fans sehen, das 2:1 über Meister Bayreuth im Viertelfinale gar nur 150.


Aubstadts jubel nach dem Pokalsieg gegen 1860 München

Für die 30 Euro an Kosten (Helfer und Spieler des Vereins zahlen 15) sind auch die Getränke im Bus enthalten, ebenso eine Brotzeit für alle Mitfahrenden bei einem Zwischenstopp. Die Eintrittskarte für das Spiel sind bereits reserviert, sie müssen beim Eingang ins Stadion vor Ort bezahlt werden. Eine Tageskasse gibt es natürlich auch noch. Ab 20.30 Uhr ist eine hoffentlich feucht-fröhliche Heimreise geplant.

Und wer ist Favorit? Die Illertissener liegen dem TSV Aubstadt anscheinend irgendwie. Auch in der ersten Saison gewannen die Grabfelder auswärts mit 2:1 und zuhause gar mit 3:0. Diese Saison trennen ein Tabellenplatz, zwei Punkte und 19 Tore die beiden Teams, allesamt zugunsten der Unterfranken, die 17 Mal mehr trafen, deren Keeper zwei Mal weniger hinter sich greifen mussten. Illertissen um seinen allerdings in der Winterpause nach Mönchengladbach gewechselten 15 Buden-Mann Semir Telalovic ist auswärts deutlich stärker als zuhause, allerdings ist es bei Aubstadt umgekehrt der Fall.

Was sagt die aktuelle Form? Der FV Illertissen stoppte ausgerechnet in Schweinfurt am vergangenen Samstag seine negative Phase mit zuvor nur dem Sieg über Schlusslicht Rosenheim in ansonsten acht Partien mit nur einem Punkt, darunter beispielsweise einer Heimniederlage gegen Relegant Eltersdorf. Und der TSV Aubstadt verlor vor dem 9:1 jüngst gegen Schalding-Heining zwar zwei Mal, sammelte zuvor aber 13 von 24 möglichen Punkten aus acht Partien, gewann unter anderem in Burghausen. Irgendwie spricht also vieles für die Unterfranken am Samstag…

Das Tor in Illertissen war damals bereits das dritte von Max Schebak, der danach freilich nur noch zwei Mal jüngst beim 9:1 gegen Schalding-Heining traf. Dazu kommen zwei Tore, die der 27-Jährige beisteuerte zur Kreisklassen-Meisterschaft der zweiten Mannschaft. Der Kasache, der zwischenzeitlich letzte Saison mal beim nun aus der Bayernliga abgestiegenen FC Sand spielte, ist also rechtzeitig in guter Form. FuSWball.de stellte Schebak, der seinen Vertrag für die kommende Saison verlängert hat, drei Fragen.

Max Schebak (links)

Max, eine derartige Faninvsion gab´s beim TSV Aubstadt wohl noch nie. Wie groß ist die Vorfreude auf Samstag und wie groß die Zuversicht, in Illertissen das ganz große Ding zu rocken?
Max Schebak: Stimmt, so eine große Fan-Base hatten wir wirklich noch nie. Nicht nur wir freuen uns mega auf dieses Spiel am Samstag, sondern auch die ganze Region. Das ist ein Riesensache, wenn man sieht, wieviele sich da für die Busse angemeldet haben. Und wir sind auch sehr zuversichtlich. Das wird in meinen Augen ein 50:50-Spiel. Allerdings bin ich von meiner Mannschaft sehr, sehr überzeugt. Ich glaube an uns, und die Zuversicht ist definitiv sehr hoch.

Du selbst hast mit zuletzt zwei Toren Werbung in eigener Sache gemacht. Habt ihr es geschafft, die Verfassung auf den Punkt genau für das Finale auf den Höhepunkt zu bringen?
Max Schebak: Mir persönlich hat es sehr gut getan, vor dem Finale nochmal zwei Mal zu treffen. Ich bin deshalb voller Vorfreude. Bei uns hat sich am Samstag jeder belohnt für die letzten Wochen, in denen wir hart gearbeitet und viel investiert haben. Das war vor allem für uns Offensivspieler nochmal wichtig zu treffen. Mit einem 9:1 hat natürlich niemand gerechnet. Aber umso schöner für uns. Wir sind in Top-Form und mehr als bereit für das Spiel am Samstag. Ich bin gespannt, was passiert…

Euer Kader ist mit diese Saison schon 23 eingesetzten Spielern so groß, dass gar nicht alle auf der Bank sitzen können. Werden die überzähligen Jungs dann von hinter der Bande anfeuern?
Max Schebak: Du hast recht, da wird es natürlich Härtefälle geben. Jeder will dabei sein, ganz klar. Aber auf der anderen Seite hat man die ganze Saison schon gesehen, dass wir diese Gönner-Mentalität in der Mannschaft haben. Natürlich ist man traurig und enttäuscht, wenn man selbst nicht dabei ist. Das ist mir ja auch schon ein paar Mal passiert. Aber auf der anderen Seite gönnt ein jeder dem anderen alles. Die Mannschaft steht immer im Vordergrund, das zeichnet uns auch diese Saison so aus. Hundertprozentig stehen diese Jungs dann hinter der Bande. Wir sind ein Team – und jeder auf dem Platz gibt alles, auch für diejenigen, die draußen stehen. Wir sind wie eine kleine Familie. In Aubstadt ist es ein Riesen-Plus, dass man mit Freunden zusammen spielt. Aber jeder von uns möchte spielen und Gas geben. Dafür sind wir Fußballer und Sportler. Aber es geht um die Mannschaft!

Wir danken für das Gespräch und wünschen für Samstag nur das Beste!

BFV-Pokal auf Verbandsebene, Finale: FV Illertissen – TSV Aubstadt (Samstag, 21. Mai, 16.40 Uhr)
Schiedsrichter: Florian Badstübner; Assistenten: Lothar Ostheimer, Christoph Stühler

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