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Spitze Zungen: Willkommen in Katarrh


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Katarrh, eine mit Absonderungen verbundene Entzündung der Schleimhaut, droht in den nächsten Wochen. Es wird Winter und kalt. Halt, nicht überall.

Der Verfasser dieser Zeilen boykottiert die WM nicht, aber seine bereits 13. (igitt…), die er erlebt, interessiert ihn nur am Rande. Deutschland startet an einem Mittwochnachmittag unserer Zeit gegen 14 Uhr. Gegen Japan wird zu einer Zeit gespielt, wo wir am freien Tag meiner Partnerin die letzten hellen Stunden des Tages im Freien genießen. Aber mal schauen, vielleicht regnet es ja auch.



1974 mit gerade mal fünf Jahren bekam ich im Garten der Tante spielend mit, wie die erwachsenen Männer auf der Terrasse mit einem tragbaren, Batterie-betriebenen Schwarz-Weiß-Fernseher scheinbar etwas Wichtiges anschauten. Und dazu wohl ein paar Biere tranken. Erfolgsfans 😉


Von 1978 gibt die Erinnerung noch her, dass ich mit neun Jahren Ronnie Worm gut fand (war der überhaupt dabei?), dass Dieter der bessere (und vor allem jüngere)Gerd war, und dass ein Mann, der eigentlich krank(l) war, irgendeinen schreienden Reporter narrisch macht.

1982 mit 13 war das Halbfinale gegen Frankreich eines der besten Fußballspiele überhaupt. Das 3:3 mit Elfmeterschießen, dem Angriff unseres Keepers auf die gesamte gegnerische Nation. Danach freilich ein langweiliges Finale. Das war 1986 aufregender. „Burruchaga, Toni, halt ihn, nein…“. Wenigstens hatte er zuvor niemanden umgenietet. Aber hätte Gott auch gegen uns seine Hand eingesetzt – wer weiß…

1990 mit 21 Jahren wurde Deutschland nur deshalb Weltmeister, weil der Autor dieses Textes vom ersten bis zum letzten Spiel komplett die selben Klamotten trug und es zu jedem Spiel Erdbeerkuchen gab. Verdammt, wo bekommen wir jetzt Erdbeeren her? Scheiß Winter-WM…. Cool damals die Feier mit tausenden Menschen auf dem Schweinfurter Marktplatz in einem grandiosen Fußball-Jahr. Stichwort 3:3 und Aufstieg der Schnüdel in Liga zwei.

1994 ebbte die Begeisterung schon ab. Die erste feste Freundin war wohl schuld. Einzig das Aus gegen Bulgarien im Viertelfinale haftet im Gedächtnis, auch von 1998 blieb als Erinnerung das Aus in der Runde der letzten Acht, gegen Kroatien schauten wir im Brauhauskeller zu.

2002 mit 33 Jahren gab´s schon mal Spiele mittags, oft langweilige 1:0-Siege, ohne Ballack das Finale gegen Brasilien, verfolgt in der Sporthalle des SV Oberwerrn gegen 12 Uhr. In den Tagen des Umzugs nach Buch bei Theres, wo ein neues privates Kapitel startete. 2006 ging´s von dort ein paar Mal auf den Schweinfurter Marktplatz. Spätabends endete im Halbfinale gegen Italien des Sommermärchen ja. Die KO-Spiele zuvor gegen Argentinien oder Schweden, als wir in die Markthalle mussten, weil der Marktplatz überfüllt war, sind schöne Tage gewesen.

2010 hatte der Schreiber dieses Beitrags als Journalist ein Fußball-Turnier in Münnerstadt besetzt, als die Ehrengäste ihre Reden danach einfach nicht beenden wollten und wir vom südafrikanischen Wembley-Tor auf der Heimfahrt im Radio hörten. Klasse die Gala gegen Argentinien, gesehen im Biergarten des FC Altstadt Schweinfurt. Das Halbfinal-Aus gegen Spanien, verfolgt bei Luigi im Sportheim des SC Weyer, machte gar keinen Spaß. Beim Spiel um Platz drei gegen Uruguay waren wir auf der Heimfahrt aus München von einer Hochzeitsfeier.

Mit dann schon 45 Jahren konnte der Fußballfans aus nun Schonungen wegen großen Sorgen um ein geliebtes Tier die WM nicht genießen. Daher war auch keine Lust vorhanden, nach dem ersten Triumph 24 Jahre nach Rom wieder auf den Marktplatz zu fahren. Es regnete ohnehin, oder? 2018 blieben aus sportlichen Gründen alle Emotionen fern, das schnelle Aus nach nur drei Partien verfolgte ich an einem Mittwochnachmittag alleine auf dem Sofa.

Und nun? Ohne Mats Hummels kann das nichts werden, wenn Jogi Löw….., halt, Hansi Flick macht das ja nun! … lieber einen Abwehrmann ohne Erfahrung mitnimmt, der nach einer Frauenzeitung und dem benannt ist, was ich neben Mayonnaise auf meine Pommes brauche. Auf den Außenbahnen hinten sollte einer die Gegner wegkehren und ein anderer viel Raum haben. Hoffentlich ist der Klostermann aggressiv genug, hat Schlotterbeck keinen Schüttelfrost und sind die Brüder Ginter und Günter gut in Form. Ach, eigentlich kann doch gar nichts schief gehen.

Am 18.12. dürfen gerne die Deutschen jubeln, von mir aus nach Mario Götzes entscheidendem Tor in Finale gerne wieder gegen Messiland. Sekt, Schampus oder Bier werden sie dennoch wohl danach in diesem Alkohol ablehnenden Gastgeberland nicht bekommen. Wenn doch, dann müssen sie ihn aus Flaschen und Gläsern trinken. Denn der WM-Pokal ist ja kein Füllkrug.

Michael Horling
Kontakt

Foto/ Logo: @ FIFA


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