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Der Kommentar zum FC 05: Am Schlimmsten ist, dass es kaum jemanden wirklich interessiert…


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Wie geht´s weiter bei den und mit den Schweinfurter Schnüdeln? Bis Jahresende, klar, mit den noch beiden Regionalliga-Heimspielen am Samstag gegen Illertissen und 14 Tage später gegen Heimstetten. Und dazwischen mit der Reise zum FC Augsburg 2.

Der Tabellenzehnte, der diese Saison mehr Fußballspiele verloren als gewonnen hat, erwartet also erst den 18. und dann das Schlusslicht. Das klingt nach einerseits Traurigkeit und leeren Rängen im Willy-Sachs-Stadion, nach kaum mehr als 300 Zuschauern. Anderseits aber auch nach eigentlich sicheren Siegen.





Eigentlich. Denn die Hinspiele gingen jeweils an den Gegner. Und weil der FC 05 nur drei der 13 letzten Partien gewonnen hat, steht er eben da, wo er steht: Vier Punkte vor einem direkten Abstiegsplatz und 24 (!) hinter Tabellenführer Unterhaching. Im Pokal ist man auch schon raus. Diese Runde, sie ist genauso gruselig wie die Rückserie der letzten Spielzeit.


Als man Trainer Tobias Strobl entließ, danach den Kader umwälzte, 13 neue Spieler holte, sich von ebenso vielen trennte, die nun hier oder da ziemlich erfolgreich kicken. Strobls Augsburger rangieren aktuell gerade mal zwei Punkte hinter den Schweinfurtern.

Der neue Coach Chris Gmünder durfte Fabian Cavadias noch gar nicht einsetzen, Akteure wie Vitus Scheithauer, Dominic Schmidt oder Severo Sturm fast gar nicht. Das Verletzungspech ist krass, ja. In Buchbach saßen mit Georgios Spanoudakis, Kevin Fery, Felix Schwarzholz und Nicolas Pfarr dennoch gestandende Spieler oder große Talente auf der Bank und wurden eingewechselt. Niemand hat ihnen oder dem gesamten Team befohlen, in den letzten Minuten mal wieder einen 2:0-Vorsprung zu verspielen.

Zwei 22 Jahre alte Keeper unter den bereits 26 eingesetzten Akteuren überzeugten bislang nicht. Weder Bennet Schmidt anfangs noch danach Nico Stephan. Bei einem von beiden, notfalls Nachwuchmann Dmytro Cherniavskyi werden die Fans, so sie denn noch kommen, am Samstag immer mal wieder die Luft anhalten.

Samstag muss ein Sieg her, das ist klar. Ohne Wenn, ohne Aber. Alles andere käme dem endgültigen Eingeständnis gleich, dass Profifußball in Schweinfurt gescheitert ist. Dass es keinen Sportdirektor braucht, der deutschlandweit junge Spieler verpflichtet, die anderswo nicht zum Zug kamen und die ihrer Karriere in Schweinfurt neuen Schwung verschaffen wollen. Diese Saison ging das komplett in die Hose, wird so mancher seinen Schritt schon bereut haben, nach Unterfranken gewechelt zu sein.

Angeblich wird Markus Wolf bald eine neue Ausrichtung bekannt geben. Profi-Fußball, der im Schnitt 500 Zuschauer anlockt (mal die Top-Spiele gegen Würzburg und die Bayern nicht berücksichtigt), der mit Akteuren gespielt wird, die überwiegend Herzblut für den FC 05 vermissen lassen, braucht jedenfalls kein Mensch.

Und ja: Der Vergleich mit Aubstadt, er muss sein. Dort setzte Coach Victor Kleinhenz auch schon 23 Akteure ein, fehlt seit Sommer mit Mike Dellinger ein absoluter Schlüsselspieler. Nach 21 Partien haben die Grabfelder fünf Punkte mehr als der FC 05. Was jede Woche zwar eine Momentaufnahme ist, längst aber auch ein Trend und ein deutliches Zeichen, dass im Dorf auf dem Land anscheinend besser gearbeitet wird.

Einen Plan haben sie in Aubstadt auch, wollen nun einen Kunstrasenplatz errichten, bauen gerade schon ein Physio-Zentrum mit VIP-Bereich und Blick auf das Spielfeld. Die zweite Mannschaft des TSV steigt wohl in die Bezirksliga auf, dürfte auch dort marschieren, bald in der Landesliga landen, wo dann die regionalen Talente aus der Rhön, aus den Regionen Thüringen und Coburg, den Haßbergen, aber auch Schweinfurt und Würzburg Spielpraxis bekommen sollen, die man in Schweinfurt den Ersatzleuten nicht geben kann. Weil eine zweite Mannschaft fehlt.

Max Schebak, Steffen Behr, Timo Pitter, Ingo Feser…, alles Ex-Schnüdel, die in Aubstadt Leistungsträger sind. Warum der FC 05 sich vom TSV längst nicht schon Leonard Langhans, Ben Müller, Marcel Volkmuth, Jushua Endres oder Lukas Wenzel geangelt hat, drei Mal 24 und je ein Mal 25 und 23 Jahre alt, im defensiven Mittelfeld, auf der Außenbahn, im Angriff oder im Tor absolute Leistungsträger, allesamt mit regional-lokal-fränkischen Wurzeln, mag das Geheimnis der Schweinfurter sein. Vielleicht freilich haben sie es versucht und sich Absagen eingehandelt. Weil sich die Spieler im Grabfeld wohler fühlen, wo aktuell auch nicht gravierend weniger Zuschauer kommen.

Und „the next generation“ steht schon in den Startlöchern. Innenverteidiger Jannik Fippl (22) erzielte jüngst das Goldene Tor gegen Pipinsried, Moritz Gündling, Marvin Weiß (beide 20) und André Rumpel (21) brachten eingewechselt frischen Wind. Talente aus Franken, die alle nebenbei Fußball spielen. Und das in der Gemeinschaft in dieser Saison mindestens genauso gut wie die Schweinfurter. Letzte Saison hatte Aubstadt übrigens auch nur einen Punkt weniger als der FC 05 auf dem Konto. Das Jahr zuvor waren es deren fünf. Profis aus der Stadt und Amateure vom Dorf nahezu gleichauf. Über mehrere Spielzeiten.

Und das spricht eindeutig gegen die Schnüdel und die Entwicklung. Aus dem Grabfeld können sie lernen, wie man es mit mutmaßlich weniger Mitteln genauso macht. Nur schürt man im Norden Unterfrankens eben nicht über Jahre die Erwartung, bald 3. Liga zu spielen…

Am Schlimmsten ist, dass es in Schweinfurt kaum noch jemanden zu interessieren scheint. Der immer leerer werdende Fanblock feuert kaum noch an, einzig ein paar Hand voll Rentner auf der Tribüne tun während der Partien ihren Unmut kund. Und waren zuletzt nach der Niederlage gegen Rain sauer. Wenn´s in Aubstadt mal nicht läuft, dann kann man dort wenigstens eine gute, grobe Bratwurst genießen. Während die in Schweinfurt eher Durchschnitt ist. Aber die Geschmäcker sind ja verschieden. Und so gibt es sie halt immer noch, die Leute, die glauben, dass man beim FC 05 alles richtig macht.

Michael Horling
Kontakt


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