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Bergtheim stand kopf: Wie die Schweinfurter Handball-Damen ein schon verloren geglaubtes Match drehten und ein Handball-Wunder schafften


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BERGTHEIM / SCHWEINFURT – Handball ist ein geiler Sport! Das werden die meisten Leute ja schon gewusst haben. Spätestens seit Samstagnachmittag aber ist klar: Handball ist auch in Schweinfurt geil!! Da schafften die MHV-Herren kürzlich erst den Ligaerhalt. Und nun steigerten die Damen das sogar noch. Samstagnachmittag in Bergtheim.

Landesliga, Abstiegskampf. Klar war: Nur der Sieger der Partie am letzten Spieltag kann sich retten. Der Verlierer? Muss im besten Fall Relegationsspiele gegen den Abstieg bestreiten. Und die Bergtheimer Reserve hatte mit Sandra Hämmerlein eine Akteurin der ersten Mannschaft aus der Bayernliga aufgeboten. Die bekam man seitens der Schweinfurterinnen in der pickepackevollen Willi-Sauer-Halle erst gar nicht in den Griff. 18:13 hieß es zur Pause für die Gastgeberinnen. Es roch nach Abstieg für die MHV-Mädels. Die brauchten unbedingt einen Sieg.


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„Wir waren extrem nervös. Es war DAS entscheidende Spiel. Das hatten wir letzte Saison beim Aufstieg nicht. Mit dem Druck sind wir nicht so gut umgegangen. 13 eigene Tore waren ja okay. Aber 18 Gegentreffer waren zu viel. Und dabei haben wir auf dem Papier eine der besten Abwehren der Liga“, weiß Trainer Alexander Bitsch. Das Reden hinterher fiel ihm schwer. Die Stimme machte kaum noch mit nach nervenaufreibenden zweiten 30 Minuten und einem offenen Schlagabtausch.


Die Gäste stellten auf eine 6:0-Abwehr um, boten Bergtheim Rückraumwürfe an. Und das funktionierte. Die ohnehin am Fuß angeschlagene Torfrau Anna Höldl machte Platz für Renate Brand. Und das fruchtete alles. „Handball ist Kopfsache und schnelllebig. Emotionen können umschwappen. Bergtheim hat zu viel gehadert mit den Schiedsrichterinnen. Wir aber haben uns auf uns besonnen“, berichtet Bitsch.

Auf 19:17 kamen die Schweinfurter Drama-Queens heran. Dann auf 21:20, auf 25:24. Der Rückstand blieb. Und wuchs wieder leicht. Auf 26:24 per Siebenmeter. Beim Foul dazu verletzte sich auch noch Viola Wolz. Dann 27:26. Ausgleichschance. Doch Anna Kleinhenz verwarf einen Siebenmeter. Ihre Schwester Theresa traf. Unentschieden! Und Rot für Bergtheims Hannah Amthor. Zusätzlich noch ein Siebenmeter. Doch diesmal verwarf Viola Wolz…

Mit zwei Mann mehr auf dem Parkett gelang Johanna Weigel mit dem 28:27 endlich die erste Führung der Schweinfurterinnen. Die bauten aus auf zwei Tore, fingen sich wieder einen Treffer. Doch die Uhr lief nun gnadenlos ab. Am Ende stand es 31:30. Wegen eines einzigen Tores gelang dem MHV somit der Klassenerhalt. Mit den vielen Fans feierten die Mädels und die Verantwortlichen mit der La Ola-Welle. allerdings zunächst nur kurz. Die Erschöpfung. „Wir sind aber mit dem Reisebus da. Da findet sich bestimmt noch was…“, grinste der Coach.

Sieben der letzten acht Partien gewannen die Schweinfurter. Was für ein Saisonendspurt! „Unsere Vorbereitung war nicht optimal. Die meisten Testspielgegner sagten ab, auch unser Trainingslager fiel aus. Dann das ungewohnte Harz bei Auswärtsspielen. Wir verloren in der Hinserie mal sieben Mal in Folge, haben im Rahmen des Abwärtsstrudels beim 15:24 in Kunstadt Ende des Jahres 2017 unser schlechtestes Spiel abgeliefert. Und uns danach gesagt: Wir müssen jetzt was tun!“

Alex Bitsch weiß, dass seine Damen in der Rückrunde der Liga bewiesen, dass sie zurecht Landesliga spielten. „Wir haben Landshut geschlagen, wir haben den Zweiten aus Stadeln geschlagen. Wir gehören in die Liga. Und ich wünsche mir, dass die Mädels nächste Saison den Start nicht wieder verpennen und von Anfang an im Mittelfeld spielen. Da gehören sie nämlich hin!“

Für Bitsch freilich muss der Verein einen Nachfolger als Trainer suchen. Das Schweinfurter Handball-Eigengewächs will es nach zwei Jahren nochmals rein als Spieler versuchen und spricht vom Zeitfaktor kurz vor dem 30. Geburtstag. Für die HSG Dittigheim/Tauberbischofsheim wird er künftig in der Landesliga Baden Nord auflaufen, nur noch spielen, gibt mit dem Tapetenwechsel auch seinen Job bei der Vermarktung des MHV ab.

Da wird sich also einiges ändern im Verein, wo die Suche nach dem neuen Trainer längst läuft. Gespräche gab es bereits. Fakt ist: Sowohl die Damen als auch die Herren des MHV Schweinfurt 09 hätten es ab der kommenden Saison, die im Spätsommer wieder startet, absolut verdient, einen Handball-Boom auszulösen. Und nicht nur bei Derbys oder in der heißen Phase die Fans zu mobilisieren. Denn das am Samstag in Bergtheim: Das war geil!!

Handball, Landesliga, Damen: HSV Bergheim 2 – MHV Schweinfurt 09: 30:31 (18:13)
Tore für Schweinfurt: Johanna Weigel 13 (davon 8 Siebenmeter), Anna Kleinhenz (6), Theresa Kleinhenz (4), Viola Wolz (3), Lisa Seufert (2), Sina Seufert (2), Zeljka Parad (1).

Und hier vor vielen tollen Fotos noch vier Videos:

 



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