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Showdown beim Basketball: Die DJK Schweinfurt erwartet den Tabellenführer und will ihn stürzen – großes Doppel-Interview!


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SCHWEINFURT – Showdown in der Basketball-Bayernliga Nord: Am kommenden Samstag um 18 Uhr empfängt die DJK Mainfrankenbahn Schweinfurt die TG Sprintis Veitshöchheim zum Schlagerspiel. Am 20. von 22 Spieltagen trifft der Tabellenzweite auf den nur zwei Punkte besseren Ersten.

Beim Sieg jüngst in Weiden überragte bei den Schweinfurtern Tim Zenger mit 32 Punkten. Aufbauspieler Benedikt Weber war mit 19 Punkten, darunter einem Dreier, der zweitbeste Scorer der Gäste. Zenger ist mit 327 Punkten (17,2 im Schnitt) aktuell der drittbeste Werfer der Bayernliga hinter Aaron Lachner aus Neustadt /Aisch und Markus Mallanik aus Kulmbach. Hinter Tom Ludwig (12., 234) ist Benni Weber mit 181 Punkten bei nur 15 Einsätzen der drittbeste Scorer der Schweinfurter, die nicht nur in Sachen Korbdifferenz (362 zu 249) hinter den Veitshöchheimern herhinken, die auch das Hinspiel auswärts mit 74:84 verloren haben. Den direkten Vergleich will die DJK gewinnen – um dann nach einigen Jahren wieder in die Regionalliga zurückzukehren? sw1.news sprach mit Tim Zenger und Benedikt Weber.


Wolf-Moebel

Tim, Benni, kribbelt´s bei Euch schon so kurz vor dem absoluten Gipfeltreffen?
Benedikt Weber: Klar. Ein Topspiel Erster gegen Zweiter so spät in der Saison mit so einem geringen Abstand ist natürlich sehr reizvoll. Für solche Situationen betreibt man Wettkampfsport. Ich jedenfalls freue mich sehr auf das Spiel.
Tim Zenger: Absolut! Mit den Siegen in den letzten Wochen haben wir uns die Möglichkeit auf die Meisterschaft erarbeitet und jetzt wollen wir auch am Samstag gewinnen. Außerdem haben wir nach der Niederlage im Hinspiel noch eine Rechnung offen.


Benedikt, Du hast beim Hinspiel gefehlt. War das die entscheidende Personalie?
Benedikt Weber: Ich glaube das kann man so nicht sagen. Die Jungs haben in Veitshöchheim ein super Spiel gemacht und waren auf Augenhöhe. An einem Spieler kann man so etwas meiner Meinung nach sowieso nicht festmachen, zumal auch beim Gegner mit Ferdinand Kleber ein wichtiger Spieler gefehlt hat.

Tim, Du kamst im Hinspiel auf nur zehn Punkte. Das muss diesmal besser werden, wenn Ihr den direkten Vergleich gewinnen wollt?
Tim Zenger: Das kann zumindest nicht schaden, das Hinspiel war nicht meine beste Leistung. Deswegen ärgert es mich umso mehr, dass wir das Spiel verloren haben. Aber für Samstag müssen wir vor allem als Team stark spielen, wer am Ende die Punkte macht ist nicht wichtig.

Was macht die Veitshöchheimer denn so stark?
Benedikt Weber: Sie sind unglaublich erfahren und haben fast alle schon deutlich höherklassig – teilweise bis zur 1. Bundesliga – gespielt. Außerdem sind sie taktisch und spielerisch natürlich sehr stark, wodurch sie den ein oder anderen athletischen Nachteil den sie vielleicht haben, gut kompensieren können.
Tim Zenger: Sie bleiben in jeder Situation ruhig und ziehen ihr Spiel durch. Und wenn es trotz allem mal nicht so läuft, können sie sich immer auf ihre individuelle Klasse verlassen oder schicken mit Christian Gabold einen ehemaligen Bundesligaspieler von der Bank auf´s Feld. Das ist schon eine Situation, um die man sie nur beneiden kann, sie sind sicher zurecht auf dem ersten Platz.

Zumindest fällt ja Samstag schon eine Vorentscheidung. Ihr müsst aber den direkten Vergleich gewinnen und dann noch in Rattelsdorf und gegen Neustadt/ Aisch siegen, weil Veitshöchheim gegen Eckersdorf und bei TTL Basketball Bamberg 2 wohl kaum nochmal patzt. Denkt ihr genauso? Und kann das klappen?
Tim Zenger: Ich bin mir auch sehr sicher, dass Veitshöchheim nach Samstag kein Spiel mehr verlieren wird. Für uns ist es jetzt am einfachsten, uns einfach auf das Topspiel vorzubereiten, denn damit entscheidet sich auch, ob wir in dieser Saison noch Meister werden können. Wenn wir das Spiel und den Vergleich gewinnen, ist auch in den Spielen danach alles möglich.
Benedikt Weber: Ja, ich denke davon kann man ausgehen, dass auf jeden Fall drei Siege in den letzten drei Spielen und natürlich der gewonnene direkte Vergleich für uns nötig sein werden. Veitshöchheim war die ganze Saison sehr konstant, weshalb ich nicht denke, dass sie sich noch einen Ausrutscher leisten.  Unsere Chancen im direkten Duell sehe ich gerade zu Hause eigentlich relativ ausgeglichen. Insbesondere in Rattelsdorf wird es aber für uns auch noch einmal richtig schwer, weshalb Veitshöchheim vielleicht das vermeintlich etwas leichtere Restprogramm hat.  Letztendlich ist das aber alles Spekulation und die letzten Spiele müssen erst noch gespielt werden, weshalb ich keinesfalls ausschließen würde, dass am Ende mit dem nötigen Quäntchen Glück vielleicht wir an erster Stelle stehen könnten.

Wenn es nicht klappt mit der Meisterschaft: Wo habt Ihr, abgesehen mal vom Samstag, am ehesten unnötig verloren?
Benedikt Weber: Bisher waren es ja zum Glück noch nicht so viele Niederlagen. Verloren haben wir das Hinspiel gegen Veitshöchheim und gegen Rattelsdorf, die auf dem vierten Tabellenplatz sind. Das sind also durchaus Mannschaften, gegen die man einmal verlieren kann. Am ehesten daher vielleicht das Spiel in Breitengüßbach.
Tim Zenger: Anders als in den letzten Jahren lässt sich die Frage gar nicht so leicht beantworten. In diesem Jahr haben wir ja nur drei Niederlagen kassiert. Mit Veitshöchheim und Rattelsdorf waren da zwei Topteams der Liga dabei und auch Breitengüßbach hat eine wirklich starke Mannschaft.

In der 2. Regionalliga ginge es nach Leipzig, Zwickau, Chemnitz oder Gotha, aber es stünden auch Derbys an gegen die TG Würzburg oder gegen Litzendorf bei Bamberg. Wäre das reizvoll?
Benedikt Weber: Reizvoll sicherlich, aber auch mit mehr Aufwand verbunden.
Tim Zenger: Das Niveau in der höheren Liga ist natürlich reizvoll und gerade gegen Würzburg würde ich schon gerne spielen. Auf der anderen Seite sind die Fahrten und damit der Aufwand am Wochenende nochmal um einiges höher. Das wäre sicher nicht für jeden von uns mit Familie und anderen Verpflichtungen vereinbar.

Könnte man auch als Zweiter aufsteigen? Wolltet Ihr überhaupt hoch?
Tim Zenger: Da gewöhnlich nur eine Mannschaft aufsteigt, müsste der Erstplazierte dafür verzichten. Falls das am Ende Veitshöchheim ist, bin ich mir recht sicher, dass sie in die höhere Liga gehen werden. Aber für mich ist die Meisterschaft das große Ziel, ob darauf dann der Aufstieg folgt, ist eine andere Geschichte.
Benedikt Weber: Ein Aufstieg als Zweiter ist glaube ich nur möglich, wenn der Tabellenerste auf sein Aufstiegsrecht verzichtet. Mit dem Thema Aufstieg haben wir uns noch nicht ernsthaft befasst. Im Fall der Fälle käme es aber letztlich darauf an, ob genug Spieler in der Mannschaft auch bereit wären, den höheren Aufwand in der Regionalliga mitzumachen. Das ist gerade mit Familie usw. nicht selbstverständlich. Da wir alle reine Amateure sind, könnte man da auch niemandem böse sein, wenn er „Nein“ sagt.

Mit dem TV Goldbach spielt ein früherer Meister der Bayerliga Nord nun sogar in der 1. Regionalliga, ist dort zwar Letzter. Und die Coburger, ebenfalls vor nicht langer Zeit Gegner der Schweinfurter, schafften es sogar in die ProB, also die dritte Liga. Warum ist man bei der DJK davon so weit entfernt?
Tim Zenger: Ich denke, in beiden Fällen hat die finanzielle Unterstützung eine große Rolle gespielt. Gerade in Coburg ist mit einem starken Sponsor im Rücken nicht nur eine neue Arena gebaut worden, sondern es sind außerdem Spieler von außerhalb gekommen, die die Mannschaft mit einem Schlag auf ein professionelles Niveau gehoben haben. Wir spielen zwar weiterhin in der Bayernliga, dafür aber immer noch mit vielen Jungs im Team, die schon gegen Goldbach und Coburg dabei waren.
Benedikt Weber: Gute Frage. Goldbach und Coburg sind Beispiele dafür, was eine gewisse Summe an Geld in den unteren Ligen direkt und schnell bewirken kann. Für beide Teams war die Bayernliga letztlich nur Durchgangsstation nach oben. Solche finanziellen Möglichkeiten gibt es bei der DJK nicht. Außerdem kommt in sportlicher Hinsicht dazu, dass die Nordstaffel der Bayernliga, in der wir spielen, meiner Meinung nach in der Spitze recht stark besetzt ist, was sich daran zeigt, dass keiner der Aufsteiger aus den letzten Jahren wieder zurück in die Bayernliga abgestiegen ist. Bei nur einem Aufsteiger pro Saison ist es also gar nicht so einfach nach oben zu kommen.

Was müsste Eurer Meinung nach passieren, damit man in Schweinfurt mal einen Basketball-Boom auslöst? Mehr als Zweiter gegen Erster und somit ein echtes Endspiel wie am Samstag kann man doch kaum bieten, oder?
Benedikt Weber: Sollte man meinen. Um ehrlich zu sein weiß ich es nicht. Basketball scheint in Schweinfurt einfach nicht so angenommen zu werden wie in anderen Städten zum Beispiel Würzburg oder Bamberg. Das ist schade, aber letztlich auch das Schicksal vieler anderer Sportarten abseits des Fußballs. Ehrlicherweise muss man aber auch sagen, dass wir außerhalb des Facebookauftritts im Internet eigentlich keinerlei Werbung mehr für unsere Spiele machen. Dafür fehlen denke ich auch etwas die Mittel. Zudem war ja auch zu Regionalligazeiten, als noch mehr Werbung gemacht wurde, meistens eher eine überschaubare Anzahl an Zuschauern in der Halle.
Tim Zenger: Die Frage kann ich nicht wirklich beantworten. Es ist sicherlich so, dass in Schweinfurt mit Fußball und Eishockey auch anderer Sport auf hohem Niveau geboten wird. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass das für Standorte wie Bamberg oder Würzburg, wo Basketball boomt, genauso gilt.

Benni, Du warst ja schon damals dabei, als die Mannschaft als DJK McCafe Schweinfurt in der Regionalliga vor oftmals guten dreistelligen Zuschauerzahlen unter Spielertrainer Burkard Steinbach die Leute oft richtig begeisterte. Was ist Dir aus dieser Zeit besonders im Gedächtnis haften geblieben?
Benedikt Weber: Zum einen das spielerische Niveau in der Regionalliga und zum anderen die professionelle Herangehensweise von Burkhard Steinbach an den Basketballsport. Dass er als Trainer zudem auf junge Spieler gesetzt hat, war für mich dann wie ein Sechser im Lotto. Man konnte im Training unglaublich viel lernen und spielte am Wochenende teilweise gegen jetzige Bundesliga- oder sogar Nationalspieler. Das war natürlich eine super Erfahrung. Absolute Höhepunkte waren aber das Aufstiegsspiel gegen die TG Würzburg mit 600 Zuschauern und das Pokalspiel gegen die jetzigen s.Oliver Baskets in ebenfalls voller Halle.

Tim, wie hast Du damals diese Partien verfolgt? Wie alt warst Du zu der Zeit?
Tim Zenger: Ich war damals etwa 15, 16 Jahre alt und natürlich bei jedem Spiel in der Halle. Ich habe noch in der 2. Mannschaft gespielt und bei Benni in der 1. Mannschaft mittrainiert. Das Niveau war damals wirklich beeindruckend, aber da hat Benni aus erster Hand sicher die besseren Geschichten parat!

Kann es denn sein, dass die jungen Wilden der DJK bald schon den Absprung wagen müssen, wenn Sie im Basketball mal höher spielen wollen?
Benedikt Weber: Die Möglichkeit besteht immer, was man aber auch niemandem übel nehmen kann. Letztendlich gibt es einfach in Würzburg und Bamberg viel mehr Möglichkeiten höherklassig zu spielen, woran sich auch in Zukunft kaum etwas ändern wird. Natürlich hofft man immer, dass gute Spieler der Mannschaft erhalten bleiben, zu verhindern sind solche Abgänge aber nicht. Es spricht aber ja auch für die DJK, dass ein Spieler wie Fabian Hockgeiger, der uns ja nach Würzburg verlassen hat, dort jetzt in der Regionalliga eine sehr gute Rolle spielt.
Tim Zenger: Das kann ich mir schon vorstellen. Wir spielen zwar auf hohen Niveau und auch um die Meisterschaft, aber ob der Aufstieg dann kommt, ist nicht sicher. Und in Bamberg und Würzburg gibt es viele Alternativen, gerade im Jugendbereich wird da sehr gut gearbeitet. Wenn einer unserer jungen Spieler den nächsten Schritt machen kann und möchte, ist ein Wechsel durchaus sinnvoll.

Warum setzt Ihr Schweinfurter eigentlich nicht auf einen weiteren Topscorer aus dem Ausland?
Benedikt Weber: Dazu fehlt es, denke ich, zum einen am Geld und zum anderen am Willen, einen solchen Spieler überhaupt zu holen. Wie jetzt schon ein paar Mal angeklungen sind wir eine reine Amateurmannschaft, die den Sport durchaus ambitioniert, aber letztlich als Hobby betreibt. Bezahlte Profis aber vertragen sich damit meiner Meinung nach nicht so gut, zumal wir mit unserer Situation in der Bayernliga recht zufrieden sind.
Tim Zenger: Um einen Spieler aus dem Ausland zu holen und auch zu bezahlen, müssen die finanziellen Voraussetzungen gegeben sein. Abgesehen davon sind wir nunmal eine Hobbymannschaft und insgesamt sehr zufrieden mit unserer sportlichen Situation. Deswegen sehe ich zu einem solchen Schritt keinen Grund.

Letzte Frage: Was hat die Mannschaft unlängst Trainer Klaus Ludwig zu seinem 50. Geburtstag geschenkt? Einen Gutschein für die Meisterschaft?
Tim Zenger: Das Geschenk kommt, glaube ich, in erster Linie bei der Saisonabschlussfeier zum Einsatz. Aber die Meisterschaft würden wir natürlich gerne noch drauf legen!
Benedikt Weber: Ich glaube, es war eher etwas Flüssiges. Falls wir tatsächlich Meister werden sollten, freut er sich bestimmt darüber auch noch als nachträgliches Geschenk.

Wir danken für das Gespräch und wünschen für Samstag alles Gute und eine große Kulisse.

Unsere Bilder zeigen aktuelle Szenen mit Tim Zenger (Nummer 21) und Benni Weber (Nummer 5) sowie frühere Szenen aus der Regionalliga mit Weber und auch mit dem damaligen Spielertrainer Burkhard Steinbach, dem „Koloss von Moos“.

 



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