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300 Jahre St. Salvatorkirche in Schweinfurt: Festgottesdienst mit Regionalbischöfin Gisela Bornowski und Pfarrerin Gisela Bruckmann


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SCHWEINFURT – Ein besonderes Jubiläum feiert die Evangelische Kirchengemeinde Schweinfurt-St. Salvator: Vor genau 300 Jahren, am 11. Juni 1719, wurde die neu errichtete Kirche dem „salvator mundi“, dem Retter der Welt, geweiht. Seither heißt die Kirche im Zürch Salvatorkirche.

Von der alten, ehemaligen Liebfrauenkirche aus dem Jahre 1412, die beim „großen Stadtverderben“ 1554 weitgehend zerstört wurde; standen lediglich noch Sakristei und Chorraum und wurden in die neu erbaute Kirche integriert. Auch, als die Kirche 1944 wiederum vernichtend getroffen wurde, blieben Chorraum und Sakristei weitgehend unversehrt; die Kirche wurde neu aufgebaut und ebenfalls im Juni, am 17. Juni 1951, wiedereingeweiht.


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Anlässlich dieses doppelten Weihe-Jubiläums feiert die Kirchengemeinde am 16. Juni um 10 Uhr einen großen Festgottesdienst mit Pfarrerin Gisela Bruckmann und Regionalbischöfin Gisela Bornowski als Predigerin. Nach dem Gottesdienst gibt es Brezen, Weißwurst und Getränke im Innenhof des alten Pfarrhauses.

Über die Kirche und ihre wechselvolle Geschichte


Die St. Salvatorkirche ist nach der St. Johanniskirche die älteste erhaltene Kirche in Schweinfurt und hat wahrlich schon viel erlebt. Ihr Ursprung liegt im 14. Jahrhundert, sie geht zurück auf die Burgkapelle der Henneberger Burg im Zürch. Nach größeren Umbauten und Erneuerungen wurde sie im Jahr 1412 zur Liebfrauenkirche geweiht. Der Altarraum und die Sakristei, die heute noch bestehen, stammen aus dieser Zeit. Dass die nach ihr benannte Frauengasse im Jahr 1434 gepflastert wurde, spricht dafür, dass sie besonderes Ansehen im Bewusstsein der Schweinfurter Bürger genoss.

In der Reformationszeit war sie Tagungsort für den „Fürstentag“ in Schweinfurt Ende März 1532, bei dem der Freund und Mitstreiter Luthers, Georg Spalatin, in der Liebfrauenkirche auch „evangelisch“ Gottesdienst feierte und predigte. Die Menge der herbeieilenden Zuhörer war zu groß, als dass die Kirche sie hätte fassen können, so musste man nach draußen ausweichen und Spalatin sprach von der Freitreppe, die außen zur Empore der Kirche hinaufführte, zu den Menschen.

Und noch einmal war sie in der Reformationszeit besonders bedeutsam: als Ort der Antrittspredigt des Reformators Johannes Sutellius, als Schweinfurt sich 1542 der Reformation anschloss.

1554 im großen Stadtverderben im Marktgräfler Krieg wurde sie schwer zerstört, nur ihr Chorraum hat den verheerenden Stadtbrand überstanden. Notdürftig wiederaufgebaut diente sie dann als

Lagerraum für Geschütze, später für Mehl (und bekam im Volksmund den Namen „Mehlkirche“), zuletzt wurde sie Lager für Kriegsgefangene. Ganz heruntergekommen war sie schon, als der Stadtrat anlässlich des 200. Jubiläum von Luthers Thesenanschlag in Wittenberg im Jahr 1717 beschloss, sie neu aufleben zu lassen: Unter Beibehaltung des alten Altarraums und der Sakristei das marode alte Kirchenschiff abzubrechen und im barocken Stil neu aufzubauen. Die Grundsteinlegung dafür fand noch im selben Jahr statt.

Im Frühsommer 1719, vor 300 Jahren, war der Kirchenneubau fertiggestellt und wurde am 11. Juni geweiht dem „salvator mundi“, dem Retter der Welt. Seither heißt die Kirche im Zürch Salvatorkirche. Seit damals auch hat der Turm seine charakteristische doppelte Kuppelhaube, deren Spitze geziert ist mit einem Posaune blasenden Wetter-Engel: Er ist das Zeichen für eine „Reformationsgedächtniskirche“.

1944 im 2. Weltkrieg wurde sie wieder vernichtend getroffen. Aber wie durch ein Wunder blieb auch dieses Mal der Altarraum stehen. Im Schutt der Kirche fand der damalige Pfarrer Karl Rohrbacher den erhaltenen Korpus des Altarkreuzes (der heute an der Wand über dem Taufstein zu finden ist) und die sechs silbernen Altarleuchter. Das sah er als Zeichen, dass das Leben in dieser Kirche weitergehen sollte, und setzte sich mit all seinen Kräften für ihren Wiederaufbau ein. Nach Plänen von Olaf Gulbransson erbaut und von Helmut Ammann künstlerisch ausgestaltet wurde sie am 17. Juni 1951 wieder eingeweiht.

Fotos: Die Kirche innen/außen von Christa Weinzierl und Dr. Volkmar Rudolf (über Wikimedia).
Außerdem Regionalbischöfin Gisela Bornowski © Reiner Götz



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