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Baumbestattungen sind jetzt auch am Bergfriedhof in Schonungen möglich


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SCHONUNGEN – Erst wenige Wochen ist es her, als der Gemeinderat das Friedhofskonzept für den Schonunger Bergfriedhof Ende Januar offiziell abgesegnet und damit die Grundlage für künftige Entwicklungen und Neugestaltungen gelegt hat.

Rückblick: Unter Einbeziehung der Bürgerschaft und des Gemeinderats sollen für alle neun Friedhöfe Zug um Zug Gestaltungs- und Pflegekonzepte, aber vor allem neue Bestattungsangebote ausgearbeitet werden. Mit öffentlichen Exkursionen und Ortseinsichten holte Bürgermeister Stefan Rottmann die Agendagruppe, Bürgerstimme aber auch interessierte Bürger mit ins Boot um neue Ideen zu entwickeln.


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Individuelle Lösungsansätze sind gefragt, weil kein Friedhof dem anderen gleicht. Da gibt es Ruhestätten, die aufgrund topographischer Zwänge terrassenartig angelegt sind: Hier stellen sich – anders als bei ebenen Flächen – Fragen zum Zustand von Treppenanlagen, Geländer oder Barrierefreiheit. Und dann gibt es wiederum Friedhofsanlagen die mit üppigen Baumbeständen ausgestattet oder eben als Parkanlage gestaltet sind.

Teilweise unterscheiden sich die Friedhöfe in der Größe der Fläche, in der Pflegeintensität, in der Erschließung und Erreichbarkeit, sie sind entweder mit Zäunen, Mauern oder Hecken eingefriedet, aber auch die Aussegnungshallen sind unterschiedlich groß dimensioniert, teilweise neu bzw. sanierungsbedürftig. Es gibt also nicht die eine Lösung für alle Friedhöfe sondern eine regelrechte „Sisyphusarbeit“, die viel Zeit beansprucht, erklärte Planerin Miriam Glanz gegenüber dem Gemeinderat.


Schonungens Bergfriedhof wurde nun als erstes untersucht: Die Baumbestattung ist dort nun das erste Teilprojekt aus dem fertiggestellten Konzept, das unmittelbar zur Umsetzung kommt und im April eingeführt werden soll. Schonungens Bergfriedhof ist nicht nur bekannt für seine schönen Aus- und Weitblicke, vor allem der gewachsene Baumbestand charakterisiert das Umfeld. Planerin Miriam Glanz ließ keinen Zweifel daran, dass die Atmosphäre und Lage des Friedhofes in der Region seines Gleichen sucht.

Andererseits räumte sie ein, dass gerade wegen den großzügigen Flächen die Grünpflege und Unterhalt der Wege und Treppen eine echte Herausforderung für den Bauhof darstelle. Aber auch Grabinhaber machen sich zunehmend Gedanken über die Pflege der Ruhestätten ihrer Angehörigen. Teilweise gibt es keine Angehörigen mehr, die Grabstellen pflegen könnten, weil sie nicht vor Ort wohnen oder schlichtweg körperlich nicht mehr in der Lage sind. Nachgefragt sind deshalb vor allem kleine Grabstellen, speziell für die Bestattung von Urnen.

Die Baumbestattung wird den Wünschen des Verstorbenen, aber auch Hinterbliebenen in besonderer Weise gerecht. Mehrere Bäume auf dem Bergfriedhof kommen aufgrund ihres Alters, ihrer Lage und Position als letzte Ruhestätte in Frage. Mit einer mächtigen Eiche im nordöstlichen Bereich des Bergfriedhofs soll begonnen werden: In zwei Halbkreisen werden Grabstätten für ein bis zwei Grabplätze dort angeboten. Bodentiefe Muschelkalk-Platten sollen an den Verstorbenen erinnern. Ansonsten wird das Umfeld als Grasfläche belassen, sodass Mähgeräte großflächig im üblichen Pflege-Rhythmus die Bereiche bearbeiten können.

Für Angehörige entsteht somit kein zusätzlicher Pflegeaufwand mehr. Der Gemeinderat hat sich zunächst auf eine Ruhefrist von zehn Jahren geeinigt. Für eine Baumbestattungs-Grab liegen die Kosten bei 450 Euro auf die komplette Laufzeit gerechnet, für eine zweier Grabstelle bei 750 Euro. Die Kosten beinhalten nicht nur die Bereitstellung der Grabstellen, vielmehr auch den Unterhalt und Bewirtschaftung der kompletten Friedhofsanlage inklusive Aussegnungshalle auf die Dauer von zehn Jahren. Nach Ablauf der Ruhefrist soll den Grabangehörigen die Möglichkeit der Verlängerung eröffnet werden. Nach Umsetzung weiterer Friedhofskonzepte könnte die Baumbestattung dann auch schon bald in anderen Ortsteilen zur Umsetzung kommen.

Nun soll schon bald eine Prioritätenliste ausgearbeitet werden, um eine sinnvolle Reihenfolge für die Ausarbeitung von Friedhofskonzepten in den neun Ortsteilen festzulegen. Der Friedhof in Reichmannshausen soll nun als nächstes untersucht werden, da hier auch Synergien mit der Dorferneuerung erzielt werden könnten, wie Bürgermeister Stefan Rottmann ankündigt. Die neuen Konzepte werden auf eine Dauer von 20 bis 30 Jahren ausgelegt – so lange wird es dauern, bis aufgrund von Ablauf von Ruhefristen sich neue Gestaltungsoptionen ergeben.

Die Hoffnungen ruhen vor allem auf den Grabinhabern, die für die Umsetzung des Friedhofskonzepts gewonnen werden müssen. Andererseits ist der Friedhof eine Kostendeckende Einrichtung: Das heißt, jeder Euro der investiert wird, wirkt sich direkt auf die Gebührensituation im Friedhofswesen aus. Insofern müsse auch eine moderate Gebührenkalkulation im Auge behalten werden. Um 15% mussten die Gebühren nach einigen Jahren angepasst werden. Der Gemeinderat verständigte sich einstimmig darauf und erfüllte damit eine Vorgabe der Kommunalaufsicht. In die Friedhöfe der Ortsteile sollen trotzdem weiter investiert und notwendige Unterhaltsmaßnahmen insbesondere an den Aussegnungshallen vorgenommen werden.

In Waldsachsen, Mainberg und Hausen wurden bereits erste Baumaßnahmen erfolgreich umgesetzt. Geplant sind Maßnahmen in Forst (Wegebau), Löffelsterz, Reichmannshausen und Marktsteinach (Aussegnungshallen). Auch die Gestaltung eines Hochbeet-Grabs für einser und zweier Bestattungsplätze am Bergfriedhof Schonungen entsprechend dem Konzept sind angedacht.

Fotos: Stefan Rottmann, Miriam Glanz



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