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Berührende Verleihung beim Politiker-Derbläggn Burglauer: Krankenschwester Renate Bauer stellvertretend als „Fränkin mit Rückgrat“ geehrt


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BURGLAUER / SCHWEINFURT – Eine wirkliche berührende Geschichte steckte in diesem Jahr hinter der Verleihung „Franke mit Rückgrat“, die beim alljährlichen „Politiker-Derbläggn“ in Burglauer vergeben wird. Bekanntlich fand die Veranstaltung in diesem Jahr am vergangenen Samstag erstmals digital statt.

Waren hier bisher immer Politikerinnen und Politiker bedacht, die durch Herkunft und Haltung sich diesen Titel verdienten, hatte in diesem Jahr die Verleihung eine ganz andere Note.


Mezger



Renate Bauer ist seit über 40 Jahren am Leopoldina-Krankenhaus der Stadt Schweinfurt. Sie ist, das spürt man sofort, wenn man sie sieht oder mit ihr spricht, Krankenschwester mit Leib und Seele. Ihre Auszeichnung sollte natürlich stellvertretend für viele Menschen stehen, die in der Pflege im vergangenen Jahr zum Teil Unglaubliches geleistet haben. Aber mit Frau Bauer wird die Ehrung auch einer ganz besonderen Frau zuteil.


Frau Bauer erlebte das zurückliegende Jahr der Pandemie wie in einem Brennglas mit allen Aufs und Abs, die man sich vorstellen kann. Zunächst arbeitete sie neun Wochen in sogenannter Pendelquarantäne, das heißt neun Wochen lang war sie nur zwischen Arbeitsplatz und Wohnung gependelt, hatte auf alle sozialen Kontakte verzichtet, um ihr Umfeld, aber auch ihre Patienten nicht unnötig zu gefährden. Sie sei zwar selbst Risikopatienten, aber, so sagte sie während der Verleihung, „die Patienten müssen versorgt werden“.

Daher habe sie auch nie daran gedacht, sich aufgrund ihrer eigenen Vorerkrankung aus dem Dienst zurückzuziehen.

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ereilte sie dann aber auch selbst das Virus und das mit einem durchaus schweren Verlauf. Waren es zunächst Fieber und der Verlust von Geschmacks- und Geruchssinn, hatte sie dann zwei Tage große Schwierigkeiten beim Atmen. Frau Bauer erzählte bei der Verleihung, dass sie bereits ihren Koffer gepackt und für ihre Kinder einen Brief verfasst habe. Nach den zwei Tagen sei es dann doch „gut verlaufen.

Auch wenn sie die Erinnerung an diese Zeit noch spürbar mitnimmt, ist es doch eine bewundernswerte Kraft, die aus ihren Worten spricht und ihr den Optimismus bewahren hilft.

Heute habe sie zwar noch immer mit der Atmung ab und an Probleme und auch die Leistung sei noch nicht so wie früher, aber sonst erfreue sie sich „guter Gesundheit“. Sie sehe durch die Impfungen auch positiv in die Zukunft und hoffe, dass „wir (bald) unser Leben wieder genießen können.“

Renate Bauer ist es wichtig, dass sie diesen Preis stellvertretend entgegennimmt. Sie betonte: Sie nehme diese Ehrung entgegen „stellvertretend für ihre ganzen Kollegen, alle, die in der Pflege arbeiten, und (…) im Krankenhaus von der Geschäftsführung bis zur Putzfrau ist jeder gefragt und jeder gefordert und nur im Ganzen können wir den Kranken dienen.“ Besser kann man es wohl nicht in Worte fassen.

Mathias Mangold überreichte im Namen des Heimatvereins Burglauer das Ehrenemblem „Franke mit Rückgrat“, zwei der T-Shirts, die man nicht kaufen, sondern sich nur verdienen kann, und lebenslangen Eintritt für das Politiker Derbläggn in Burglauer. Frau Bauer bedankte sich und versicherte im Anschluss, dass sie sich bereits jetzt auf den Besuch im kommenden Jahr freue, wenn auch diese Veranstaltung hoffentlich wieder unter normalen Umständen über die Bühne gehen könne.

Zum Abschluss der Verleihung, die sicher in die Geschichte dieser Traditionsveranstaltung eingehen wird, spielte zur Ehre der Preisträgerin die Rhöner Band SPILK das Frankenlied.


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