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Bewerbung beim Blühpakt Bayern war erfolgreich: Bad Kissingen blüht für den Artenschutz


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BAD KISSINGEN – Insekten sind an Artenreichtum kaum zu überbieten – doch ihre Vielfalt nimmt seit Jahrzehnten ab. Es gilt, ihnen Lebensräume zu erhalten oder auch wiederzubeschaffen. Für die Stadt Bad Kissingen sind der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen und der Schutz der Umwelt wichtige Ziele.

Daher pflegt sie einen Teil ihrer Grünflächen seit längerem extensiv: die Flächen bleiben weitgehend naturbelassen und werden nur zweimal im Jahr gemäht. Auf diesen Grünflächen werden Lebensraum und Nahrung auch für gefährdete Insektenarten erhalten, sie bilden die Grundlage für die ökologische Vielfalt. Und die Stadt arbeitet kontinuierlich daran, weitere kommunale Flächen in diesem Sinne umzugestalten.


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Starterkit – 100 blühende Kommunen


So wurde 2014 auch damit begonnen, Straßenbegleitgrün und Verkehrsinseln mit einfachen Rasenflächen umzugestalten und stattdessen mit insektenfreundlichen Blühpflanzen zu bestücken. In diesem Jahr beteiligte sich Bad Kissingen außerdem an einem Förderprojekt des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz. Beim sogenannten „Blühpakt Bayern“ konnten sich alle Kommunen im Freistaat um einen Zuschuss zu Maßnahmen bewerben, die die Vielfalt der Insektenwelt erhalten und insbesondere gefährdeten Insektenarten Lebensraum bieten. Die Bewerbung war erfolgreich: Ende März 2022 erhielt die Stadt den Bescheid, dass Bad Kissingen zu den 100 blühenden Kommunen Bayerns gehört. Wegen der Qualität des vorgestellten Projekts, seiner naturschutzfachlichen Eignung und seines Entwicklungspotenzials erhält die Stadt eine Förderung von 5.000 Euro.

„Wir gehören zu den 100 blühenden Kommunen in Bayern – eine tolle Auszeichnung für den allerorts sichtbaren ökologischen Ansatz, den wir in Bad Kissingen auf unseren Flächen verfolgen“, freut sich Oberbürgermeister Dr. Dirk Vogel.

Blühpakt-Projekte in Bad Kissingen

Nach einem Treffen mit der Blühpakt-Beraterin Ines Stark von der Regierung von Unterfranken Anfang Mai kann die Stadt Bad Kissingen mit der Umsetzung des Projekts beginnen. Am Nordring tauscht sie auf ca. 650 m² das Straßenbegleitgrün aus. Dafür wird die bisherige Bepflanzung, einfache „Bodendecker“, gerodet und stattdessen eine heimische Wildkräutermischung angesät. Schon bald wird hier ein artenreicher Kräuterrasen blühen. Auf der nahegelegenen Rasenfläche in der Wendeschleife an der Spitzwiese hat die Stadt bereits den schlichten Rasen in eine Wildstaudenfläche mit Zwiebelpflanzen umgewandelt.

Auch im Stadtteil Albertshausen wird die Stadt Bad Kissingen im Sinne der Artenvielfalt aktiv: Im Münzweg wird die Rasenfläche des Straßenbegleitgrüns in eine Blumenwiese verwandelt. In der Straße „Rosenäcker“ wird die Bepflanzung der Bauminseln insektenfreundlich umgestaltet: Hier wird der unansehnliche Bewuchs aus Rotdorn, Bodendeckern und Kleingehölzen komplett entfernt. Außerdem werden die Pflasterflächen in den Verkehrsinseln zugunsten größerer Pflanzflächen zurückgebaut. Stattdessen wird die Stadt hier zehn neue Klimabäume, jeweils ergänzt durch eine ökologisch wertvolle Staudenmischung pflanzen. Bereits im Herbst 2022 werden die Bäume stehen und die Stauden und Zwiebeln gesetzt sein.

Jeder kann etwas tun

Die nachhaltige und naturnahe Bewirtschaftung von Grünflächen gewinnt nicht nur bei der Stadt Bad Kissingen immer mehr an Bedeutung. Der Rückgang der Insektenvielfalt ist enorm und schreitet ständig fort. Um diesen negativen Trend entgegenzuwirken kann jeder einzelne etwas tun, denn auch kleine Gesten, wie weniger mähen oder für mehr Nahrungsangebot im eigenen Garten sorgen, haben eine große Wirkung.

Die Stadt Bad Kissingen hat alle Maßnahmen und Aktionen zum Thema Umwelt, Grün und Natur unter dem Dach des „Naturversums“ zusammengefasst: #naturversum.

Auf den Fotos:

* Elisabeth Kehm (r.) vom Servicemanagement der Stadt Bad Kissingen zeigt Ines Stark, Blühpakt-Beraterin von der Regierung von Unterfranken eine monotone Rasenfläche, die im Zuge des Projektes umgestaltet werden soll.
©Peter Borst

* Das erste Projekt aus dem Blühpakt-Maßnahmen wurde bereits umgesetzt. Im neuen Staudenbeet auf der Spitzwiese wurden ca. 1.000 heimische Blütenstauden gepflanzt. Ergänzt wird die Anpflanzung noch mit Blumenzwiebeln für die Frühjahrsblüte.
©Peter Borst


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