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„Die Polizey“ im Bamberger ETA Hoffmann Theater – und Stephan Ullrich liest aus James Joyce


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BAMBERG – Nach seiner Uraufführung am 13. Oktober sind weitere Termine von Björn SC Deigners Auftragswerk „Die Polizey“ auf dem Spielplan des ETA Hoffmann Theaters zu finden. Die Deutsche Bühne nennt die Arbeit „DAS Stück zum richtigen Zeitpunkt“, der Fränkische Tag bezeichnet es als „Stück zur Zeit“.

Björn SC Deigner
DIE POLIZEY




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„Die Bosheit kann sie zum Werkzeug brauchen, der Unschuldige kann durch sie leiden, sie ist oft genötigt, schlimme Werkzeuge zu gebrauchen.“

Verbrechen, Verschwörung, die Nacht: dies sind die Zutaten für Schillers Fragment „Die Polizey“, das kurz vor seinem Tod entsteht. Die Französische Revolution im Rücken, zeichnet er ein Bild von Paris als Welt mit zwei Gesichtern, die auch die Polizei als Maske zu tragen weiß. Bereits zur Geburtsstunde der modernen Polizei sucht er hellsichtig nach der Verflechtung von kriminellem Geschehen und polizeilicher Arbeit, er ahnt den Graubereich, in dem die Polizei tätig ist.

In der Gegenwart schreiben sich diese Verbindungen aufs Schärfste fort, wenn V-Leute Verhaftungen vereiteln und Rechtsextremisten im Sicherheitsapparat keine Seltenheit zu sein scheinen. Hat sich die Polizei zum Freund und Helfer der Falschen gemacht?

In „Die Polizey“ wird der Chor der Polizei zum Ausgangspunkt und Ort der Befragung. Als Brennglas gesellschaftlicher Entwicklungen lassen sich an der Polizei Polarisierungen ablesen wie an kaum einer anderen Stelle unseres Zusammenlebens. Sie ist ein soziales Phänomen, das als Exekutivorgan des Staates die Demokratie zu sichern und zu wahren hat. Wie legitimiert der Staat das Gewaltmonopol der Polizei, wenn Polizist*innen diese Gewalt auch gegen die Gemeinschaft einsetzten könnten?

Björn SC Deigner ist Autor für Theater und Hörspiel sowie Sounddesigner und Komponist. In diesem Auftragswerk folgt er Schillers Personal und Gedanken, untersucht Polizeigeschichte ebenso wie Verschwörungen in und um den Polizeiapparat. Sein am ETA Hoffmann Theater uraufgeführtes Stück „Der Reichskanzler von Atlantis“ war zum Heidelberger Stückemarkt eingeladen.

Regie Daniel Kunze
Bühne und Kostüme Sophie Leypold
Dramaturgie Remsi Al Khalisi

Besetzung
Es spielen: Daniel Dietrich, Stefan Herrmann, Ewa Rataj, Anne Weise

Weitere Vorstellungen: 22., 25., 28., 29. Oktober, 03., 04., 05., 12., 14., 17. November,
weitere Termine folgen
Tickets gibt es an der Theaterkasse (Di.-Sa. 11-14 Uhr; Mi. 16-18 Uhr / Tel. 0951 87 3030; kasse@theater.bamberg.de) oder online auf theater.bamberg.de.

Fotos: Martin Kaufhold

Ab dem 27. Oktober setzt Schauspieler Stephan Ullrich seine beliebte Lesereihe in der Treffbar des ETA Hoffmann Theaters fort. Auf dem Programm steht in der Spielzeit 2020/21 James Joyces „Ulysses“

Stephan Ullrich liest aus James Joyce
ULYSSES
Ab Oktober 2020

In seiner beliebten Lesereihe in der Treffbar des ETA Hoffmann Theaters widmet sich Stephan Ullrich ab dem 27. Oktober, um 20:00 Uhr, James Joyces „Ulysses“.

In 18 Stunden, in 18 Kapiteln, erlebt der Protagonist Leopold Bloom darin am 16. Juni 1904 seine Odyssee des Alltags in Dublin. Bei einem Glas Wein lauschen und folgen wir den Erlebnissen des Anzeigenvertreters Bloom vom morgendlichen Frühstück, aus dem Haus zum Postamt und in die Drogerie, zur Arbeit und abends in ein Bordell, begegnen seiner Frau Molly und dem ziellosen Intellektuellen Stephen Dedalus.

Die vordergründige Geschichte dreier Bewohner von Dublin, deren Gedanken, Wahrnehmungen, Gefühle, Stimmungen und Begegnungen ist Chronik, Epos, Drama, Reportage, Essay und Entwicklungsroman in einem; letztlich die umfassende Bestandsaufnahme des „WeltAlltag einer Epoche“ (Hermann Broch).

James Joyces (1882-1941) „Ulysses“ gilt mit seinem zentralen Erzählelement des Bewusstseinsstroms als richtungsweisender Roman der Moderne und gewinnt seinen besonderen Reiz aus der unerwarteten Kombination, das altbekannte Muster der Odyssee, des zehn Jahre andauernden homerischen Epos auf einen einzigen Tag anzuwenden und so die Komplexität des Alltäglichen originell zu ästhetisieren. Die deutsche Übersetzung wurde geschaffen von Hans Wollschläger, der viele Jahrzehnte bis zu seinem Lebensende in Bamberg gewirkt hat und den Bambergern in zugewandter Erinnerung geblieben ist.

Ein Einstieg in die siebenteilige Lesereihe ist jederzeit möglich. Aufgrund der reduzierten Platzkapazität bietet das Theater vorerst zwei Abende pro Einheit an. Terminänderungen vorbehalten.

Die Termine sind, jeweils 20:00 Uhr in der TREFFBAR:

I: Telemachos – 27. Oktober (ausverkauft) und 10. November 2020

II: Nestor/Proteus – 18. November und 24. November 2020

III: Kalypso – 08. Dezember und 22. Dezember 2020

IV: Lotophagen- Januar 2021

V: Äolus/Nausikaa – März 2021

VI: Sirenen – April 2021

VII: Circe – Mai 2021

Foto: Martin Kaufhold

Es gelten die aktuellen Schutz- und Hygienebestimmungen – nachzulesen auf www.theater.bamberg.de



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