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Vom 26. Juni bis 26. Juli: Ausstellung „Von Stalingrad nach Rossoschka“ im Bayernkolleg Schweinfurt


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SCHWEINFURT – In einer Kooperation mit dem Bayernkolleg Schweinfurt und der Volkshochschule Schweinfurt zeigt der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge die Ausstellung „Von Stalingrad nach Rossoschka“ im Bayernkolleg.

Die Ausstellung wird am Mittwoch, 26. Juni, im Beisein von Oberbürgermeister Sebastian Remelé eröffnet und kann bis Schuljahresende werktags besichtigt werden.


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„Ich freue mich über die gute und aufgeschlossene Zusammenarbeit mit dem Bayernkolleg und der Volkshochschule“, sagt Oliver Bauer, Bezirksgeschäftsführer der Kriegsgräberfürsorge in Unterfranken. Für Jutta Cize, Leiterin der vhs, ist das Zitat Jean-Claude Junckers (Präsident der EU-Kommission) ausschlaggebend, sich für das Projekt einzusetzen: „Wer an Europa zweifelt, der sollte Kriegsgräber besuchen.“

Die Volkshochschule, die die Zusammenarbeit aller Beteiligten initiierte, hat die Ausstellung in ihr Semesterprogramm eingebunden und zwei begleitende Führungen zu Kriegsgräbern in Schweinfurt und in Zusammenarbeit mit der Initiative gegen das Vergessen zu Zwangsarbeitern in Schweinfurt organisiert.


Dazu bietet das Bayernkolleg die Möglichkeit, die Schau über einen ganzen Monat zu zeigen. Bayernkolleg-Schulleiter Peter Rottmann: „Wir hoffen natürlich, dass zahlreiche Schulen aus der Stadt und dem Umland diese Gelegenheit nutzen. Auch die Bürger sind über den Vortrag am Abend des Eröffnungstages hinaus eingeladen, diese Ausstellung zu besuchen.“

Der Volksbund begeht in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen, er kümmert sich um Pflege und Erhalt von mehr als 2,7 Millionen deutsche Soldatengräbern auf 832 Kriegsgräberstätten. „Kriegsgräber sind nicht nur Ruhestätten und Orte des Gedenkens. Sie führen nachfolgenden Generationen die Folgen von Krieg und Gewaltherrschaft vor Augen. Mit den ursprünglichen Aufgaben wie Suche nach Kriegstoten, Beisetzung und Pflege der Gräber verbindet sich somit auch ein Bildungsauftrag für den Volksbund“, sagt Bauer.

Die Ausstellung „Von Stalingrad nach Rossoschka“ vermittelt das sehr anschaulich. Sie spannt eine Brücke vom historischen Ereignis bis zur Gegenwart. Die Ausstellung zeigt das Ringen des Volksbundes seit den frühen 1990er Jahren um den Bau der Kriegsgräberstätte im Raum Wolgograd bis zur Einweihung 1999 und der Erweiterung in den frühen 2000er Jahren. Einen wesentlichen Teil der Ausstellung bilden Aufnahmen aus der Zeit von der Einweihung bis heute. Gezeigt wird, wie deutsche und russische Jugendliche in Workcamps des Volksbundes sich um die Pflege kümmern sowie die verschiedensten Aktivitäten auf der Kriegsgräberstätte.

„Die Schlacht von Stalingrad galt wegen ihrer Symbolträchtigkeit vielen als Wendepunkt des Zweiten Weltkrieges. Viele Schicksale der dort gefallenen Soldaten werden sich nicht mehr klären lassen. Trotzdem wird beständig daran gearbeitet, Grablagen zu finden, die dort ruhenden Soldaten zu identifizieren und sie würdevoll umzubetten“, so Bauer.

Große Aufmerksamkeit erregte im vergangenen Herbst die Nachricht, dass bei Bauarbeiten im Gebiet des ehemaligen „Kessels von Stalingrad“ die Gebeine von rund 1800 deutschen Soldaten gefunden wurden. „Diese Gefallenen werden im Laufe des Jahres ihre letzte Ruhestätte in Rossoschka finden. 2018 wurden durch den Volksbund mehr als 24.000 Kriegstote geborgen und dauerhaft umgebettet. Diese Arbeit findet nahezu ausnahmslos in Osteuropa statt, wo der Volksbund seine Arbeit erst nach den großen politischen Umwälzungen in den 1990er Jahren seine Arbeit aufnehmen konnte.“

Kriegsgräber haben aufgrund verschiedener internationaler Regelungen und Verträge dauerhaftes Ruherecht. Im Auftrag des Bundes kümmert sich der Volksbund um die deutschen Kriegsgräber im Ausland. Die Pflege der Kriegsgräber in Deutschland erfüllen in aller Regel die Kommunen.

Termine:

Öffnungszeiten der Ausstellung: Montag bis Freitag 8:00 bis 16:30 Uhr, Ausstellungsort: Bayernkolleg, Florian-Geyer-Straße 13

Vortrag: „Kriegsgräber als Lernorte: Gräberpflege, Erinnerungskultur und Friedensarbeit“, Mittwoch, 26. Juni, 19 Uhr, Bayernkolleg, Anmeldung über die vhs; Eintritt frei.

Führungen: Friedhofsführung: Kriegsgräber. Dienstag, 2. Juli, 18 Uhr, Treffpunkt: Haupteingang des Schweinfurter Hauptfriedhofs. Anmeldung über die vhs erforderlich; Gebühr 8 Euro.

„Die Zwangsarbeiter in Schweinfurt“. Samstag, 20. Juli, 17 Uhr. Treffpunkt: Kreuzung Uferstraße/Obere Weide. Veranstalter: Initiative gegen das Vergessen. Kostenfrei, Spende erbeten, ohne Anmeldung.

Foto: Uwe Zucchi, 2012, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.



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