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Foto Peter Leutsch, Schwebheim

Wiederaufnahme der Führungen in der Kunsthalle Schweinfurt, Erinnerung an laufende Ausstellungen


Beständig

SCHWEINFURT – Die Kunsthalle Schweinfurt freut sich ihre Besucher im Juni wieder zu Führungen begrüßen zu dürfen! Folgende, unten stehende Termine sind geplant. Und noch weiter unten stehende Ausstellungen laufen derzeit.

Sonderführungen:


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⦁ 11.6. (Fronleichnam), 19.00 Uhr Kuratorenführung zur Ausstellung
„ich kenne kein Weekend“
mit Jan Soldin: „Beuys und Co. in Schweinfurt – die Edition Block und ihre Bezüge“
⦁ 18.6., 19.00 Uhr Kuratorenführung zur Ausstellung „Lich T raum“
mit Maria Schabel: „Kunst und Kirche in der Sammlung der Kunsthalle“

Öffentliche Sonntagsführungen:


⦁ 7.6., 14.30 Uhr Öffentliche Führung
mit Tina Hock: „Kunst und Politik – eine schwierige Beziehung“
⦁ 14.6., 14.30 Uhr Öffentliche Führung
mit Gerhard Peetz: „Kunst und Kirche – Ludger Hinse. Lich T raum“
⦁ 21.6., 14.30 Uhr Öffentliche Führung
mit Gerhard Peetz: „Das Erbe der DDR in der Kunsthalle Schweinfurt“
⦁ 28.6., 14.30 Uhr Öffentliche Führung
mit Anne Hess: „Licht und Schatten – Vielfalt der bildnerischen Ausdrucksform“

Ausstellung der Kunsthalle Schweinfurt in der Galerie im Quadrat

„ich kenne kein Weekend“ Joseph Beuys, KP Brehmer, K.H. Hödicke, Peter Hutchinson, Arthur Köpcke, Sigmar Polke und Wolf Vostell in der Edition Block

17.5.2020 – 16.8.2020

Der Ausspruch „ich kenne kein Weekend“ ist Joseph Beuys‘ Reaktion auf den Vorschlag René Blocks, einen Beitrag zu dessen Edition unter dem Titel „Weekend“ beizusteuern. Das Ergebnis war 1971/72 ein Koffer mit Objekten von Beuys, der insgesamt 18 graphische Arbeiten von sechs weiteren Künstlern aus dem Umfeld Blocks beinhaltet.

Es handelt sich dabei nach der „Grafik des Kapitalistischen Realismus“ und „En Bloc“ um die dritte Edition des Galeristen, der noch viele weitere Sammel- und Mappenwerke folgten. Wenige Jahre nach „Weekend“ wurde das Duo Beuys und Block mit der spektakulären Aktion „I like America and America likes me“ schlagartig international berühmt. Der Künstler schloss sich dafür mehrere Tage mit einem Kojoten in die New Yorker Galerie seines Unterstützers ein.

René Block förderte maßgeblich Künstler der Fluxus-Bewegung (lat. fluxus = fließend). Diese hat ihre Anfänge in den 1960er Jahren um Knotenpunkte in Westdeutschland sowie New York. Fluxus entwickelte sich zu einem international verzweigten Netzwerk, das, alleine deshalb, weil sich viele Künstler nicht einmal persönlich kannten, als sehr heterogene Gemeinschaft zu verstehen ist. Wolf Vostell formulierte: „Fluxus …, die erste Gruppe ohne Namensliste“.

Ein Ziel der Fluxus-Künstler war die Grenzen zwischen darstellender und bildender Kunst aufzulösen. Zentrale Ausdrucksmittel waren daher Aktionen, Happenings oder Festivals, wovon innerhalb der Edition „Weekend“ etwa Vostells Drucke zeugen. Viele der Künstler verfolgten zudem politische oder philosophische Ambitionen, die in der Ausstellung Brehmers TV-Testbilder und Beuys‘ Readymades vorführen. Humor, Doppeldeutigkeiten und Ironie, etwa bei Hödickes Serie „Original + Fälschung“, waren beliebte Stilmittel.

Chronologisch folgt Fluxus auf die Kernzeit des Informel, das die Ständige Sammlung der Kunsthalle Schweinfurt im vorigen Flügel präsentiert, wendet sich aber gegen die klassische und als überkommen empfundene abstrakte Malerei. Das Element der politischen Opposition und spitzen Aussagen sowie die internationalen Netzwerke ähneln der Geisteshaltung der schon einige Jahre früher tätigen und im weiteren Rundgang gezeigten Gruppen wie SPUR.

Die Edition „Weekend“ ergänzt die in der Kunsthalle ausgestellte Kunst in Deutschland nach 1945 also treffend um eine weitere meinungsstarke Facette der Nachkriegsgeschichte. Das gedankliche Erbe von Fluxus reicht dabei bis zu den Zeitgenossen: Die politische, gesellschaftskritische Aktion „Jeder gegen Jeden“ von Ottmar Hörl, die teils noch im Untergeschoss zu sehen ist, lässt sich dem etwa zurechnen.

Ausstellung der Kunsthalle Schweinfurt in Kooperation mit dem Ev.-Luth. Dekanat Schweinfurt und der katholischen Citypastoral Schweinfurt

Ludger Hinse. Lich T raum

Bis 5.7.2020

„Im Unsichtbaren das Sichtbare finden“, lautet das Credo des renommierten Lichtinstallations-Künstlers Ludger Hinse, den die Kunsthalle Schweinfurt nun in Kooperation mit dem Bistum Würzburg und dem Ev.-Luth. Dekanat in Schweinfurt ausstellt. Bei seinen Arbeiten handelt es sich um sensible Kunstaktionen, die im Dialog von Objekt, Betrachter und Raum unterschiedliche Wahrnehmungsebenen ansprechen. Jörg Loskill beschreibt es treffend: „Ludger Hinse besitzt durch seinen Glauben ein tiefes Verhältnis zu den architektonischen, räumlichen und lichtbetonten Verhältnissen einer Kirche als soziale Skulptur“.

Der Raum der Kirche ist ein Raum des Glaubens und der Kunst. Besonders das Kreuz als Kunstgegenstand von höchster Symbolkraft, als Sinnbild der Erlösung und der Auferstehung, ist deshalb zentrales Ausdrucksmittel. Als Werkstoff dient Ludger Hinse einfaches Plexiglas, das mit einer stark reflektierenden Folie überzogen wird und so das ganze Spektrum der Farben wiedergibt. Geraten seine Kreuze in Bewegung überträgt sich das mystische Lichtspiel automatisch auf den Raum und möglicherweise auch auf den Betrachter, der von der besonderen Aura der Licht-Kunst-Aktion in den Bann gezogen wird. In gewisser Weise ist dieses Phänomen mit dem ursprünglichen Raumeindruck von mittelalterlichen Kirchen zu vergleichen, wenn die Morgensonne durch die buntfarbenen Fenster der Apsis dringt und diesen heiligen Bereich in Licht taucht.

Das Schweinfurter Konzept, den Künstler sowohl in der katholischen, als auch in der evangelischen Kirche, sowie im Krankenhaus St. Josef in nächster Nähe zur Kunsthalle zu verorten, eröffnet an allen Orten eine Vielzahl von ungewöhnlichen wie reizvollen Eindrücken. Die Einbindung der profanen, aber in ihrer Größe und Ausstrahlung selbst sakral anmutenden so genannten Großen Halle im Museum, also dem Bereich des ehemaligen Ernst-Sachs-Bades, in dem einst das Schwimmbecken verankert war, ergibt weitere spannende Perspektiven. Hinses Werke, ihr mystisch gefärbtes Licht und die bemerkenswert schlichte Innenarchitektur der Kunsthalle verschwimmen dort zu einem zeitgenössischen Gesamtkunstwerk im barocken Sinne.

Ludger Hinse, geboren 1948 in Recklinghausen, stellt zum fünften Mal, nach Nürnberg, Würzburg, dem Coburger Land und der fränkischen Rhön, in Franken aus. Er hat über 250 Einzelausstellungen in vielen Teilen der Welt durchgeführt, wie etwa am Haus am Lützowplatz in Berlin, im Kunstmuseum Bochum, im Landesmuseum Emden, in der Kunsthalle in Brünn, Tschechien, im Museo Barjola Gijon, Spanien, im MAC Santiago de Chile, in der Galerie Conde in Paris, im Museum ter Apel in den Niederlanden, in der St. Hedwigs-Kathedrale in Berlin.

In über 60 Orten sind seine Arbeiten im öffentlichen Raum und in Kirchen in Europa präsent, von der schottischen Insel Iona bis zum Brüningpass in der Schweiz, vom Museum Rheine bis zur Hedwigskathedrale in Berlin, vom Museum ter Apel in den Niederlanden bis nach Oviedo in Spanien.

Die Ausstellung steht auch im Zeichen neuer Veranstaltungsformate der „Akademie Kunsthalle“, die in Rubriken wie „Kunst und Kirche“ oder „Kunst und Konzert“ unter dem Jahresthema „Wahrnehmung“ stattfinden. Mit Vorträgen, musikalischen Darbietungen und Tischgesprächen, die Publikum, Künstler und verschiedene Experten in Austausch treten lassen, ist ein spannendes, abwechslungsreiches Rahmenprogramm geschaffen, das im mystischen Farben- und Lichtspiel der Ausstellung „Lich T raum“ seinen einzigartigen Rahmen findet. Ein besonderer Glanzpunkt wird der Gottesdienst zur Osternacht in der Kunsthalle sein, der mit einem Osterfeuer auf dem Vorplatz des Museums einstimmt und schließlich zur Feier der besonderen Art am ausgefallenen, bunt beschienenen Ort lädt.

Dass sich zwei Kirchen sowie die vielen weiteren Ausstellungsorte und -akteure beteiligen, spiegelt die tiefe Wertschätzung für den Künstler Ludger Hinse wieder und unterstreicht die deutlich überregional ausgerichtete Strahlkraft der Ausstellung.

Um einen nicht nur interessanten, sondern auch sicheren Aufenthalt für Publikum und Mitarbeiter zu gewährleisten, sind einige Maßnahmen beachten:

⦁ Der Mindestabstand von 1,5 Meter ist stets zu wahren
⦁ Die Maskenpflicht gilt weiterhin
Führungen sind aufgrund der Räumlichkeiten auf maximal 10 Teilnehmer begrenzt (bei großem Interesse sind weitere Termine und Angebote in Planung)



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