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„Alles in allem enttäuschend und teilweise realitätsfremd“: DIE LINKE kritisiert das vorgestellte Konversionsgutachten


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SCHWEINFURT – Das 200 000 Euro schwere Konversionsgutachten der damit beauftragten BulwienGesa AG hinterlässt bei der Linken Stadtratsfraktion mehr Fragen, als dass es Antworten gebe. Fraktionsvorsitzender Frank Firsching bemängelt die separierte Behandlung der unterschiedlichen Konversionsareale: „Mir fehlt eine schlüssige Gesamtkonzeption.“ „Städtebaulich wenig erhellend“ sei es, fügt Stadtrat Sinan Öztürk an, der im Bauausschuss DIE LINKE vertritt.

BulwienGesa setzt im Gutachten auf die massive Ausweitung des Wohnraumangebots in der Stadt, obwohl sie selbst auf die sinkenden Einwohnerzahlen in Stadt- und Landkreis Schweinfurt verweist. Die Frage, wer in die über 1500 frei werdenden Wohnungen ziehen soll, beantworte BulwienGesa nicht, so Firsching. Trotz sinkender Bevölkerungszahlen spricht BulwienGesa vage von „vorhandenen Wohnraumbedarf in allen Größen“. Richtig sei die Ausweisung von Baugebieten für Ein- und Zweifamilienhäusern, wie für die Fläche Kesser Field/ Yorktown Village, da in der Stadt Schweinfurt tatsächlich zu wenige Möglichkeiten bestünden sein Häuschen zu bauen.


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Die vorgeschlagene Nutzung der vorhandenen Wohnblocks von Askren Manor allerdings, will nicht überzeugen. „Da wünschen wir uns Ideen zur Schaffung von altersgerechtem Wohnraum, kombiniert mit großflächigen Angeboten für junge Familien und / oder Studenten in einer Park ähnlichen Lage“, meint Öztürk. Ziel müsse sein, den derzeitigen Wohnungsmarkt nicht zu überschwemmen, was zu einer Entvölkerung von Altstadtteilen führen könnte. Sehr gute Hinweise dazu liefere das kürzlich vorgestellte Gutachten der ehernamtlich tätigen Agenda 21- Gruppe, das im Gegensatz zur kostspieligen BulwienGesa-Variante den Gesamtblick auf Schweinfurt behalte.


Seltsam widersprüchlich stellen sich die Aussagen zum Bildungsstandort Schweinfurt dar. Da empfiehlt BulwienGesa die Entwicklung eines „Bildungscampus“ auf der Fläche der Ledwards Barracks mit den Worten: „Forschung, Lehre und Verwaltung (…) können auf ca. 10,7 ha (…) für eine neue Qualität des Hochschulstandortes Schweinfurt stehen.“ Einige Seiten zuvor versehen die Gutachter den Vorschlag der Gründung einer Universität mit dem Signal „rot“, worunter BulwienGesa „kein Markt- kein geeigneter Standort“ versteht. Für Universitäten könne dies nicht gelten, da in der Bildungsgesellschaft dieser Markt wächst, was überfüllte Hörsäle in bestehenden Universitäten und knapper Wohnraum in den Universitätsstädten zweifelsfrei belegen.

Die Münchner Gutachter ordnen den Bildungscampus folglich ausschließlich der Fachhochschule zu. Diese ist und bleibt auch für DIE LINKE ein überaus wichtiger Baustein des Bildungsstandortes Schweinfurt. Eine zusätzliche Uni würde jedoch Zuzug bedeuten, da über 80% der Uni-Studenten nicht aus unserer Region stammen werden, sondern aus der gesamten Republik kommen. Bei der „Hochschule für angewandte Wissenschaft (FH)“ ist es genau umgekehrt. Deutlich über 80% stammen eben von hier und brauchen deshalb in Schweinfurt keine zusätzliche Wohnung.

„Alles in allem enttäuschend und teilweise realitätsfremd“, resümiert Fraktionsvorsitzender Frank Firsching, der die Vorschläge der hiesigen Agenda 21- Gruppe um Dr. Erich Ruppert als „deutlich näher am Problem“ bezeichnet. In den nächsten Monaten sei es nun Aufgabe des Stadtrats, die Vorschläge zu filtern und den Überblick nicht zu verlieren.



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