Home / Lokales / „Man ist Mensch unter Menschen“ – Vortragsabend der Offenen Hilfen mit Menschen mit Handicap

„Man ist Mensch unter Menschen“ – Vortragsabend der Offenen Hilfen mit Menschen mit Handicap


Sparkasse

SCHWEINFURT – Wer in einer Gemeinde lebt, teilt Dinge mit anderen. Raum, Zeit, Kosten und vieles mehr: Die Art, wie geteilt wird, bestimmt, wie wohl sich ein Mensch in einer Gemeinde fühlt. Im besten Fall schafft teilen Gemeinschaft. „Man ist Mensch unter Menschen“, brachte es Joachim Busch am Dienstagabend auf den Punkt. Er ist Mitglied im Rat behinderter Menschen der Bundesvereinigung Lebenshilfe und erzählte in der Schweinfurter Rathausdiele, wie es sich für ihn anfühlt, das „Leben in der Gemeinde“. Veranstaltet hat den gleichnamigen Vortragsabend das Freizeitnetzwerk der Offenen Hilfen der Lebenshilfe Schweinfurt.

Schweinfurts Oberbürgermeister Sebastian Remelé hatte die Schirmherrschaft übernommen. Das Ziel: eine unverbindliche Zwischenbilanz, wo man auf dem Weg zur inklusiven Gesellschaft steht. Die Hauptredner: Menschen mit Behinderung. Joachim Busch arbeitet in einer Werkstatt, lebt mit seiner Lebensgefährtin in einer eigenen Wohnung, liebt Gartenarbeit und engagiert sich auf vielfältige Art und Weise ehrenamtlich. Er ist aktiv, mittendrin und „kriegt mit, wie das Leben geht“. Dass er sein Leben mit vielen Menschen teilt, ist selbstverständlich. Die Rahmenbedingen dafür mussten in den letzten Jahrzehnten erstritten werden. Und sie lassen sich noch verbessern: Damit Menschen mit und ohne Behinderung an einer Gemeinde teilhaben, muss sie ein barrierefreier Raum sein. Franz-Josef Sauer zeigte mit dem Mehrgenerationenhaus in Binsfeld, dessen Vorsitzender er ist, ein Beispiel für so einen Raum. German Saam, Vorsitzender des Behindertenbeirats, führte in seinem Kurzreferat aus, was die Stadt Schweinfurt für einen barrierefreien Lebensraum bereits umgesetzt hat und wo noch Handlungsbedarf besteht.


Fahrrad Schauer Inspektion



Barrieren sind nicht nur baulicher Natur: Etwas nicht zu wissen, Ängste und nicht auswählen zu dürfen, machen es ebenfalls schwer, sein Leben angemessen mit anderen zu teilen. Rita Weber, Leiterin der Offenen Hilfen, erläuterte, welche Unterstützung das Freizeitnetzwerk in solchen Fällen anbietet. Dazu gehören Informationen, Freizeitbegleiter und die Möglichkeit für Menschen mit Behinderung, ehrenamtlich in einem Verein aktiv zu werden. Welche Bedeutung das Teilen von Informationen für eine Gemeinschaft hat, führten zwei Mitglieder der Zeitungsgruppe der Offenen Behindertenarbeit des Diakonischen Werks Schweinfurt aus. Thomas Falk und Benjamin Schwarz hatten mit der Gruppe im vergangenen Jahr aus London über die Paralympischen Spiele berichtet. Sie halfen so mit, die Spiele zu einem vielbeachteten Sportereignis zu machen. Gleichzeitig avancierten sie zu Journalisten, die an international besetzten Pressekonferenzen teilnahmen und Athleten-Interviews führten.


Beispiele dafür, wie wichtig es ist, auswählen zu dürfen, erläuterten Klaus Friedel, Leiter der Ambulant Unterstützten Wohnformen (AUW) der Lebenshilfe Schweinfurt, und Peter Pratsch, Leiter des Lebenshilfe-Projekts Sozialraumorientierte Arbeitsplätze. Sich seinen Wohnort und die Wohnungseinrichtung auszusuchen, ist Ausdruck eines selbstbestimmten Lebens: Die AUW unterstützen Menschen mit Behinderung deshalb dabei, in einer eigenen Mietwohnung zu leben. Dort zu arbeiten, wo man möchte, sollte ebenfalls Wahlrecht jedes Menschen sein: Peter Pratsch hilft daher Menschen mit Handicap dabei, in einem Wunschunternehmen aus ihrem Lebensumfeld einen Arbeits- oder Praktikumsplatz zu finden.

Bei Sandra Tolga hat es geklappt. Sie macht jetzt ein Praktikum in ihrem Traumjob: Friseurin. Ob sie in dem Salon anders behandelt werde als ihre Kollegen, wollte Moderator Torsten Schleicher wissen. Die 19-Jährige verneinte. Ein Abend der Anregungen, wie Schleicher abschließend befand, und der neugierig macht auf die nächste Zwischenbilanz.


ANZEIGE - Heute mal ausgehen/bestellen? Wie wäre es mit:
Naturfreundehaus
Maharadscha


Nutze die kleine rote Glocke unten rechts um aktuell informiert zu werden!
Folge uns auf Facebook | Instagram


© 2fly4 - Alle Angaben ohne Gewähr!
Fotos sind ggf. beispielhafte Symbolbilder!
Kommentare von Lesern stellen keinesfalls die Meinung der Redaktion dar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert