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„Maschinenhaus“: Campus für Ingenieure an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt ist gestartet


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SCHWEINFURT – Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) hat im Rahmen seiner Maschinenhaus-Initiative für mehr Studienerfolg ein Transfer-Projekt an der Fakultät Maschinenbau der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) gestartet. „Ein konkreter Praxisbezug in der Lehre ist für den Studienerfolg besonders wichtig“, erläutert beim Kick-off-Workshop in Schweinfurt Dr. Josef Scheller von der Schaeffler AG und Leiter des Werks Schweinfurt/Eltmann. „Nur, wenn die Studierenden mit umfassendem Basiswissen ausgestattet sind, können sie die notwendige Motivation für das anspruchsvolle Studium entwickeln“, so Scheller weiter.

Über die kommenden sechs Monate dreht sich alles um die Themen Studienqualität und Qualitätsmanagement: Der Status Quo wird durch Experten mit den Lehrenden und Studierenden des Studiengangs analysiert, um anschließend anhand der vom VDMA entwickelten Maschinenhaus-Toolbox, eines Werkzeugkastens mit bewährten Instrumenten guter Lehre, Empfehlungen für Verbesserungen geben zu können und deren Umsetzung zu bewerten. „Mit der Teilnahme an der Maschinenhaus-Initiative erhoffen wir uns eine zielgenauere Ansprache unserer Erstsemester und Aufschluss darüber, wo wir die Betreuung unserer Studierenden noch verbessern können“, so Professor Dr.-Ing. Winfried Wilke von der Fakultät Maschinenbau an der FHWS. „Es soll eine Win-Win-Situation für beide Seiten werden“, betont Dr. Nobert Völker vom VDMA und Maschinenhaus-Projektleiter. „Wir wollen nicht nur unser Konzept präsentieren, sondern auch unsere Maschinenhaus-Toolbox um die Konzepte und Maßnahmen ergänzen, die aus Sicht der Hochschule zu mehr Studienerfolg führen.“


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Gerade die Projektarbeit der Studierenden in kleinen Teams an Problemstellungen aus der Praxis stellt eine besondere Stärke des Bachelorstudiengang Maschinenbau an der FHWS dar. „Damit sich unsere Studienanfänger ein erstes Bild ihres künftigen Berufsfeldes machen können, müssen sie ein zwölfwöchiges Vorpraktikum absolviert haben“, führt Wilke weiter aus. „Hier können sie noch vor Studienbeginn Praxisluft schnuppern und erste Erfahrungen sammeln, was ihre Studienmotivation stärken soll.“ Denn gerade der Studieneintritt ist eine kritische Phase. Aktuelle Daten von deutschen Hochschulen zeigen, dass nach zwei Semestern schon fast zwei Drittel aller  Studienabbrecher die Hochschule verlassen bzw. der Fachrichtung den Rücken gekehrt haben. Ihr Bachelorstudium in den Fachrichtungen Maschinenbau und Elektrotechnik brechen über die Hälfte der Studierenden an den Universitäten und ein Drittel der Studierenden an den Fachhochschulen ab. Diese hohen Zahlen waren Anlass für den VDMA, die Initiative „Maschinenhaus – Campus für Ingenieure“ ins Leben zu rufen.


Um über alle Studienphasen hinweg den Praxisbezug zu stärken und zum Studienerfolg beizutragen, hat die FHWS im Jahr 2012 das Projekt BEST-FIT initiiert. Es soll Studierende beim Bestehen des Studiums (BEST) und ihrer Praxisfitness (FIT) optimal fördern. „Anstelle punktueller Maßnahmen ist für einen langfristigen Erfolg ein integriertes Projekt notwendig, das die wichtigsten Punkte einer erfolgreichen Studienkarriere in den Blick nimmt“, so Vizepräsidentin Professorin Dr. Sibylle Wollenschläger. Im Rahmen von BEST-FIT hat die FHWS neben Self-Assessments für Studieninteressierte und Kleingruppentutorien für Studierende auch das Teilprojekt „Projektorientierte Studieneingangsphase (ProStep)“ ins Leben gerufen.

Dabei handelt es sich um ein Projektseminar für Studierende der Ingenieurwissenschaften im ersten Semester, die hier in kleinen Projektgruppen selbstständig technische Produkte entwickeln sollen. Im Wintersemester 2012/13 arbeiteten im Rahmen von ProStep am Studiengang Maschinenbau 216 Studierenden in 36 Projektgruppen. Ab dem kommenden Wintersemester 2013/14 sollen die Produkte nicht nur in den Laboren der FHWS, sondern vor allem in Ausbildungswerkstätten der ortsansässigen Industrie gefertigt werden. „Damit sind gleich zu Beginn des Studiums Berührungspunkte und Kontakte zur Industrie gegeben, die den Studierenden einen ersten Einblick in ihr späteres Arbeitsfeld ermöglichen“, sagt Wollenschläger. Durch die Teambildung in der Erstsemester-Projektgruppe bekommt jeder Studierende zudem von Beginn an intensiven Kontakt zu Kommilitonen. „Dadurch können zum einen Abiturienten die Übergangsphase von der Schule zur Hochschule gut meistern“, betont Wollenschläger. „Zum anderen können aber auch Studierende ohne Abitur (Techniker, Meister, Facharbeiter), aber mit mehreren Jahren Berufserfahrung die Übergangsphase von der reinen Praxis zu mehr abstrakten Lehrinhalten gut meistern.“

Transfer-Projekte wird es in diesem Jahr neben der FHWS noch an weiteren Hochschulen geben; erste Projekte laufen bereits seit April. Alle teilnehmenden Hochschulen erhalten zum Abschluss das „Maschinenhaus-Teilnahmezertifikat“ und werden damit in den Kreis der Transfer-Hochschulen aufgenommen. Einen noch größeren Anreiz setzt der VDMA mit dem mit 100.000 Euro dotierten Hochschulpreis. Gewürdigt werden sollen zukunftsweisende Konzepte zur Verbesserung des Studienerfolgs im Bachelor-Studium Maschinenbau und Elektrotechnik. Die Jury, in der hochrangige Vertreter von Unternehmen, Hochschulen, Verbänden und Studierende sitzen, kürt am 20. November 2013 eine Hochschule zum „Besten Maschinenhaus 2013“.

Ziele des Transfer-Projektes „Maschinenhaus“ sind eine zielgenauere Ansprache der Erstsemester sowie eine Optimierung der Betreuung der Studierenden: (von li.): Kerstin Haas (BEST-FIT, Teilprojekt ProStep), Dr. Josef Scheller, Leiter des Werks Schaeffler AG Schweinfurt/Eltmann, Thilo Weber, Referent für Bildungspolitik, VDMA, Dr. Joachim-Söder-Mahlmann, HIS GmbH, Professor Dr. Helge Möbus, Professor Dr. Winfried Wilke, Professor Dr. Thomas Blotevogel, Claudia Reuer (BEST-FIT, Teilprojekt ZEQ) sowie die Vizepräsidentin Professorin Dr. Gabriele Saueressig (es fehlt Claudia Reuer). (Foto FHWS / Klein)


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