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100 Jahre Evangelischer Posaunenchor Schweinfurt: Festkonzert, Gottesdienst und Ausstellung


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SCHWEINFURT – 100 Jahre ist es her, dass im CVJM Schweinfurt (damals noch „Christlicher Verein junger Männer“) einige Mitglieder Trompeten und Posaunen in die Hand nahmen und gemeinsam begannen, Musik zu machen. Einen eigenen Probenraum gab es noch nicht, so dass gelegentlich auch die Gießkannen mitklangen bei den Proben des jungen Chores.

Heute ist der Evangelische Posaunenchor aus dem kirchenmusikalischen Leben Schweinfurts nicht mehr wegzudenken. Das Weihnachtskonzert am Heiligabend auf dem Martkplatz ist ein beliebter Anlaufpunkt. Beim Weihnachtsliedersingen im Willy-Sachs-Stadion ist der Chor die Stütze für die 2000 singenden Menschen. Aber auch bei festlichen Gottesdiensten, Konfirmationen, Jubiläen usw. spielt der Chor. Ein wichtiger, aber ernsterer Punkt ist das Gedenken an die Reichspogromnacht am 9. November am Mahnmal in der Siebenbrückleinsgasse.


Kindertafel Glühwein

Zum 100. Geburtstag lädt der Chor zum Feiern ein: Am Samstag, 19.10., um 17 Uhr gibt er ein großes Festkonzert in der St. Johanniskirche in Schweinfurt (Martin-Luther-Platz). Zu beachten ist die Uhrzeit, die im Vergleich zu frühen Ankündigungen geändert wurde. Natürlich muss ein solches Fest auch mit einem Gottesdienst gefeiert werden – am Sonntag, 20.10., um 10:30 Uhr, ebenfalls in St. Johannis. Anschließend gibt der Posaunenchor ein Standkonzert.

Ebenfalls in der St. Johanniskirche ist derzeit eine Ausstellung über die wechselvolle Geschichte des Chores zu sehen, der in der Nazizeit letztendlich aufgelöst wurde. Die Instrumente überdauerten in einem Versteck im Turm der Kirche – schon bald nach Ende des Krieges baute sich der Chor neu auf.


Mehrere Stelltafeln mit Bildern und Geschichten aus einhundert Jahren ermöglichen es, dieser Geschichte nachzuspüren. Sie sind noch bis zum 4. November in St. Johannis zu sehen. Die Kirche ist täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

Mehr Informationen zum Chor finden Interessierte auf der eigenen Homepage: www.posaunenchor-sw.de

Ausstellung: 100 Jahre Posaunenchor Schweinfurt

In der St. Johanniskirche ermöglicht eine Ausstellung den Blick zurück in die bewegten letzten 100 Jahre

Wolfgang Großpietsch ist noch nicht sehr lange Mitglied. Als Jugendlicher hatte er bereits in seiner Heimat gespielt, beruflich bedingt dann aber eine sehr lange Pause gemacht – zum Ruhestand stieg er nun wieder ein und ist nun einer der Posaunisten im Evangelischen Posaunenchor, wie er heute heißt. In viel Detailarbeit hat er Fotos und Dokumente zusammengetragen und Plakate und Stellwände erstellt, die durch die bewegte Geschichte des Chores führen.

Schon zehn Jahre nach seiner Gründung war der Chor in seiner Existenz bedroht, erzählt er: Als Teil der kirchlichen Jugendarbeit drohte ihm die Eingliederung in die Hitlerjugend, so dass sich der Posaunenchor offiziell vom CVJM trennte. Doch schließlich wurde es auch für die gesamte Posaunenchorarbeit schiwerig. Der Zweite Weltkrieg bedeutete einen tiefen Einschnitt für den Chor; die Instrumente überdauerten versteckt im Turm der St. Johanniskirche und wurden glücklicherweise auch durch den Bombentreffer nicht zerstört, der der Johanniskirche schwere Schäden zufügte.

Nach dem Krieg fand sich der Posaunenchor wieder neu zusammen und hat sich im Schweinfurt und Umgebung einen Namen gemacht: Ob das Konzert an Heiligabend auf dem Marktplatz, das Weihnachtsliedersingen im Stadion, Spielen in festlichen Gottesdiensten oder eine Andacht beim Wegkreuz am Kernkraftwerk Grafenrheinfeld: Der Chor unter der langjährigen Leitung von Wolfhart Berger steht für qualitativ hochwertige Kirchenmusik zum Zuhören oder Mitsingen.

An einem Punkt ist die Ausstellung, die noch bis 4. November zu sehen sein wird, schon veraltet: Die zwei neuesten Mitglieder sind noch nicht namentlich verzeichnet. Die Posaunen werden seit neuestem verstärkt von Emilia Pfatteicher, die während ihrer Studienzeit hier spielt, und Vikarin Elise Badstieber von der Christuskirche Schweinfurt.

Gerade junge Menschen zum Mitspielen zu bewegen, ist heute nicht leicht. Ob jung oder alt: Wer Lust hat, ein neues Instrument auszuprobieren oder ähnlich wie Wolfgang Großpietsch nach einer langen Pause wieder neu zu beginnen, ist herzlich eingeladen zu den Proben. Jeden Mittwoch um 19:30 Uhr trifft sich der Chor in der Arche Dittelbrunn.

Fotos:

* Posaunenchor 1924
Archivbild

* von links: Dekan Oliver Bruckmann, Chorleiter Wolfhart Berger und Organisator Wolfgang Großpietsch präsentieren die Schaubilder vor Beginn der Ausstellung
Foto: Heiko Kuschel



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