Home / Lokales / Schonunger Wertholz gefragt und begehrt: Der teuerste Stamm geht an einen Möbelbauer in die Schweiz
Das Foto zeigt von links Roland Braun vom Forstbetrieb Schonungen, Milena Hammer (Kämmerei), Forsttechniker Thomas Helmschrott, Lukas Zier, Revierförster Rainer Seufert und Bürgermeister Stefan Rottmann am Wertholzplatz in Sailershausen. Foto: Klaus Barthel

Schonunger Wertholz gefragt und begehrt: Der teuerste Stamm geht an einen Möbelbauer in die Schweiz


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SCHONUNGEN – Mit Spannung wurde auch in diesem Jahr die Wertholzsubmission erwartet: Zweifelsohne ist es der Höhepunkt eines jeden Forstwirtschaftsjahres. Akurat in Reih und Glied sind die mächtigen, teils meterdicken Stämme am Wertholzplatz in Sailershausen aufgebahrt. Wie in all‘ den Jahren stellt auch in diesem Jahr Schonungen mit 168 Festmeter das größte Angebot. Alleine 10% des Wertholzangebots kommt aus den Wäldern der Großgemeinde.

Aus allen Herren Länder kommen die Interessenten, hüpfen von Stamm zu Stamm um den Wert der Stämme zu bestimmen. Wie bei einer Auktion wird auch hier der Rohstoff „Holz“ gegen Höchstgebot verkauft. Dabei kommt es darauf an, dass die Stämme möglichst wenig Makel haben: Verwachsungen, Maserungen, Knörze, Verfärbungen, … das alles führt zu Wertminderungen. Doch das Team des Schonunger Forstbetriebs weiß, worauf Sägewerke, Furnierwerke und Fassmacher Wert legen und treffen mit ihren geschulten Augen eine Vorauswahl. Im Endprodukt wird das Schonunger Holz irgendwann zu einem Möbelstück, Musikinstrument, Holzspielzeug, Weinfässer oder sogar Unterwäsche hergestellt.


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„Es hat etwas von einer Brautschau!“, erklärt Revierförster Reiner Seufert mit einem Augenzwinkern. Für ihn wird es die letzte Wertholzsubmission sein, denn in wenigen Monaten wartet der Ruhestand. Der Wertholzverkauf stellt einer der wesentlichen Erträge des Forstwirtschaftsjahr dar, wie Bürgermeister Stefan Rottmann erklärt. Mit Nummern versehen und in Listen aufbereitet stehen hunderte Festmeter Holz zum Kauf – die Kämmerei kümmert sich anschließend um die Abrechnungen.


Während durch Käferbefall und extremen Klimabedingungen die Brennholzpreise in den Keller gehen, ist das Wertholz gefragt wie nie, freut sich Bürgermeister Stefan Rottmann. Alleine in diesem Jahr darf sich Schonungen über einen Ertrag von 85.000 Euro freuen. Nach wie vor stößt die Eiche auf sehr großes Interesse bei den Käufern, aber auch Bergahorn, Feldahorn, Wildkirsche, Hainbuche und Rotbuche werden nachgefragt.

Alleine die Eichenstämme erzielen einen durchschnittlichen Erlös von 580 Euro/Festmeter. Der teuerste Stamm mit 1222 €/fm geht an einen Möbelbauer in die Schweiz. Traditionell beteiligt sich Schonungen auch noch an der Buntlaubholzsubmission im März mit 30-40 Festmeter am Lagerplatz in Grettstadt. Die ungefähr 200 Festmeter, welche jährlich über die Meistgebotstermine verkauft werden, entsprechen etwa 3% des jährlichen, nachhaltigen Holzeinschlags. Die Einnahmen aus diesem Verkauf sind etwa 25% der Gesamteinnahmen aus dem Holzverkauf.

Mit 1.200 Hektar Wald gehört die Großgemeinde zu den größten Waldbesitzern der Region, erklärt Bürgermeister Stefan Rottmann. Zu etwa 90 Prozent bestehen die gemeindlichen Wälder aus Laubholzbeständen. Die Holzpreisentwicklung verlief gerade im Hinblick auf den überwiegenden Eichenbestand im Gemeindewald stabil auf hohem Niveau: Gerade die Preissegmente Fass- und Furnierholz sind für den Forstbetrieb nach wie vor sehr lukrativ. Schonungen setzt bei der Waldbewirtschaftung auf die Nachhaltigkeit: Das ausgearbeitete Forstoperat hat einen jährlichen Zuwachs von 7.900 Festmetern im Gemeindewald pro Jahr ermittelt: Die politische Zielvorgabe liegt bei 6.300 Festmetern, die dem Forst jährlich entnommen wird.

Es wächst mehr nach, als dem Wald entzogen wird, erklärt Rottmann: Der Waldvorrat steigt kontinuierlich und damit auch die Werthaltigkeit der Forstabteilungen. So lag der Waldbestand 1986 noch bei 149 Festmeter/Hektar, 2010 lag er bereits bei 231 Festmeter/Hektar und soll bis zum Jahr 2030 auf 250 Festmeter/Hektar ansteigen. Mit 19 Hektar kann die Gemeinde zudem auf einen hohen Anteil an Ökoflächen verweisen.

Das Foto zeigt von links Roland Braun vom Forstbetrieb Schonungen, Milena Hammer (Kämmerei), Forsttechniker Thomas Helmschrott, Lukas Zier, Revierförster Rainer Seufert und Bürgermeister Stefan Rottmann am Wertholzplatz in Sailershausen.
Foto: Klaus Barthel

Das Foto zeigt von links Roland Braun vom Forstbetrieb Schonungen, Milena Hammer (Kämmerei), Forsttechniker Thomas Helmschrott, Lukas Zier, Revierförster Rainer Seufert und Bürgermeister Stefan Rottmann am Wertholzplatz in Sailershausen.
Foto: Klaus Barthel


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