19. 09. 2017
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Perspektiven für Schonunger Ortsteile schaffen: Gemeinde will sich Dorferneuerung und Städtebauförderung zu nutze machen



SCHONUNGEN – Es ist sicher eine Herkulesaufgabe und vielleicht auch ein bisschen die Quadratur des Kreises. Bürgermeister und Gemeinderat haben sich vorgenommen möglichst gleichwertige Lebensbedingungen zu schaffen und alle 13 Schonunger Ortsteile gleichermaßen dynamisch weiterzuentwickeln.

Und das trotz unterschiedlichster Ausgangslagen der einzelnen Orte, einem sehr knappen Haushaltsbudget und eng bemessenen Personalkapazitäten. Und obwohl Vieles wünschenswert wäre, sind die Prioritäten mit den zahlreichen Pflichtaufgaben einer Kommune vorgegeben: In Schonungen wiegen der anstehende Neubau der Grundschule oder beispielsweise auch die Sanierung der Kanäle besonders schwer. Alles samt notwendigste Maßnahmen mit jeweils zweistelligen Millionen-Investitionsvolumen.

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Wenn die Gemeinde in letzter Zeit eines bewiesen hat, dann wohl, dass sie immer wieder beachtliche Zuschüsse und Förderungen an Land ziehen konnte. Seit neuestem auch das Städtebauförderungsprogramm „Kleinere Städte und Gemeinden“, von dem sich die Gemeinde allerhand verspricht. All diejenigen Ortsteile, die sich nicht in der Dorferneuerung oder gar Städtebauförderung befinden bekommen jetzt eine Perspektive. Voraussetzung ist, dass alle Allianzgemeinden des Schweinfurter Oberlands mitmachen und ein Daseinsvorsorgekonzept erstellt wird. Das Konzept beinhaltet öffentliche Maßnahmen wie Bürgerhäuser, Treffpunkte und Begegnungsstätten. Sicher kann man von einer historischen Chance sprechen, denn mit dem Zuschussprogramm wäre nahezu die gesamte Gemeinde über Jahre abgedeckt.

Welches Förderprogramm, ob Dorferneuerung oder Städtebauförderung strategisch das Beste für den jeweiligen Ortsteil ist und wo es die meisten Zuschüsse für Gemeinde und Privatinitiativen gibt, dazu diente ein vor Ort Termin gemeinsam mit Peter Kraus, Abteilungsleiter des Amtes für Ländliche Entwicklung und Alexander Zeller (Städtebauförderung), den Bürgermeister Stefan Rottmann initiiert hatte. Im Fokus der Gespräche standen vor allem die Ortsteile Mainberg und Löffelsterz, die für eine baldige Aufnahme der Dorferneuerung vorgesehen sind.

Dr. Thomas Horling nutzte die Gelegenheit und verwies bei einem Rundgang vor allem auf die äußerst wertvolle Bausubstanz im historischen Mainberg. Hinter zahlreichen Fassaden und Gebäuden aus dem 16.-17. Jahrhundert versteckt sich noch gut erhaltenes Fachwerk. Womöglich könnte hier mit einem Sanierungsgebiet Abhilfe geschaffen werden: Dann könnten Private ihre Investitionen steuerlich abschreiben. Allerdings setze ein Sanierungsgebiet wiederum umfassende öffentliche Investitionen der Gemeinde voraus. Hier gebe es aufgrund des Schul- und Kanalneubaus wenige Spielräume, wie die Gemeinderäte und Bürgermeister feststellten.

Auch die laufenden Dorferneuerungsprojekte in Reichmannshausen und Hausen, aber auch die Städtebauförderung in Schonungen dürfen nicht vernachlässigt und müssen zügig weiter betrieben werden, darin sind sich Peter Kraus (Amt für Ländliche Entwicklung) und Alexander Zeller (Städtebauförderung) einig. Doch die Prioritätensetzung macht es bei so vielen Ortsteilen schwer: Viele Baustellen gleichzeitig werde es aus fehlenden finanziellen und personellen Kapazitäten nicht geben können. Dass die Gemeinde weiterhin in die Ortsteile investieren wird, hat sie mit den jüngsten Entscheidungen zur Sanierung der Hausener Hauptstraße mit Kirchplatz, sowie dem Kirchenumfeld in Hausen gezeigt. Auch Schonungens neue Mitte war ein gewaltiges Städtebauförderungsprojekt, bei dem Millionenzuschüsse geflossen sind, stellt Bürgermeister Stefan Rottmann fest.

Eine Perspektive braucht es nun bald für das Bauerngehöft in Mainbergs Grundstraße: Hier warte man aktuell noch die denkmalschutzrechtliche Würdigung der Gebäude ab – aus der Bürgerschaft bestand der Wunsch, das Gebäude möglichst zu erhalten. Begehungen haben hier bereits im Juli mit den zuständigen Fachbehörden stattgefunden. Es bleibt zu hoffen, dass sich ein privater Investor findet. Die Gemeinde beabsichtigt vor allem, den Gehsteig in der Grundstraße durchgängig zu schaffen. Und auch in Löffelsterz drängt sich das Bürger- mit Feuerwehrhaus als dringliches Projekt auf. Möglicherweise könnte hier das neue Städtebauförderungsprogramm „Kleinere Städte und Gemeinden“ greifen. Die Gemeinde bleibt weiterhin am Ball, verspricht jedenfalls Bürgermeister Stefan Rottmann.

Das Foto 1 zeigt in Mainberg im Bereich der Grundstraße von links Gemeinderäte Bernd Götzendörfer und Alexander Nicklaus, 2. Bürgermeister Jürgen Geist, Alexander Zeller (Städtebauförderung), Dr. Thomas Horling, Bürgermeister Stefan Rottmann und Peter Kraus (Amt für Ländliche Entwicklung)

Foto 2 zeigt von links am Lindenplatz in Löffelsterz: Gemeinderat Bernd Götzendörfer, Alexander Zeller (Städtebauförderung), Bürgermeister Stefan Rottmann, Peter Kraus (Amt für Ländliche Entwicklung) und Gemeinderat Alexander Nicklaus.
Fotos: Wolfgang Hein



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