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Zahlreiche Städte und Gemeinden im Bundesgebiet haben bereits dem Wunsch der Familie Erhard entsprochen und eine Benennung nach der deutschen Einheit vorgenommen. Text und Fotos: Grenzlandbildstelle Deutsches Kuratorium e.V.

30 Jahre bürgerschaftliches Engagement der Familie Erhard um die deutsche Einheit


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ÜCHTELHAUSEN – Elke, Andreas und Manuel Erhard aus Üchtelhausen engagieren sich seit drei Jahrzehnten für das Zusammenwachsen von ost und west und der Gestaltung der deutschen Einheit. Zahlreiche sehr beeindruckende Projekte und Initiativen sind seither durch ihr gemeinnütziges Wirken entstanden.

Mit der friedlichen Revolution in der DDR entwickelte sich 1990 die staatliche als auch gesellschaftliche Wiedervereinigung beider deutscher Staaten.
Unzählige Menschen aus dem Westen der Republik drängten von nun an in das neue und wenig bis gar nicht marktwirtschaftlich erschlossene ostdeutsche Land. Von politischer Seite wurden seinerzeit hohe Summen an Steuermitteln für den sogenannten Aufbau Ost bereitgestellt. Achtzig Millionen Bundesbürger wurden sozusagen von heute auf morgen Akteure der Deutschen Einheit.


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Auch die Familie Erhard stelle sich seinerzeit diesem deutsch-deutschen Gemeinschaftswerk. Das Abschöpfen von den ausgereichten Steuermitteln als auch die vielerorts versprochenen Gewinnrenditen von bis zu 30 % und mehr, war nicht ihr Anliegen. Vielmehr zählte die Gestaltung und Umsetzung der neu entstanden Situation um die Wiedervereinigung zu ihren Visionen. Als Handwerkszeug im Umgang mit den ostdeutschen Menschen, den kommunalen Verwaltungen als auch der Landespolitik sollte ihr privates, bürgerschaftliches Engagement genutzt werden.


Wie zu erwarten war, in den 1990er Jahren, welche in Einheitseuphorie und Goldgräberzeit gipfelten, wurde dem bürgerschaftlichen Tun wie es nun mal die Familie Erhard verstand, also ohne der Co-Finanzierung von staatlichen Subventionen, so gut wie kein Gehör geschenkt. Diese Situation änderte sich mit der Bewährungsphase der Deutschen Einheit, so konnte die Familie Erhard im Jahr 1999 die dem Verfall überlassenen Grenzanlagen bei Behrungen/Thüringen kaufen und eigenverantwortlich im Sinne der Denkmalpflege sanieren. Heute stellt die Gesamtanlage eine überregionale Landmarke in der Grabfeldregion und eines der wenigen staatlich geschützten Denkmalensembles entlang der innerdeutschen Grenze dar. In den Folgejahren kamen noch die Grenzdenkmale bei Berkach, Gompertshausen, Bad Colberg, und Schweikershausen dazu.

Umfängliche Feldforschungen entlang der gesamten innerdeutschen Grenze als auch im Großraum von Berlin beflügelten den Forschergeist der Familie Erhard. Fast dreißig Buchwerke zur Thematik sind bereits erschienen. Neben umfänglichen dokumentarischen Werken zählt ein Kriminalroman als auch ein Kinderbuch zu ihren literarischen Darstellungen. Seit Jahrzehnten zählen die Erhards europaweit als sachverständig im Zusammenhang mit der Denkmal- und Erinnerungssituation entlang des früheren deutsch-deutschen Grenzstreifens. Bis in die Ostseeregion als auch an den Grenzverlauf zur Tschechischen Republik führten im Laufe der Jahrzehnte die Forschungsreisen der Erhards.

Die 2000er Jahre waren u.a. geprägt durch zahlreiche eigenverantwortlich konzipierte Bilderausstellungen für kommunale Verwaltungen und Schulen.

Auch Schulpartnerschaften und Vereinspatenschaften im Sinne der deutschen Einheit wurden initiiert. Als eines der Kernprojekte zählt die Idee und Ausarbeitung der Erlebnisstraße der deutschen Einheit. Diese touristische Wegführung gilt als Straße der Mahnung und des Gedenkens, sie tangiert Grenzdenkmale, Erinnerungsstätten und Grenzlandmuseen. Auch die bundesweite Initiative „Straßen und Brückenbenennungen nach der deutschen Einheit“ wird von Familie Erhard durchgeführt.

Innerhalb dieser Aktivitäten werden seit über 20 Jahren alle Städte und Gemeinden sowie staatliche Verwaltungen im gesamten Bundesgebiet schriftlich mit der Bitte nach der Benennung eines Platzes oder Straße in ihrem Verwaltungsgebiet zu benennen befasst. Zum Spannungsbogen ihrer allgegenwärtigen Projekte und Tätigkeiten gehört auch die Idee und Widmung einer neu gezüchteten Rose in „Rose der Einheit“. In möglichst vielen öffentlichen als auch privaten Gärten soll diese zweifarbige Beetrose das Vermächtnis der deutschen Einheit weitertragen.

Das Vermitteln des historischen Erbes von Teilung und Einheit hat sich die Familie Erhard für die nächsten Jahrzehnte auf die Fahnen geschrieben. Innerhalb umfänglicher Seminararbeiten als auch praktischer Exkursionen am früheren innerdeutschen Grenzverlauf bringen die Erhards ihr gesammeltes Wissen den jungen Generationen als auch Interessierten Erwachsenen nahe.

Was am 22. Dezember 1989 mit dem ersten Besuch in der noch DDR mit dem sprichwörtlichen „nur mal schauen“ in das unbekannte Land für die Erhards begann, ist heute längst zu ihrer Lebensberufung und einer länderübergreifenden Erfolgsgeschichte geworden.

Die zahlreichen Projekte und Initiativen der Familie Erhard werden ausschließlich aus eigenen privaten Geldmitteln finanziert, staatliche Fördergeldleistungen wurden bisher keine in Anspruch genommen. Daher gilt ihr gemeinnütziges Wirken als bundesweit einmalig.

Auf den Bildern: Zahlreiche Städte und Gemeinden im Bundesgebiet haben bereits dem Wunsch der Familie Erhard entsprochen und eine Benennung nach der deutschen Einheit vorgenommen.
Text und Fotos: Grenzlandbildstelle Deutsches Kuratorium e.V.



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